Netzwerkkabel an einem Router
Das neue Zentrum für Cybersicherheit soll in der Region Leipzig/Halle entstehen. Bildrechte: IMAGO

Neue Bundesbehörde Agentur für Cybersicherheit kommt nach Leipzig/Halle

Eine neue Bundesbehörde soll Hackerangriffe auf Militär und zivile Einrichtungen abwehren. Der Hauptsitz wird im Raum Leipzig/Halle angesiedelt. Das teilte das federführende Verteidigungsministerium in Berlin mit.

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Das neue Zentrum für Cybersicherheit soll in der Region Leipzig/Halle entstehen. Bildrechte: IMAGO

Die neue Agentur für Cybersicherheit wird in der Region Leipzig/Halle angesiedelt. Das teilten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Horst Seehofer in Berlin mit. Die Einrichtung soll sich um militärische und zivile Cybersicherheit in Deutschland kümmern.

200 Millionen Startkapital

Von der Leyen sagte, die Einrichtung solle Forschungsprojekte anstoßen und koordinieren. Es gehe darum, in die Grundlagenforschung zu investieren, um von Anfang an dabei zu sein. Das Zentrum erhalte ein Startkapital von 200 Millionen Euro. Bis 2023 würden rund 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Es sei aber erst der Anfang. Sie setze darauf, dass sich im Umfeld der Einrichtung weitere innovative Unternehmen ansiedelten.

Das Projekt startet den Angaben zufolge sofort. Wo genau sich der Hauptsitz befinden soll, blieb zunächst offen. Der Staat verspricht sich von der neuen Einrichtung, besser und schneller auf Hackerangriffe reagieren zu können. Vor allem Polizei und Bundeswehr könnten die Erkenntnisse der neuen Agentur nutzen. Die Federführung hat das Bundesverteidigungsministerium.

Ein Zentrum mit Magnetwirkung

Innenminister Seehofer sagte, ein solches Zentrum habe eine Magnetwirkung auf Handwerk und Mittelstand. Man habe sich bewusst für die Metropolregion Leipzig/Halle entschieden. Das sei Teil der Heimatstrategie der Bundesregierung. Es gehe darum, gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West zu schaffen und "eine Antwort auf die Demografie" zu geben.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte, es gebe keinen besseren Standort als die Doppelstadt-Region "Halle/Leipzig". Das sei ein Wirtschafts- und Wissenschaftsraum.

"Kein besserer Standort"

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer verspricht sich einen Schub für die ganze Region. Das Zentrum werde aber die gesamte Bundesrepublik voranbringen. Der Impuls dafür werde aber aus Mitteldeutschland kommen. Für die neuen Bundesländer habe diese Ansiedlung eine besondere Bedeutung. Es sei wichtig, nicht immer nur Schwächen zu kompensieren, sondern auch Neues zu schaffen.

Die Entscheidung für ein solches Zentrum für Cybersicherheit war im August gefallen. Offen war noch der Standort. Nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" war ursprünglich auch der Standort München im Rennen.

Politiker aus Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten in den vergangenen Monaten wiederholt beklagt, dass im Osten kaum Bundeseinrichtungen angesiedelt würden. Das spielte auch bei Beratungen der Kohlekommission eine Rolle. Die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer fordern Bundesinvestitionen, damit hochwertige Arbeitsplätze entstünden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Januar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2019, 22:54 Uhr

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28 Kommentare

02.02.2019 15:28 Fragender Rentner 28

@Mediator zu 27

Das kann man ganz genauso in Dessau bei und mit der Bundesbehörde beobachten.

Nach Feierabend ist keiner mehr in der Region und da bleibt wo wohl die Kaufkraft für die Region ???

Wo haben eigendlich die Richter die in Leipzig oder Erfurt Rechtsprechen ihren Lebensmittelpunkt?

02.02.2019 14:24 Mediator 27

@Axel (25): Was glaubst du wohl, was 100 hochqualifizierte Spezialisten für einen Unterbau benötigen? Das zieht schon noch einen ganzen Rattenschwanz an ebenso gut bezahlten untergeordneten Stellen nach sich. Was glaubst du wohl wie viele Menschen einem Arzt und Ingenieur zuarbeiten? Bist du nicht glücklich wenn du nicht jammern kannst?

@nasowasaberauch(26): Was für ein Signal erhoffst du dir den bitte für Handwerk und Gewerbe? Erzähl doch mal! Unser Land braucht eine neue Bundesbehörde und diese kommt in den Osten, weil Leipzig sich als Standort anbietet und ständig gejammert wird, dass dort keine Bundesbehörden sind. Sorry, aber gewählt wird ständig irgendwo. Glaubst du den langfristigen Standort einer Bundesbehörde wählt man wegen der Wahl in irgendeinem ostdeutschen Bundesland aus?

01.02.2019 23:18 nasowasaberauch 26

Nichts gegen eine neue Behörde, sie kostet zwar auch bloß wieder eine Menge Steuermittel, aber in diesen Zeiten der wachsenden Cyberkriminalität wohl nötig. Es ist wieder ein Zeichen, doch die erhoffte Magnetwirkung auf Handwerk und Mittelstand erschließt sich mir nicht. Ich habe den Eindruck, dass im Wahljahr krampfhaft nach Signalen gesucht wird, die die Botschaft transportieren sollen: Wir haben den Osten nicht vergessen.

01.02.2019 14:04 Axel 25

Es ist nur noch SAGENHAFT und ATEMBERAUBEND!

SAGENHAFT würden : "Bis 2023 ... rund 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen."
ATEMBERAUBENDE 200 Millionen Euro soll das Ganze kosten.

Ich möchte es NICHT MEHR VERSTEHEN!

01.02.2019 10:30 Mediator an Ekkehard Kohfeld(21) 24

Vielleicht lassen sie mal ihre persönlichen Animositäten beiseite und diskutieren über Fakten:

Ein Fakt ist der Föderalismus: Warum wohl haben wir auf Landesebene UND auf Bundesebene Behörden die ähnliches tun? Siehe Verfassungsschutz. Die Verfassung unseres Landes wurde bewusst so angelegt, dass es keine durchgängige Vermischung von Polizei, Geheimdiensten und Militär gibt und keine zentral organisierte Polizei.

Wenn sie im Cyberraum keine unterschiedlichen Aufgaben und vor allem Geheimhaltungsnotwendigkeiten zwischen Militär, Auslandsnachrichtendienst und BSI erkennen, dann sollten sie sich fachkundig machen.

Eine ganz banale rechtliche Frage wäre z.B. darf der Polizeibeamte eine ausländische IT-Infrastruktur angreifen und lähmen, oder ist das dann doch etwas, das eher Aufgabe des Militärs ist?

Ob eine Megabehörde effektiver ist als mehrere kleine, flexible und vor allem spezialisierte Dienste, darüber dürfen sie gerne mit mir streiten.

01.02.2019 10:08 kleinerfrontkaempfer 23

Herrschaftswissen und Resortdenken von Ämtern und Behörden kann man doch im Alltag jederzeit etdecken.
Ein Minister zofft sich (auch mal öffentlich) mit einem anderen.
Bsp. NSU jeder hat was u. weiß was, jeder hat was unter Verschluß. Geheimniskrämerei und Rumgeier.
Und nun halt noch ein Amt mehr für den Wasserkopf. Was weiß der Otto Normalverbraucher wieviel Ämter und Dienststellen mit unverfänglichen Namen, aber speziellen Aufgabenstellungen, es in diesem Land schon gibt?
Da ist die offizelle Übersicht sicher nicht komplett.

01.02.2019 09:28 Ekkehard Kohfeld 22

@ Broich 19 Sollen dort Mitarbeiter mit Können beschäftigt werden oder werden Aufträge an Fremdfirmen vergeben?##

Ich denke in Teilen von Fremdfirmen da kann man die Löhne besser drücken.Siehe Sicherheitspersonal an Flugplätzen Fachkräfte für Hungerlöhne.

01.02.2019 09:22 Ekkehard Kohfeld 21

@Mediator an Leibniz Junior(15) 16
Also ich verstehe deine Kritik nicht. Da wir kein Ministerium für alles haben gibt es eben auch keine Bundesbehörde die alles macht, was mit der Abwehr von Cyberbedrohungen zu tun hat.##

Ach Medi sie sollten mal zu Sachen schreiben von denen sie etwas mehr Ahnung haben,gibt es aber wohl keine.
Es gibt Behörden die Kümmern sich um alles Finanzamt um alle Steuern,Verteidigungsministerium um Krieg und Frieden,der zeit eher um Krieg.Polizei ist auch unterteilt in verschiedene Fachbereiche aber alles unter dem Begriff Polizei,aber die ganzen Begriffe und Zuweisungen ändert aber nichts an deren Tätigkeit.Und natürlich kennen sie diese Behörden alle persönlich und wissen was die tun.:-))))Ach ja das mit der Millitärkollone haben sie ja wohl inzwischen eingesehen,lang hat es gedauert.

01.02.2019 07:56 Klemmi 20

@Mediator: Ähm ja, die typischen Kriterien wie bei anderen Bundesbehörden: Hochschulstandort, entsprechende Infrastruktur. Hochschulstandorte gibt es in andern Regionen. Falls eine Fernzuganbindung maßgebend ist, warum sollen andere Regionen verzichten weil der Bund genau dieses Anliegen nicht in den Griff bekommt? Sie sollten sich mit den Unterschied zwischen Kritik und Nörgelei vertraut machen.

01.02.2019 06:22 Broich 19

Sollen dort Mitarbeiter mit Können beschäftigt werden oder werden Aufträge an Fremdfirmen vergeben?