Corona-Virus Covid-19-Erkrankungen in mindestens 520 Pflegeheimen

In immer mehr Pflegeheimen kommt es zu Infektionen durch das Corona-Virus. Deutschlandweit ist es inzwischen in über 300 Heimen aufgetreten, bislang sind dadurch mindestens 226 Covid-19-Infizierte gestorben.

Die Zahl der Pflegeheime, die Covid-19-Erkrankungen in mindestens 520 Pflegeheimen melden, steigt fast täglich. Nach Recherchen des ARD-Magazins FAKT sind bundesweit mindestens 520 Pflegeheime betroffen. Das hat eine Umfrage des Magazins bei den zuständigen Ministerien aller Bundesländer ergeben. Das Saarland und Sachsen-Anhalt machten allerdings keine Angaben.

Die meisten der vom neuen Corona-Virus betroffenen Heime befinden sich in Bayern. Damit liegt der Freistaat mit 189 betroffenen Einrichtungen deutlich vor Nordrhein-Westfalen, wo laut der bundeweiten FAKT-Umfrage 110 Heime betroffen sind. Die Umfrage ergab weiter, dass bislang mindestens 226 Covid-19-Erkrankte in Pflegeheimen gestorben sind. 118 davon in Nordrhein-Westfalen.

Corona-Fälle in Mitteldeutschland

In Sachsen sind in mindestens 18 Heimen Corona-Fälle aufgetreten: 97 Bewohner und 69 Pflegekräfte sind infiziert. In Thüringen sind es 14 betroffene Heime mit 20 infizierten Bewohnern und 25 Pflegekräften.

Bundesweit werden 818.300 Pflegebedürftige in vollstationären Heimen versorgt. Davon sind gut 92 Prozent (756.600) 65 Jahre oder älter.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 07. April 2020 | 21:45 Uhr

3 Kommentare

ElBuffo vor 7 Wochen

Warum sollen nicht auch in Pflegeheimen diese Erkrankung auftreten. Ich verwette meinen A..., dass dort auch sehr viele andere Erkrankungen auftreten. Liegt wohl in der Natur der Sache. Alter ist nun mal das größte Risiko für Krankheiten.
Was mich nun nur ein wenig verwundert: Welchen Effekt haben geschlossenen Spielplätze auf die Erkrankungssituation bettlägeriger Bewohner von Pflegeheimen? Wie oft halten die sich auf Spielplätzen oder in Kitas auf? Wie oft besuchen die Gaststätten oder Kinos?

Critica vor 7 Wochen

Hier und jetzt zeigt sich, was dem Land, der Politik, die alten Menschen wert sind. Ich versuche, mich in die Lage dieser Menschen hineinzuversetzen und gerate dabei in Panik: Es ist die letzte Station im Leben alter Menschen - die Heime. Pflege ist durch unangemessene Sparmaßnahmen schon zu einfacher Versorgung verkommen. Von "Pflege" kann man kaum noch sprechen.
Zwar gibt der Staat viel viel Geld aus, aber demgegenüber stehen auch sehr viele Träger solcher Einrichtungen, die sich persönlich damit bereichern (siehe Pflegeeinrichtungen in Hesse...). Und niemand kontrolliert es.
Wir haben in unserem Land viel zu viele Beamte, die fürs "Nichtstun" Geld bekommen. Und es gibt auch viel zu viele Menschen, die sich vom Arbeitsamt bezahlen lassen und keine Lust mehr haben, selbst für die eigene Versorgung etwas zu tun.
Die einzige Waffe, die Politik gegen Krisen hat, ist Geld.
Sozialstaat ist schön, aber soziale Hängematte darf nicht sein.

sorglos vor 7 Wochen

Die Situation der alten Menschen in den Heimen und "Fakt" vom 7.4.2020 haben mich erschüttert. Die Alten, die sowieso schon oft allein sind, einsam und nur selten von der Familie besucht, die sind jetzt isoliert! Ein alter Mann sitzt am Fenster und weint. Er ist 90 Jahre alt. Mein Gott, warum soll er nicht von seiner Tochter umarmt werden? Stirbt er an Einsamkeit und psychischen Leiden oder AN Corona (nicht MIT Corona). Wann wird endlich mal differenziert zwischen Infektionen und Erkrankungen? Kann man nicht mit Händewaschen und Mundschutz evtl. einen Besuch, einen Spaziergang etc. mit den alten Menschen zulassen? Sie werden bevormundet "zu ihrem Schutz". Aber sie werden auch in mormalen Zeiten schon bevormundet. Interessiert niemand dieses Leid der Alten, die zu Ostern am Fenster weinen, weil man meint, sie "schützen" zu müssen? Sie sind mündige Menschen und mit etwas Menschenverstand kann man sie besuchen, zum Spaziergang in die Sonne abholen. Das Leiden tut mir in der Seele weh!