Nach dem rechtsextremen Terroranschlag mit zwei Toten in Halle an der Saale gedachten am Sonntag 13.10.19 etwa 7.000 Menschen mit einer Demonstration in Berlin der Opfer. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle am vergangenen Mittwoch mache fassungslos und wuetend hiess im Aufruf des Buendnisses unteilbar.
Organisiert wurden die Proteste in Berlin von der Initiative "#Unteilbar". Bildrechte: dpa

Nach Anschlag in Halle Tausende demonstrieren gegen Rechts und Antisemitismus

In mehreren deutschen Städten sind am Sonntagnachmittag Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu demonstrieren. Unter anderem wurde in Berlin und Halle protestiert. Anlass war der Terroranschlag in der Saalestadt am Mittwoch.

Nach dem rechtsextremen Terroranschlag mit zwei Toten in Halle an der Saale gedachten am Sonntag 13.10.19 etwa 7.000 Menschen mit einer Demonstration in Berlin der Opfer. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle am vergangenen Mittwoch mache fassungslos und wuetend hiess im Aufruf des Buendnisses unteilbar.
Organisiert wurden die Proteste in Berlin von der Initiative "#Unteilbar". Bildrechte: dpa

Nach dem Terroranschlag in Halle haben am Sonntag in Berlin mehrere tausend Menschen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus protestiert. Die Veranstalter sprachen von rund 16.000 Teilnehmern, die Polizei von mindestens 8.000.

Für eine unteilbare Gesellschaft

Organisiert wurde der Protest von der Initiative "#Unteilbar". Die Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie "Rechter Terror bedroht unsere Gesellschaft" oder "Antisemitismus tötet. Rassismus tötet".

Nach dem rechtsextremen Terroranschlag mit zwei Toten in Halle an der Saale gedachten am Sonntag 13.10.19 etwa 7.000 Menschen mit einer Demonstration in Berlin der Opfer. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle am vergangenen Mittwoch mache fassungslos und wuetend hiess im Aufruf des Buendnisses unteilbar.
Die Teilnehmer zogen zur Neuen Synagoge. Bildrechte: dpa

Bei einer Kundgebung am Bebelplatz nahe der Humboldt-Universität wurde immer wieder angeprangert, dass in Halle von einem Einzeltäter die Rede sei und das gesamtgesellschaftliche Problem von Rechtsextremismus und Rassismus nicht erkannt werde.

Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlags zog der Protestzug zur Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße.

Prominente Unterstützer

Unter den Teilnehmern waren auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, der Berliner Bischof Markus Dröge und mehrere Politiker der Linkspartei, unter anderem Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Zur Teilnahme an der Demo hatte unter anderem Musiker Udo Lindenberg aufgerufen. Bei Facebook schrieb er am Sonntag: "halle... wir stehen immer noch unter schock, doch lassen uns davon nicht lähmen. (...) wir stehen solidarisch und unteilbar zusammen."

Demo auch in Halle

Auch in Halle selbst gab es am Sonntag eine Demonstration gegen Antisemitismus und Rassismus. Ziel des Demonstrationszugs war der Dönerimbiss, in dem am Mittwoch ein Mann erschossen wurde. Die Initiative "Halle gegen Rechts" sprach von 2.000 Teilnehmern, die Polizei von rund 1.400 Menschen.

Terroranschlag am Mittwoch

Am Mittwoch hatte ein schwer bewaffneter 27-Jähriger versucht, in eine Synagoge in Halle einzudringen. Als das misslang, erschoss er zwei Menschen und verletzte auf seiner Flucht zwei weitere. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Er hat antisemitische und rechtsextremistische Motive bestätigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 13. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2019, 18:16 Uhr