Drogen- und Suchtbericht 2019 Fast 1.300 Drogentote im vergangenen Jahr

Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Crystal und Amphetamine haben letztes Jahr fast 1.300 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das geht aus dem aktuellen Drogenbericht der Bundesegierung hervor. Noch weit mehr Menschen starben allerdings an den Folgen des Konsums legaler Drogen wie Alkohol und Tabak.

Ein Mensch simuliert mit einem aufgerollten 20-Euro-Schein und weißem Pulver auf einem Spiegel das Konsumieren von Drogen
Kokain, Heroin und Co. haben 2018 fast 1.300 Menschen das Leben gekostet. Bildrechte: Colourbox.de

In Deutschland sind im letzten Jahr fast 1.300 Menschen durch Drogenkonsum gestorben. Das geht aus dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, hervor.

Wert in etwa konstant

Konkret waren es 1.276 Drogentote, vier mehr als im Vorjahr. Die Zahlen stammen vom Bundeskriminalamt, das die Todesfälle registriert, die ihm aus den einzelnen Bundesländern gemeldet werden.

Symbolbild: Crystal Meth
Das Metamphetamin Crystal. Bildrechte: IMAGO

Gezählt werden dabei alle Todesfälle, die durch Vergiftungen durch Drogen zustande kamen, aber auch Suizide, Langzeitfolgeerkrankungen wie Hepatitis C und Unfälle, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum stehen.

Die meisten der Todesfälle waren demnach auf den Konsum von Opioiden oder Opiaten wie Heroin und Morphin zurückzuführen, gefolgt von anderen illegalen Substanzen wie Kokain, Crack, (Meth-)Amphetaminen und psychoaktiven Medikamenten. Das Durchschnittsalter der Toten lag bei 38 Jahren (Frauen) beziehungsweise 38,6 Jahren (Männer).

Cannabis am häufigsten konsumierte illegale Droge

Die am weitesten verbreitete illegale Droge bleibt Cannabis. Von den befragten Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren gaben 31,9 Prozent an, schon einmal Cannabis geraucht, gegessen oder getrunken zu haben. Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren waren es 9,6 Prozent.

Daniela Ludwig (CSU), Bundestagsabgeordnete
Ludwig will einen Dialog über die Teilfreigabe von Cannabis. Bildrechte: dpa

Die Drogenbeauftragte Ludwig zeigte sich bei der Vorstellung des Suchtberichts offen für Gespräche für eine Teilfreigabe von Cannabis. Die CSU-Politikerin sagte, das Thema treibe viele Menschen um. Daher werde sie den Dialog mit Befürwortern und Gegnern einer Teilfreigabe suchen. Unter anderem wolle sie sich über die Erfahrungen Österreichs erkundigen, wo Kleinstmengen Cannabis für den Eigenbedarf mit einem speziellen Wert der Inhaltsstoffe THC und CBD erlaubt sind.

Gleichzeitig betonte sie: "Cannabis ist nicht nur ein Kraut, sondern kann auch gefährlich sein." In Deutschland sind der Besitz und Konsum von Cannabis verboten - außer, der Wirkstoff wurde ärztlich verordnet.

120.000 Tote allein durchs Rauchen

Die legalen Drogen wie Alkohol und Tabak sind allerdings für weit mehr Tote verantwortlich als die illegalen. So sterben Schätzungen zufolge pro Jahr allein 120.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Tabakkonsum. Hier will Ludwig weiter gegensteuern: Sie kündigte an, ein vollständiges Werbeverbot für Tabak und E-Zigaretten durchsetzen zu wollen. Die Zahl der Raucher liegt aktuell bei etwa 28 Prozent.

Beim Thema Alkohol zählt Deutschland im internationalen Vergleich nach wie vor zu den Ländern mit dem höchsten Konsum: Rund 18 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen haben aktuellen Studien zufolge einen "riskanten Alkoholkonsum" von mehr als 20 Gramm Alkohol bzw. zehn Gramm Reinalkohol pro Tag.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. November 2019 | 13:30 Uhr

5 Kommentare

Jessy-2 vor 39 Wochen

Wollten nicht eine Grüne freien Handel und Besitz von Drogen in geringen Mengen einführen? Da machen sich doch dann die Polizisten strafbar, wenn man mit einen Fahrzeug angehalten wird, wegen eines Drogentests und Besitzes von Drogen? Richtig ist das man das nicht genehmigt. Und das ist Richtig!

kennemich vor 39 Wochen

Gibt es auf die Drogen auch MWSt ?

Wenn nicht, dann doch eher den Alk.

kennemich vor 39 Wochen

Was war da wohl angenehmer? :-(