Blumen, Kerzen und eine Tageszeitung, die über den Unfall berichtet, haben Menschen an der Stelle abgelegt, an der am 06.09.2019 vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren.
Bei einem tödlichen Unfall in Berlin sind am Freitagabend vier Passanten tödlich verletzt worden, darunter ein drei Jahre altes Kind. Bildrechte: dpa

Nach tödlichem Unfall in Berlin Debatte über SUVs in Innenstädten

Nach dem schweren SUV-Unfall in Berlin mit vier toten Fußgängern wird über die Zulässigkeit von Geländewagen in Städten debattiert. Der Grünen-Bundestagsfraktionsvize Krischer fordert gar, die Zahl von SUVs zu begrenzen. Unterdessen gibt es neue Hinweise auf den Grund des Unfalls.

Blumen, Kerzen und eine Tageszeitung, die über den Unfall berichtet, haben Menschen an der Stelle abgelegt, an der am 06.09.2019 vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren.
Bei einem tödlichen Unfall in Berlin sind am Freitagabend vier Passanten tödlich verletzt worden, darunter ein drei Jahre altes Kind. Bildrechte: dpa

Nach einem schweren Verkehrsunfall mit einem Sportgeländewagen in Berlin hat der Grünen-Bundestagsfraktionsvize Oliver Krischer Einschränkungen für SUVs in Innenstädten gefordert. Krischer sagte dem "Tagesspiegel", man brauche eine Obergrenze für große SUVs in den Innenstädten. Am besten wäre eine bundesrechtliche Regelung, die es Kommunen erlaube, bestimmte Größenbegrenzungen zu erlassen.

Debatte über Pkw-Größe gefordert

Außerdem sprach sich Krischer für eine Debatte über die Größe der Autos in den Städten aus. "Die Autos brauchen immer breitere Parkplätze in Städten, wo der Raum immer knapper wird. Sie sind eine Gefahr gerade für Fußgänger und Radfahrer", sagte er. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, verlangte im "Tagesspiegel" eine City-Maut, die die Einfahrt in Städte für große Wagen teuer mache. Außerdem schlug er ein Parkverbot oder deutlich erhöhte SUV-Parkgebühren vor.

Immer mehr SUVs auf den Straßen

Sportgeländewagen sind ein seit Jahren wachsender Markt: Zwar machten die gut 3,1 Millionen SUVs zum 1. Januar 2019 nur 6,7 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Autos aus. Allerdings bilden sie nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes auch das am stärksten wachsende Pkw-Segment. Alleine im vergangenen Jahr wurden fast 20 Prozent mehr SUVs zugelassen - während sich die Zahl der neu angemeldeten Autos insgesamt nur um 1,3 Prozent erhöhte.

Polizei ermittelt nach Unfall wegen fahrlässiger Tötung

Hintergrund der Debatte ist ein Unfall in Berlin. Dort war ein Porsche Macan nach links von der Fahrbahn abgekommen und hatte vier Menschen sowie mehrere Poller und einen Ampelmast überfahren. Alle vier Opfer - ein drei Jahre altes Kind, ein 28- und 29-Jähriger und eine 64-Jährige - starben noch am Unfallort. Die Polizei ermittelt inzwischen wegen des Verdachtes auf fahrlässige Tötung.

Hinweise auf epileptischen Anfall

Inzwischen gibt es auch erste Hinweise auf den Grund des Unfalls. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, könnte der Fahrer einen epileptischen Anfall gehabt haben. Ein Sprecher der Polizei wollte das weder bestätigen noch dementieren. Die Polizei hatte nach dem Unfall mitgeteilt, dass es Hinweise auf einen medizinischen Notfall gegeben habe. Die Polizei will nun mit Hilfe der Krankenakte des Fahrers und einer Blutuntersuchung klären, ob er krank war und die Hinweise auf den Anfall stimmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. September 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 21:01 Uhr

57 Kommentare

Querdenker vor 13 Wochen

Der ADAC hat 2016 Notbremssysteme bzgl. Fußgänger getestet. Die Ergebnisse waren bei einigen Fahrzeugen relativ gut. Und wir haben jetzt 2019, die Systeme sind noch besser geworden.

siehe „adac Test Fußgänger Notbremsassistent 2016“

Anstatt nun die Hersteller zu verpflichten in teureren, größeren und schweren Fahrzeugen das verpflichtend einzubauen, haben wir eine ideologiegetriebene Diskussion durch die grüne „Verbotspartei“.

Für die Notbremssysteme sollte es zudem Qualitätsprüfungen und gesetzliche Mindestanforderungen geben.

Querdenker vor 13 Wochen

Instrumentalisierung eines Unfalles mit Toten durch Die Grünen, um Propaganda für die Ideologie der „Verkehrswende“ (starke Einschränkung Individualverkehr) zu verbreiten.

siehe „zeit SUV: Großes Auto, großes Risiko?“

Zitat: „Menschen, die von einem SUV getroffen werden, haben kein höheres Verletzungsrisiko als bei Zusammenstößen mit einem herkömmlichen Pkw. Laut der Auswertung wurden bei Kollisionen mit einem normalen Personenwagen gut 40 Prozent der Fußgänger und Fußgängerinnen schwer oder lebensbedrohlich verletzt. War der Unfallgegner ein SUV, waren es nur sieben Prozent mehr.“

Beim normalen PKW besteht ein höheres Risiko für Kopfverletzungen durch Aufprall auf der Windschutzscheibe bzw. dem Scheibenrahmen.

Chemnitzer vor 13 Wochen

Dazu verlautet in dieser Gesellschaft nichts. Nur in den alten utopischen Filmen war man früher weiter.Habe die Bilder vor Augen....Hat man aufgegeben?