Berlin und Köln Doppel-Demo für schnellen Kohleausstieg

Zehntausende Menschen haben in Berlin und Köln für mehr Klimaschutz demonstriert. Umweltverbände und andere Nichtregierungsorganisationen riefen die Bundesregierung auf, schnell aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Teilnehmer der Demonstration "Kohle Stoppen - Klimaschutz jetzt" zeigen auf einem  Aufsteller der ein Kohlekraftwerk auf dem Globus darstellt, das Gesicht von Bundeskanzlerin Merkel. Die Demonstration findet am Kanzleramt statt.
Angela Merkel galt lange als "Klimakanzlerin" - inzwischen nennen Kritiker sie "Kohlekanzlerin". Bildrechte: dpa

In Berlin haben am Sonnabend rund 15.000 Menschen einen schnellen Kohle-Ausstieg gefordert. Der Demonstrationszug zog zum Berliner Kanzleramt und rief die Politik zu mehr Anstrengungen für den Klimaschutz auf. In Köln protestierten nach Veranstalterangaben etwa 20.000 Menschen an der Deutzer Werft.  

Die Polizei nannte niedrigere Teilnehmerzahlen, sie sprach in Berlin von "über 5.000" Menschen vor dem Kanzleramt, in Köln von "10.000 bis 12.000" Demonstranten.

 

Mehrere tausend Teilnehmer protestieren bei einer Demonstration von Umweltschützern.
"Keine Kohle für die Kohle" stand in Köln auf Transparenten, außerdem forderten die Demonstranten die Rettung des Hambacher Forsts. Bildrechte: dpa

Das Veranstalterbündnis kritisierte die Bundesregierung. Nachdem diese die Verhandlungen der Kohlekommission ins kommende Jahr verschoben habe, stehe sie nun in Kattowitz "mit leeren Händen da", erklärten die Organisationen. Die Leiterin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, sagte angesichts der Debatte um den Kohleausstieg, Deutschland sei derzeit fast das wichtigste Land für den Klimaschutz.

Die Bundesregierung hat das Klimaziel 2020 aufgegeben, obwohl sie es durch entschlossenes Handeln noch erreichen könnte.

Bündnis für Kohleausstieg bis 2030

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2018, 19:55 Uhr

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24 Kommentare

03.12.2018 14:46 nasowasaberauch 24

Was ist der deutsche Ausstieg aus der Braunkohle für das Weltklima wert? Wahrscheinlich 0, nix. Deutschland ist mit 2,3% an der globalen CO2 Emission beteiligt. Die aufstrebenden Schwellenländer sind das Problem und die Tendenz aller übrigen Länder, außer den Industrieländern, zeigt ebenfals nach oben. In Deutschland bläst eine Lobby den Kohleausstieg auf, als ob davon allein die Rettung der Welt abhängt. Der Ausstieg aus der Braunkohle wird schon wegen dem Raubbau an der Landschaft kommen, aber es wird wohl noch min. bis in das Jahrzehnt ab 2030 dauern, wenn es geordnet ablaufen soll.

02.12.2018 20:40 Bernd L. 23

Tausende demonstrieren in Deutschland für unsichere und teuerere Stromversorgung , vor einiger Zeit: tausende demonstrierten dafür, dass kriminelle Migranten hier bleiben dürfen- was ist da wo schief gelaufen? Sollte man das nichtmal psychologisch untersuchen lassen?

02.12.2018 20:11 Frank 22

Die Nutzung fossiler Brennstoffe sind nur ein Teil des Problems. Liegen die Ursachen des zu beobachtenden Klimawandels nicht auch oder gerade in der globalisierten Wirtschaft. Den global agierenden Märkten. Waren werden billig z.B. in China produziert und um die halbe Welt mit Containerschiffen mit Dieselantrieb oder Frachtflugzeugen um die halbe Welt transportiert. Obst wird im Winter aus Südafrika oder Chile bis nach Europa transportiert. Wurde eigentlich schon einmal errechnet, wie viele Schadstoffe mit dieser tollen logistischen Leistung in die Atmosphäre geblasen werden. Flughafen Halle/Leipzig soll vergrößert werden, um noch mehr Frachtflugzeuge abzufertigen. Digitalisierung und Industrie 4.0 wird noch mehr Energie verbrauchen. Zum Vorhalten von Videos benötigen YouTube Serverfarmen den Jahresstromverbrauch einer Großstadt. Das sind nur ein paar Probleme, von denen aber nur selten oder gar nicht gesprochen wird.

02.12.2018 19:47 Ulf 21

Sicher ist man bereits jetzt so weit, dass man auf einige Kohlekraftwerke verzichten kann, ohne dass es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommt. Es muss eben der Wille da sein. Ferner kann man durch Stromsparen auch viel erreichen. Leider leben wir aber in einem Land der Energieverschwendung.

02.12.2018 18:38 Frank 20

@ 17: Was nur wenn Klärchen und Wind streiken? Wo nehmen Sie dann den Strom her: Die Speicherung in Zeiten des Überschusses im großen Stil ist nicht geklärt. Da greifen die linksgrünen Träumer auf Atomstrom aus Frankreich zurück und das Licht strahlt? Der Strom kommtfür Ihresgleichen ja aus der Steckdose.. Merken Sie nicht selbst, dass Sie völlig sinnfrei und losgelöst von den tatsächlichen Gegebenheiten lebensfremd palavern? Die Energiewende kann man nicht per Order Mufti verordnen, ohne die technischen Voraussetzungen geschaffen zu haben, Sie Träumer! Auf Grund der ungelösten technischen Probleme wird das hiesige Stromnetz regelmäßig auf Kante gefahren. Wissen Träumer wie Sie natürlich nicht.

02.12.2018 18:26 Frank 19

Deutschland ist also zur Zeit das wichtigste Land für den Klimaschutz. Es ist schon etwas merkwürdig, dass ausgerechnet die Grünen auf die nationale Karte setzen. Vielleicht erinnern wir uns noch an die Diskussionen zum UN Migrationspakt. Da argumentierten u.a. genau diese Grünen, dass Migration kein Land allein lösen kann. Migration eine globale Aufgabe sei. Und hier ist man plötzlich der Meinung, wenn Deutschland den Vorreiter in Sachen Klimaschutz spielt, kann das Weltklima gerettet werden. Der polnische Umweltminister hat vor einigen Tagen auf einer öffentlichen Veranstaltung davon gesprochen, das Polen voraussichtlich bis 2050 auf fossile Brenstoffe setzen wird. Nach der Demo geht man dann in sein kleines Ökocaffee und wählt sich ins Internet ein, um sich via YouTube die eigenen Demovideos anzuschauen, die auf Serverfarmen liegen, die den Verbrauch einer deutsche Großstadt haben. Toll.

02.12.2018 16:35 frank d 18

@Peter, ja das haben sie aber sehr schön aufgeschrieben klingt wie immer bei Sozialistischen Plänen auf den ersten Blick interessant. Nur wenn sie dazu erwähnen das trotz dieser neuen Super Energie aus erneuerbaren Quellen kein einziges Gramm CO² eingespart wurde. im Gegenteil dieser Klimaschutz verbraucht eine Menge Ressourcen. Also wenn sie den Anteil ihrer Tollen Erneuerbaren auf 60% steigern, dann steigen die CO² Emissionen zusätzlich gibt's dann keine Vögel mehr!
sapere aude

02.12.2018 15:33 Peter 17

Wenn man sich die Veränderung des Strommix in den letzten 10 Jahren ansieht, wird deutlich, dass die erneuerbaren Energien schon bald dafür sorgen werden, dass die Stromerzeugung aus Braunkohle schon bald entbehrlich sein wird.
2007 hatten die Erneuerbaren einen Anteil von 14%, 2017 bereits 33%.
Die Braunkehle hatte vor 10 Jahren noch einen Anteil von 35%, heute sind´s nur noch 22%.
Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass ein Kohleausstieg in den nächsten 15 Jahren realistisch machbar ist.

02.12.2018 11:10 frank d 16

warum gehen denn alle diese Verbalmoralartisten nicht mit bestem Beispiel voran? ab aufs Land und auf der eigenen Scholle pflanzen anbauen und nur bei Tageslicht verzehren. fahrt doch einfach mal den eigenen Energiebedarf herunter so als Vorbilder, aber nönö denn all diese bestenmenschenallerzeiten haben persönlich einen oft sehr ambitionierten Lebensstandard insbesondere wenn man diesen in Bezug zu den eigenen Leistungen setzt. Aber hauptamtliche Weltenretter haben schon immer die aller größten Katastrophen verursacht. Nur die Medienschaffenden lernen halt nix dazu fallen immer wieder auf die Sirenengesänge herein. sie retten die Welt jeden tag mehrmals was für Helden, ungefähr genau so schlau wie ein Doppeldemo! wie ist das gemeint? also ich gehe zu einer Demo und war auf zwei? Oder zähen jetzt die Teilnehmer doppelt? aber warum ist das kein Aufmarsch?

02.12.2018 10:47 frank d 15

Also wir sollten diese Klimakirchenanhänger tatsächlich beim Wort nehmen. Wir sollten als allererstes all die Aktivitäten einstellen von denen diese Verbalmoralartisten leben. All die Millionen welche die NGOs aus den Steuersäcken bekommen, das hat alles Emissionen zur Folge gehabt. alles einsparen auch Demos und Klimakonferenzen jedes Jahr mit 20.000 Teilnehmern das verursacht immense Emissionen, seltsam das diese Intellektuellen Minder Leister das nicht auf dem Schirm haben allerdings leben sie hervorragend von der Klimawandelhysterie wo
doch Angst schüren so dolle bäh ist. Sollen all diese Aktivisten denn sonst arbeiten? etwa im Handwerk oder im Supermarkt Mon Dieu
früher nannte man solche Menschen Pharisäer heute kennen die das Wort gar nicht mehr