Transplantationen in Deutschland Im Osten hohe Bereitschaft zur Organspende

Die Stiftung Organtransplantation hat Daten zur Transplantationsmedizin 2019 vorgelegt. Es gibt zwei Trends: Im Bundesvergleich ist die Spendenbereitschaft im Osten am höchsten. In Europa liegt Deutschland weit hinten.

Eine Hand hält drei Organspendeausweise.
Aktuell wird die Organspende in Deutschland vor allem über einen freiwilligen Organspendeausweis geregelt. Bildrechte: IMAGO

  • 2019 haben laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) bundesweit 932 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, 23 weniger als im Vorjahr. Ihnen wurden 2.995 Organe entnommen; im Vorjahr waren es 3.113.
  • Deutschland gehört der DSO zufolge mit einer Spenderrate von 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern.
  • Im Bundesvergleich liegen demnach Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen mit 14,9 Spendern je eine Million Einwohner an der Spitze.
  • Eine schriftliche Willensbekundung - zumeist über einen Organspendeausweis - liegt aktuell bei 15 Prozent der möglichen Organspender vor.
  • In rund 40 Prozent der Fälle entscheiden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. In etwa jedem fünften Fall entscheiden sie nach ihren eigenen Wertvorstellungen. Dabei ist die Ablehnung besonders hoch: 2019 waren 41 Prozent der Ablehnungen die alleinige Entscheidung von Angehörigen.
  • Etwa 9.500 Menschen stehen nach Informationen der Seite Organspende-Info.de in Deutschland auf der Warteliste für ein Spendenorgan.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2020 | 11:00 Uhr