Alexander Gerst und Angela Merkel stehen 2016 neben der Raumkapsel Orion.
Deutschlands Vorzeigeastronaut Alexander Gerst mit Kanzlerin Angela Merkel neben der Mond-Raumkapsel Orion. Bildrechte: dpa

Verkehrsregeln im All Bundeswirtschaftsministerium plant Weltraumgesetz

Die kommerzielle Raumfahrt boomt. Auch deutsche Unternehmen wollen auf den Mond und im All forschen. Doch im Unterschied zu vielen anderen Ländern hat Deutschland nicht einmal ein Weltraumgesetz. Das soll sich nun ändern.

von Marcel Roth, MDR AKTUELL

Alexander Gerst und Angela Merkel stehen 2016 neben der Raumkapsel Orion.
Deutschlands Vorzeigeastronaut Alexander Gerst mit Kanzlerin Angela Merkel neben der Mond-Raumkapsel Orion. Bildrechte: dpa

Zwei deutsche Rover der Berliner Firma PTScientists sollen in zwei Jahren auf dem Mond landen. Der Platz auf einer Falcon-9-Rakete des US-Unternehmen SpaceX ist bereits gebucht und PTScientists baut auch eine eigene Mondlandefähre.

Alles wird klappen, sagt Andreas Schepers von PTScientists, aber falls nicht, könnte es rechtlich gesehen heikel werden. Schepers erklärt, aktuell hafte das Land, das einen Satelliten ins All gebracht hat, für den Weltraumschrott oder mögliche Schäden. Doch was ist mit privaten Missionen?

Wir zum Beispiel als PTScientist möchten zum Mond. Und aktuell ist es schwierig, weil es eigentlich gar nicht vorgesehen ist, dass ein privates Unternehmen zum Mond fliegt.

Andreas Schepers von PTScientists

Selbst Peru und die Mongolei sind weiter

Denn anders als die Raumfahrtnationen USA oder Frankreich hat Deutschland kein Weltraumgesetz. Selbst Luxemburg, Peru und die Mongolei haben eines. An einem solchen Gesetz wird derzeit gearbeitet. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium teilt auf Anfrage von MDR AKTUELL mit, dass es in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode einen Entwurf vorlegen will. Es schreibt:

Nationale, nicht-staatliche Weltraumaktivitäten werden künftig bestimmte Vorgaben für Betrieb und Sicherheit erfüllen müssen und einer entsprechenden Genehmigung bedürfen.

Bundeswirtschaftsministerium

Verkehrsregeln im All

Europas einziger Raketenbauer – die Ariane Group – begrüßt das Vorhaben. Sprecher Andreas Hoerkens hofft auf ein möglichst schlankes Gesetz, das die Raumfahrt fördert und nicht behindert. Denn es sei klar, dass Raumfahrtaktivitäten in den kommenden Jahren drastisch zunehmen werden.

"Es muss in unserer aller Interesse sein, frühzeitig eine Art Straßenverkehrsordnung für den Weltraum zu schaffen und ein ähnliches Ziel könnte ein Weltraumgesetz verfolgen, das den Unternehmen und Akteuren stabile Rahmenbedingungen für Weltraumaktivitäten gibt, bspw. Haftungsobergrenzen".

Ab welcher Schadenssumme soll der Staat haften?

Ariane-Sprecher Hoerkens schlägt vor, dass deutsche Raumfahrtfirmen mit maximal 60 Millionen Euro für mögliche Schäden haften. Darüber hinaus solle der Staat einspringen. So wie in Frankreich.

Ob diese Haftungszahlen auch für Deutschland sinnvoll sind, möchte Andreas Lämmel noch nicht bewerten. Er ist CDU-Bundestagsabgeordneter aus Dresden und sitzt im Wirtschaftsausschuss, der auch für Raumfahrtfragen zuständig ist. Aber auch Lämmel befürwortet ein Weltraumgesetz

Andreas Lämmel
CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lämmel. Bildrechte: dpa

Es ist dringend wichtig, diese Gesetzeslücke zu schließen. Es sind wesentlich mehr Spieler im Weltraum unterwegs, auch viele private Akteure, so dass man die Sicherheits- und Haftungsdinge regeln sollte.

PTScientists aus Berlin jedenfalls plant schon über ihre erste Mondlandung 2021 hinaus. Die Firma will alle zwei Jahre auf den Mond und dort eine Infrastruktur aufbauen: ein Kommunikationsnetz zum Beispiel. Es gibt sogar die Idee, die Mondoberfläche zu planieren, damit Raumfahrzeuge besser landen können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juli 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2019, 10:27 Uhr

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16 Kommentare

17.07.2019 18:03 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 16

@ Mane 15
Die sollen die Erde in Ordnung bringen! Sind alle krank.
##
Da schaffen sie doch nicht mal mit dem eigenen Land
deshalb versucht man was anderes.(Ablenkungsmanöver)

16.07.2019 19:24 Mane 15

Die sollen die Erde in Ordnung bringen! Sind alle krank.

16.07.2019 18:25 colditzer 14

"Ariane-Sprecher Hoerkens schlägt vor, dass deutsche Raumfahrtfirmen mit maximal 60 Millionen Euro für mögliche Schäden haften. Darüber hinaus solle der Staat einspringen."

Sind die Schäden größer als 60 Milionen Euro haftet der Staat.
Ja, so ist das bei der Profitmacherei der Industrie.
Geht es schief, der Steuerzahler ist für alles gut.
Außerdem, auf der Erde geht es drunter und drüber und nun hat man auch den Kosmos inklusive Planeten zur Verdreckung erkoren.
Die Obrigkeit wird nie schlau.

16.07.2019 16:49 Auf der Sonnenseite des Lebens 13

ich bewerbe mich gleich mal als
Sternen-Schiff-Polizist.

16.07.2019 16:08 Rumsdibums 12

Ich habe den rechtsfreien Weltraum bisher sehr genossen.
Das ist nun vorbei, arghh....
Ist für den Weltraumverkehr dann Herr Scheuer zuständig?

16.07.2019 15:17 Fragender Rentner 11

Zitat von Oben: Bundeswirtschaftsministerium plant Weltraumgesetz

Wow, die dürfen jetzt schon Gesetze für die Welt und den Weltraum machen?

Wer wird sich da wohl alles daran halten?

Wie bei den vielen Beschlüssen der Klimakonferenzen ???

16.07.2019 14:24 Arthur 10

wir sind ja dleider nicht mehr die jüngsten aber nunmehr finden wir es sehr stark D. ist ein totales Irrenhaus geworden mit all die Miststände die es s. der Merkel gibt am schlimmsten noch mit von 2 0 1 5 , anders kann man es wirklich nicht mehr bewerten als anständige Bürger die sich haben nie was zuschulden kommen lassen MDR !

16.07.2019 13:56 REXt 9

Kann Gerst die Dame nicht auf eine längere Reise mitnehmen?

16.07.2019 13:45 Arthur 8

sehr gut finden wir diese Idee die sollten dann sämtliche nichtsbringenden Politker mit nehmen in den Weltraum ansonstem kann man es vergessen, außer Geld nichts gewesen !

16.07.2019 13:13 Mane 7

Bringt das Land in Ordnung,bevor es auf den Mond geht.