Eine Niederlassung von Thomas Cook im Zentrum von London.
Bisher galt der Reisestopp bis Ende 2019 - doch auch danach können Reisen aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Insolvenz Thomas Cook sagt Reisen für 2020 ab

Hunderttausende Kunden haben bereits bei der deutschen Thomas Cook ihren Urlaub für das kommende Jahr gebucht. Nun steht fest: die Reisen können nicht stattfinden. Der insolvente Konzern weitete seinen Reisestopp auf 2020 aus.

Eine Niederlassung von Thomas Cook im Zentrum von London.
Bisher galt der Reisestopp bis Ende 2019 - doch auch danach können Reisen aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Der insolvente deutsche Konzern Thomas Cook hat seinen Reisestopp ausgeweitet. Auch Reisen ab dem 1. Januar 2020 könnten aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden, teilte das Unternehmen mit. Das gelte unabhängig davon, ob Kunden bereits ganz oder teilweise gezahlt hätten. Bisher galt der Reisestopp bis Ende Dezember 2019.

Der Konzern erklärte, es gebe bislang kein belastbares Angebot, um das Unternehmen als Ganzes oder das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH fortzuführen. Aus rechtlichen Gründen werde daher die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereitet.

Reisestopp betriff etwa 660.000 Urlauber

Abgesagt werden damit Pauschalreisen der Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie Thomas Cook International. Konkrete Angebote gebe es für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, hieß es. Trotzdem könne nicht gewährleistet werden, dass die gebuchten Reisen stattfinden können.

Früheren Angaben zufolge hatten bis September 2020 etwa 660.000 Urlauber gebucht. Die von der Insolvenz betroffenen Kunden sollen ab Dezember entschädigt werden. Nach derzeitigem Stand dürften sie aber nur einen Teil ihres Geldes zurückbekommen: Die deutsche Thomas Cook war nur bis 110 Millionen Euro beim Versicherer Zurich versichert. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren 140.000 Reisende unterwegs, zudem hatten zahlreiche Kunden ihren Urlaub schon im Vorfeld teilweise oder vollständig bezahlt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. November 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 18:29 Uhr