Eine türkische Schülerin mit Kopftuch nimmt 2009 am Unterricht in einer Schule teil.
Österreichs Kopftuchverbot hat auch in Deutschland eine Debatte losgetreten, ob Kinder in der Grundschule ein Kopftuch tragen sollten. Bildrechte: dpa

Nach Beschluss in Österreich Debatte um Kopftuchverbot an Kitas und Grundschulen

Das beschlossene Kopftuchverbot an Grundschulen in Österreich hat auch in Deutschland eine Debatte über ein ähnliches Verbot losgetreten. Zustimmung für ein Verbot kommt unter anderem aus der Union von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Eine türkische Schülerin mit Kopftuch nimmt 2009 am Unterricht in einer Schule teil.
Österreichs Kopftuchverbot hat auch in Deutschland eine Debatte losgetreten, ob Kinder in der Grundschule ein Kopftuch tragen sollten. Bildrechte: dpa

Nach dem Beschluss des österreichischen Parlaments für ein Kopftuchverbot an Grundschulen sprechen sich auch Politiker in Deutschland für ein ähnliches Verbot aus. Besonders aus der Union häufen sich die Stimmen, die das Tragen von Kopftüchern an Kitas und Grundschulen verbieten wollen.

Das Kopftuch steht nicht für den Islam

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass das Kopftuch nichts mit Religion oder Religionsfreiheit zu tun habe. Das würden auch viele Muslime so sehen. Eine Debatte über ein mögliches Kopftuchverbot halte sie deshalb für berechtigt.

Annegret Kramp-Karrenbauer
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will eine Diskussion über ein mögliches Kopftuchverbot an Grundschulen und Kitas. Bildrechte: dpa

In einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Unionspolitiker wurde die Debatte angesichts "zunehmender Hilferufe aus der Lehrerschaft" als dringend erforderlich bezeichnet. Zusätzlich argumentierte der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wer einem Mädchen in der Schule vorschreiben wolle, ein Kopftuch zu tragen, grenze sie aus, stigmatisiere sie und verhindere eine gute Integration.

Ein Verbot hilft niemandem

Bundesjustizministerin Katarina Barley sprach sich in der "FAZ" gegen ein Kopftuchverbot aus. Mädchen müssten gestärkt werden, zu selbstbewussten und unabhängigen Frauen heranzuwachsen. Sie bezweifle, dass eine Verbotsdebatte dabei helfen könne.

Bodo Ramelow
Bodo Ramelow: "Jetzt ein bestimmtes Kleidungselement staatlicherseits zu verbieten, würde von den Muslimen nur als anti-muslimisch verstanden" Bildrechte: dpa

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sprach sich gegen ein Kopftuchverbot aus. Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte der Linke-Politiker, Kopfbedeckungen seien mal religiös, mal kulturell motiviert oder würden einfach nur Nützlichkeitserwägungen folgen. Jetzt ein bestimmtes Kleidungselement staatlicherseits zu verbieten, würde von den Muslimen nur als anti-muslimisch verstanden werden.

Laut der "FAZ" habe die nordrhein-westfälische Landesregierung in einem Gutachten die entwicklungspsychologischen und theologischen Aspekte prüfen lassen. Die Ergebnisse seien noch nicht ausgewertet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Mai 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2019, 11:16 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

69 Kommentare

20.05.2019 10:47 Klaus 69

@ { 20.05.2019 09:15 Bingo }
Das Kopftuch muss hier nicht eingeführt werden, das war schon lange vor den Besorgten da.
Und Kleidungsverbote wird es hier auch nicht geben, damit müssen die Besorgten auskommen oder eben auswandern. Wir brauchen weder Verbote noch Besorgte.

20.05.2019 10:43 Klaus 68

@ { 20.05.2019 08:48 der_Silvio }
In meinem Beitrag von 9:49 Uhr habe ich Ihnen das ausführlich erklärt. Ein Kopftuch hat nicht zwingend etwas mit dem Islam zu tun. Das Kopftch war schon lange vor dem Islam in Deutschland, aber einige Besorgte kennen sich da nicht so gut aus. Kann ich nachvollziehen, damals war das ja auch das Tal der Ahnungslosen, wo es kein Westfernsehen gab.
Jedenfalls lassen wir uns von den Besorgten nicht vorschreiben wie bei uns die Kleiderordnung auszusehen hat.

20.05.2019 10:26 007 / Mut zur Wahrheit! 67

@ Klaus ... Warum setzen sie sich vor lauter Ehrerbietung u Solidarität nicht auch ein Kopftuch auf?

Dieses zwanghafte- deutsche- subordinieren ja schon kriechen vor dem Islam, hat weiß Gott nichts mehr mit Toleranz u gesundem Menschenverstand zu tun.

So ein Verhalten ist für jeden intelligenten Bürger, der mit beidem Beinen selbstbewusst im Leben steht, unnatürlich - abnormal u deshalb abzulehnen ...

20.05.2019 10:14 Bernd L. 66

Klaus:
Wenn sie das Kopftuch nicht als Symbol des politischen Islam sehen wollen, dann empfehle ich ihnen einen Trip mit ihrer Frau nach Pakistan, Saudi-Arabien, Iran oder Aceh und ihre Frau trägt dort kein Kopftuch (Vorsicht, gefährlich). Danach sollten sie ihre Beiträge nochmal schreiben. Da Sie gegen Kleiderordnungen sind, hätten sie auch nichts gegen Naziuniformen bei Jugendlichen- ich habe aber etwas dagegen!
Wer unbedingt Kopftuch oder Burka tragen will, das ist kein Problem- es gibt 57 isl. Länder.

20.05.2019 09:49 Klaus 65

@ { 20.05.2019 07:14 Soccer }
Als ich noch in die 1. Klasse ging, da hatten die Buben gelbe Kappen und die Mädchen gelbe Kopftücher an, zumindest am Anfang. Das diente der Verkehrssicherheit, damit die kleinen Menschen von den Autofahrern auch gut gesehen werden, wenn die zwischen den Autos über die Straße laufen usw.
Und wenn man heute in den Kaufhäusern schaut, da gibt es auch jede Menge Kopftücher, fernab jeder Religion.
Von daher ist jegliches Kleidungsverbot abzulehnen, da stimme ich Ihnen vollkommen zu.
Wir brauchen keinen Verbotsstaat, da können die Besorgten machen was Sie wollen.
Und Österreich ist da kein Maßstab. Wenn ich mich richtig erinnere, da kam doch auch dieser komische Führer her. Den stelle ich mir gerade auch mit Kopftuch vor. :-))

20.05.2019 09:15 Bingo 64

Wenn man in einem Land wie Deutschland leben möchte ,führt man nicht hier Bräuche ein die einen aufgeklärten Mitteleuropäuern vorkommen, wie aus dem tiefsten Mittelalter. Meine Kinder jedenfalls kämen nicht in eine Grundschulklasse, wo das Kopftuch dazugehört.

20.05.2019 08:48 der_Silvio 63

@60 Klaus;
Wenn die Argumente ausgehen, kommt das lächerlich machen, was?
Das Kopftuch ist ein Zeichen für Abgrenzung - ein Zeichen in die Falsche Richtung wenn man integriert werden möchte, oder eben nicht...

20.05.2019 07:14 Soccer 62

überlast den Leuten ihre Kleiderwahl oder wollt Schuluniformen? 1975 waren ältere Lehrerinnen entsetzt als Supermini (oft nur wie breiter Gürtel) die Plagen sexy erscheinen ließen und Kerlen die augen aufrissen - Proteste hagelte es als Unterwäsche "vergessen" oder eingespart wurde - und - wir haben es genossen und ... scheen war die Zeit ... als Tanzboden Spiegelte ...

20.05.2019 00:57 Klaus 61

@ { 19.05.2019 18:29 Querdenker }
Ich bin weit davon entfernt linke Politiker zu verteidigen, aber da muss ich Bodo Ramelow recht geben.
Und außerdem, sollte jeder anziehen was er möchte. Ein Kleidungsverbot brauchen wir sicherlich nicht.
Aber so fing das mit den Besorgten damals auch an. Da kam ein Verbot nach dem anderen und am Ende war fasst alles verboten.
Eine solche Politik brauchen wir nicht.
Wer auf Verbote steht, der kann sich ja alles selbst verbieten. Wir brauchen so etwas nicht und das wird auch keine Mehrheit finden.

20.05.2019 00:49 Klaus 60

@ { 19.05.2019 11:43 Theophanu }
Das mit den Mehrfachehen haben Sie falsch verstanden. Ihnen dies genauer zu erklären wäre allerdings am Thema vorbei.
Bezüglich Kopftuch und Islam. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass meine Oma eine verkappte Islamistin sein könnte. Aber die SA mit dem Kopftuch finde ich mindestens genauso lustig. Über unsere Besorgten kann man schon gut lachen, die stelle ich mir gerade auch mit Kopftuch vor.
Aber wenn unsere Besorgten kein wichtigeres Thema haben, dann kann es ja nicht so schlimm sein.
Und wie ist es mit dem Kopftuchverbot, wenn bei Fastnacht die Kids mit einem Piratenkostüm in die Schule kommen. Bekommen die das dann auch abgenommen? Sind Sie wirklich der Meinung, dass ein Kopftuch immer etwas mit dem Islam zu tun hat?
Ich bin nur froh, dass ich kein Besorgter bin. :-))