Luftaufnahme des Stadtzentrums von Dresden.
Die Region Dresden gilt auch als "Silicon Saxony": hier sind wichtige Forschungseinrichtungen und Unternehmen wie das Fraunhofer Institut und der US-Chiphersteller AMD angesiedelt. Bildrechte: dpa

Rund 200 Mitarbeiter Sachsen bekommt zwei BSI-Außenstellen

Seit Jahren nehmen Hackerangriffe zu und werden professioneller. Auch kriegerische Auseinandersetzungen verlagern sich laut Experten zunehmend ins Netz. Die Bundesregierung setzt bei der Abwehr auf Sachsen. Der Freistaat soll zwei Außenstellen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie bekommen. Ein geplanter Standort ist Dresden.

Luftaufnahme des Stadtzentrums von Dresden.
Die Region Dresden gilt auch als "Silicon Saxony": hier sind wichtige Forschungseinrichtungen und Unternehmen wie das Fraunhofer Institut und der US-Chiphersteller AMD angesiedelt. Bildrechte: dpa

Sachsen bekommt zwei Außenstellen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dem MDR, in der einen BSI-Dienststelle sollten 200 Mitarbeiter beschäftigt werden. Bisher stünden aber weder der Standort noch die genauen Aufgaben fest.

Dresden bekommt Verbindungsbüro

Nach Angaben des Sprechers wird im Großraum Dresden ein Verbindungsbüro entstehen. Die Mitarbeiten dort sollen unter anderem den Kontakt zur sächsischen Landesregierung halten.

Bundesinnenminister Horst Seehofer habe die Entscheidung im Rahmen seiner Heimatstrategie getroffen. Dabei gehe es um die Dezentralisierung von Bundesbehörden.

Forschung und Industrie sollen sich vernetzen

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass in Dresden ein neues Cyber-Sicherheitszentrum geplant ist. An dem Mikroelektronik-Standort sollen sich demnach Forschungseinrichtungen und Industrie vernetzen. Die Region Dresden mit bedeutenden Einrichtungen wie dem Fraunhofer Institut oder dem US-Chiphersteller AMD gilt auch als "Silicon Saxony".

Hintergrund für das neue Cyber-Zentrum sind die zuletzt immer professionelleren Angriffe auf Regierungsnetze, Spitzenpolitiker und Unternehmen. Unabhängig davon entsteht in der Region Halle/Leipzig eine neue Agentur für Cybersicherheit. Die Einrichtung soll ab 2023 zu militärischer und ziviler Cybersicherheit forschen.

"Richtige Technologie allein reicht nicht"

Experten warnten zuletzt immer wieder, Deutschland drohe im Kampf gegen Desinformation und Cyber-Angriffe ins Hintertreffen zu geraten. Entscheidungswege zum Aufbau einer Sicherheitsinfrastruktur seien innerhalb des Staats zu lang und komplex, sagte Marcel "Otto" Yon, Chef der Innovationsabteilung der Bundeswehr, Mitte der Woche in Berlin.

Sicherheitsexpertin Julia Schuetze von der Berliner Stiftung Neue Verantwortung betonte indes, die richtige Technologie alleine reiche nicht. Das zeigten auch Beispiele aus anderen Ländern. Nach Angaben von Hans-Wilhelm Dünn vom Cyber-Sicherheitsrat können in Deutschland 40 Prozent der Warnhinweise auf Hacker-Angriffe nicht verfolgt werden, da es zu wenig Personal gebe. Durch immer komplexere Programme würden Attacken zudem oft nur mit großer Verzögerung entdeckt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2019, 19:32 Uhr

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8 Kommentare

15.05.2019 01:07 DER Beobachter 8

Was genau bewegt eigentlich, ausgerechnet im Bundesland der Trump- und Putin-Hofierer so was einzurichten?

14.05.2019 16:48 Fragender Rentner 7

@Mediator zu 6

Ja so ist es, man dreht es eben so wie es einem paßt !!!

Es geht darum, dass es die Ministerien die für den Osten vorgesehen waren laut einem Beschluß nicht von unseren guten Politiker umgesetzt wurden !!!

Es geht nicht um die Prozente wo wieviele Menschen leben.

Es geht darum weil man in dieser Republik immer noch zu große Unterschiede macht.

Die reden von einem einheitlichen Deutschland und machen ständig diese Unterschiede !!! :-(((

Was unterstellt da schon wieder?

Habe ich etwas gegen diese von dir "hochgelobten und hochbezahlten Stellen" geschrieben?

13.05.2019 19:57 Mediator an Fragender Rentner(5) 6

Im Jahr 1990 lebten im Osten auch prozentual gesehen noch mehr Menschen. Wenn man sich einmal anschaut, dass der Osten gerade noch um die 15% der Bevölkerung unseres Landes stellt, dann finde ich es manchmal schon überzogen, welche Forderungen da so gestellt werden. Wir reden zwar von Ost und West, aber eigentlich von 15% / 85% Bevölkerungsanteil.

Was stört dich denn nun schon wieder konkret an dieser High-Tech Dienststelle die mindestens 200 hochbezahlte Spezialisten anlocken wird?

13.05.2019 15:21 Fragender Rentner 5

In den gesamten Osten sollten eigendlich sehr viele Ministerienaussenstellen kommen, welches mal in den 1990er Jahren vereinbart wurde und wo sind sie wohl higekommen ???

Glaube ihnen erst wenn sie da sind und auch über Jahre noch betehen.

13.05.2019 13:13 Morchelchen 4

Was zuerst begrüßenswert herüber kommt, kann bei genauem Nachdenken einen schalen Nachgeschmack bekommen. Denn es beginnt oftmals als angeblich gut gemeinte Angelegenheit zur Unschädlichmachung "krimineller Elemente". Und führt nach und nach zum allgemeinem Aushorchen bis hin zum Denunzieren, wie gerade wir gelebten DDR-Bürger dies leider aus eigener Erfahrung heraus bestätigen können...

12.05.2019 20:42 Mediator an Betroffener (2) 3

Vielleicht sollten sie keine Unwahrheiten verbreiten!

Die Conficker-Wurmfamilie nutzt schlicht und ergreifend eine Sicherheitslücke in den Microsoft Betriebssystemen. Ganz ohne dass die CIA da etwas böses programmiert sind wir alle angreifbar. Außer dass sie ihren Computer up to date halten, keine dubiosen Seiten ansurfen und ihr Hirn beim öffnen von Dateien und Mails einschalten können sie wenig machen. Ein bisschen Geld für ein Schutzprogramm soll auch helfen.

PS: Was ist denn die Haltung der deutschen Regierung die sie für völlig verfehlt halten? Nichts gegen fundierte Kritik, aber das was sie von sich geben ist doch wohl eher pauschales Gemecker. Sie können ihren PC und Netzwerk ja gerne nach den Richtlinien des BSI absichern. Sie werden dadurch einen merklichen Sicherheitsgewinn erzielen.

PS: Wenn Regierungsbehörden Sicherheitslücken lieber für eigene Zugriffsmöglichkeiten sammeln statt sie zu fixen ist das sicher ein Problem.

12.05.2019 17:49 Betroffener 2

Da ich selbst von Hackern betroffen war,finde ich die Haltung der deutschen Regierung völlig verfehlt.Mich traf der Conficker-Wurm, erfunden bei der CiA. Dieser legte weltweit tausende Computer lahm. Ich glaube auch das Handy von Frau Merkel wurde von der CIA gehackt,das einzigste, was unsere Regierung dazu unternahm war Nix!

12.05.2019 15:06 Gerd Müller 1

Gott sei dank im Osten, hier weiß man, wenn Schluss ist und der Stecker gezogen werden muss.