Der html-Code für die Programmierung einer Internetseite ist auf dem Monitor eines Laptops zu sehen.
Um im Netz an sensible Daten zu gelangen, sind in vielen Fällen noch nicht einmal besondere Programmier-Kenntnisse notwendig. Bildrechte: dpa

Nach Datendiebstahl Datendieb soll Daten auch im Darknet gekauft haben

Der mutmaßliche Cyber-Kriminelle, der Datensätze Hunderter prominenter Politiker erbeutet und veröffentlicht hat, soll auch Daten im Darknet gekauft haben. Am Donnerstag befasst sich der Innenausschuss mit dem Fall.

Der html-Code für die Programmierung einer Internetseite ist auf dem Monitor eines Laptops zu sehen.
Um im Netz an sensible Daten zu gelangen, sind in vielen Fällen noch nicht einmal besondere Programmier-Kenntnisse notwendig. Bildrechte: dpa

Der Verdächtige im Fall Hunderter gestohlener Datensätze von Politikern hat offenbar nur einen Teil der Daten selbst erbeutet. Einen anderen hat der 20-Jährige möglicherweise im Darknet gekauft. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bestätigte der Zeitung, dass gegen den Beschuldigten daher auch wegen des Vorwurfs der Datenhehlerei ermittelt werde. Der Hacker war Anfang der Woche festgenommen worden. Er ist geständig und wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt.

Hacker wollte Menschen bloßstellen

Bei seiner Vernehmung sagte er nach Angaben des Bundeskriminalamtes, dass er Menschen habe "bloßstellen" wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe. Im Darknet habe der mutmaßliche Täter vor allem Social-Media-Logins der Opfer sowie Daten aus der Kommunikation aus sozialen Netzwerken gekauft.

Der Innenausschuss des Bundestags befasst sich am Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung mit dem Fall. Die Mitglieder wollen von Bundesinnenminister Horst Seehofer und von den Chefs der Sicherheitsbehörden vor allem wissen, wieso sie und andere Betroffene nicht früher über die Veröffentlichung der privaten Daten informiert wurden.

Mehrere Tage lang waren Handynummern und zum Teil auch private Chat-Verläufe im Netz für jedermann zu finden. Die Behördenvertreter sollen in der Sondersitzung des Ausschuss Rede und Antwort stehen.

Bürgermeisterin sieht Tat nicht so tragisch

Die Bürgermeisterin des hessischen Homberg - das ist der Heimatort des Verdächtigen - hat sich indes anerkennend zu dem mittlerweile prominenten Sohn der Stadt geäußert. "Es gibt einen gewissen Stolz, dass es jemand war, der von hier kommt", sagte Claudia Blum dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Claudia Blum, Bürgermeisterin von Homberg (Ohm) spricht vor TV-Teams und Journalisten.
Bildrechte: dpa

Es geht ja nicht um Mord und Totschlag.

Claudia Blum Bürgermeisterin Homberg (Ohm) in Hessen

Der mutmaßliche Täter habe der "Republik einen Spiegel vorgehalten". Der Vorfall solle alle wachrütteln, besser mit den eigenen Daten umzugehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Januar 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 13:33 Uhr