Corona-Krise Deutschland geht in den Ruhezustand

Nachdem Schulen und Kitas geschlossen worden sind, werden weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland heruntergefahren: Restaurants, Sportstätten und Spielplätze sollen zu bleiben.

Nach der weiteren Verschärfung des Maßnahmenkatalogs zur Eindämmung der Coronavirus-Infektion in Berlin durch den Senat ist der Pariser Platz am Brandenburger Tor fast menschenleer.
Sonst wimmelt es hier von Touristen: Das Brandenburger Tor und der Pariser Platz in Berlin. Bildrechte: dpa

Das öffentliche Leben in Deutschland soll wegen des Coronavirus drastisch eingeschränkt werden. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt gab, vereinbarte die Bundesregierung mit den Ländern einen entsprechenden Maßnahmen-Plan.

Geschäfte, die noch offen bleiben

Demnach sollen zeitnah zahlreiche Geschäfte geschlossen werden. Ausdrücklich nicht geschlossen werden


  • Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte,
  • Abhol- und Liefermärkte,
  • Apotheken, Sanitätshäuser und Drogerien
  • Tankstellen,
  • Banken,
  • Poststellen,
  • Frisöre,
  • Waschsalons,
  • Zeitungsverkauf,
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte
  • Großhandel.

Für diese Bereiche soll das Verbot, sonntags zu öffnen, bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden.

Freizeiteinrichtungen müssen für Publikumsverkehr schließen

  • Spielplätze,
  • Sportstätten wie Schwimmhallen und Fitnessstudios,
  • Bars, Clubs und Kneipen,
  • Theater, Opernhäuser und Museen,
  • Messen, Ausstellungen,
  • Kinos, Zoos, Freizeitparks, Anbieter weiterer Freizeitaktivitäten
  • Spielbanken und Bordelle.

Merkel erklärte, die Umsetzung obliege den Ländern und Kommunen.

Merkel: Keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland

Merkel erklärte, die Deutschen sollten keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen. Übernachtungsangebote sollen nur zu "notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken" genutzt werden.

Einschränkung von Gastronomie und Gottesdiensten

Restaurants sollen geöffnet bleiben dürfen. Gastronomische Betriebe sollen allerdings frühestens 6 Uhr öffnen dürfen und spätestens 18 Uhr schließen müssen. Für Gaststätten, Kantinen und Mensen soll das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus durch eine Abstandsregelung für Tische sowie einer Reglementierung der Besucherzahl verringert werden.

Bis auf Weiteres verboten werden sollen außerdem Gottesdienste und andere Veranstaltungen in Gotteshäusern, Treffen in Vereinen sowie Busreisen.

Besuchsregeln für Krankenhäuser und Heime

Für Krankenhäuser, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sowie für Pflegeheime sollen laut der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern Besuchsregelungen erlassen werden.

Umsetzung Sache der Länder

Ab wann und wie lange die Einschränkungen gelten, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Umsetzung des gemeinsamen Maßnahmenkatalogs ist Sache der Länder. Thüringen kündigte an, ab Mittwoch trete ein entsprechender Erlass in Kraft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2020 | 16:30 Uhr