Elektronische Patientenakte Bundestag für Digitalisierung des Gesundheitswesens

Der Bundestag hat der Digitalisierung des Gesundheitswesens zugestimmt. Neben elektronischen Rezepten sollen damit auch Patientenakten digital angelegt werden können. Das Gesetz wird breit begrüßt – trotz vieler Fragen zum Datenschutz.

Eine Ärztin spricht mit einem Patienten.
Mit der elektronischen Krankenakte können alle behandelnden Ärzte Einblick in die Daten des Patienten bekommen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Der Bundestag hat für die Digitalisierung des Gesundheitswesens gestimmt. Patienten können mit dem neuen Gesetz zukünftig elektronische Rezepte auf dem Smartphone in der Apotheke einlösen. Außerdem sollen Ärzte Zugriff auf elektronische Patientenakten bekommen.

Von Impfausweis bis Mutterpass

Neben Befunden sollen beispielsweise auch Röntgenbilder, Impfausweis oder Mutterpass digital vorliegen. Grundsätzlich festgelegt ist, dass alle Versicherten ab 1. Januar 2021 von der Krankenkasse eine E-Akte zur freiwilligen Nutzung angeboten bekommen sollen.

Vor der Abstimmung hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch einmal für seinen Gesetzentwurf geworben. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Digitalisierung und dabei Anwendungen wie Online-Sprechstunden oder digitale Labormeldungen den Alltag erleichtern könnten. Zugleich sicherte Spahn einen Datenschutz "auf höchstem Niveau" zu.

Datenschutz "unausgereift"

Gegen das Gesetz stimmte AfD, FDP und Linke. FDP und Linke kritisierten unter anderem, dass zum Start der elektronischen Patientenakte Versicherte nur entscheiden können, ob alle Daten oder gar keine in die Akte kommen. Die Möglichkeit darüber im Einzelfall zu entscheiden, sollen sie erst später bekommen. Datenschutz und Selbstbestimmung müssten "immer an oberster Stelle stehen", sagte die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus. Der Linken-Abgeordnete Achim Kessler sprach von einer "unausgereiften elektronischen Patientenakte".

Breiter Zuspruch für E-Akte

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) glaubt, dass besonders durch die elektronische Patientenakte das Thema Digitalisierung für die Versicherten greifbar werden.

Laut einer Umfrage des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller befürworten fast drei Viertel der Deutschen die elektronische Patientenakte. 64 Prozent sind der Umfrage zufolge der Meinung, dass alle behandelnden Ärzte Einblicke in die Patientendaten erhalten sollten. 27 Prozent sehen allerdings die Digitalisierung der Patientendaten kritisch, da sie das Missbrauchspotentiel für zu hoch halten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juli 2020 | 10:10 Uhr

10 Kommentare

Les joueurs d echecs vor 5 Wochen

wow in so kurzer Zeit so viel durch Bundestag und Bundesrat gebracht - Daumen hoch und vllt. gibt es Prämie für Nachtsitzungen oder hält Präsidium durch "Hammelsprung" die Leute wach?

THOMAS H vor 5 Wochen

ElBuffo: Mit der Versicherten(Gesundheits-)karte bin ich gut klargekommen, da ich damit Zugang zu den notwendigen Ärzten (aus krankheitsbedingten Gründen mehrmals im Jahr notwendig) hatte und habe. Das einzige was nicht möglich ist, das meine Daten (z. B. Untersuchungsergebnisse, Medikamente usw) darauf gespeichert werden, so daß ich bei jedem Arzt um die schriftliche (in Papierform) Zusendung bitten muß, um diese bei anderen Ärzten dann vorlegen zu können. Für mich gehören auf diese Karte alle relevanten Daten (Blutgruppe, Erkrankungen, Medikamente, Organspender ja oder nein) usw), so daß diese jederzeit für die Befugten (z. B. Rettungsdienst) ersichtlich sind.

Strafrechts-Profit-eur: Ihre Zeilen kann ich nicht kommentieren, da sie Verschwörungstheorien gleichkommen und für mich nicht nachvollziehbar von Ihnen erklärt wurden.

Kiel_oben vor 5 Wochen

boa warum sollte jemand sowas machen? Verfolgungswahn? Bundesrepublik Deutschland einen rückwärtsgewandter Mittelalterstaat nennen zeugt von Bildungsarmut. Weltweit wird Deutschland geachtet und hier ... ach auf so billiges Niveau klettere ich nicht runter ^^