Gesundheit Eigenanteil für Pflege im Heim steigt

Die Pflege im Heim wird immer teurer: Im bundesweiten Schnitt liegen die Anteile, die Pflegebedürftige und deren Familien aus eigener Tasche zahlen müssen, bei 1.940 Euro pro Monat. Das sind etwa 110 Euro mehr als noch vor einem Jahr. In Sachsen-Anhalt ist die Belastung noch am geringsten.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Die Zuzahlungen für Pflegebedürftige im Heim steigen immer weiter. Bildrechte: dpa

Für die Betreuung in einem Heim müssen Pflegebedürftige immer mehr selbst bezahlen. Das geht aus Daten des Verbands der Ersatzkassen (vdek) hervor. Demnach lag der Eigenanteil im Januar im bundesweiten Schnitt bei fast 1.940 Euro. Ein Jahr zuvor seien es noch 110 Euro weniger gewesen.

Große regionale Unterschiede

Außerdem gebe nach wie vor große regionale Unterschiede, erklärte der Verband. Am teuersten blieben Heimplätze weiterhin in Nordrhein-Westfalen mit einem Eigenanteil von rund 2.360 Euro, am geringsten sei die Belastung mit rund 1.360 Euro in Sachsen-Anhalt.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Für Heimbewohner kommen daneben noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen hinzu.

Die Kosten für die reine Pflege sind in Mitteldeutschland im bundesweiten Vergleich niedrig. In Thüringen liegen sie bei durchschnittlich 421 Euro, in Sachsen-Anhalt bei 498 Euro und in Sachsen bei 504 Euro. Im bundesweiten Durchschnitt sind es 1.006 Euro. Auch bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung gibt es eine große Spanne: von 573 Euro in Sachsen-Anhalt bis 1.024 Euro in Nordrhein-Westfalen. Im Schnitt liegen die Kosten bei 756 Euro.

Patientenschützer warnen vor Armutsfalle

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, die Eigenanteile in den Heimen stiegen rasant und unaufhörlich, während die Leistungen aus der Pflegeversicherung seit Jahren konstant blieben. Vorstand Eugen Brysch sagte, so würden Pflegebedürftige in die Armutsfalle gedrängt und abhängig von Sozialhilfe. Er forderte, dass die Pflegeversicherung künftig die gesamten Pflegekosten übernehmen müsse und kritisierte, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erst bis Mitte des Jahres einen Vorschlag zur künftigen Finanzierung der Pflege machen wolle.

Spahn hat signalisiert, dass er mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit bei den Eigenanteilen will und vor allem langfristig Pflegebedürftige entlasten möchte. Forderungen nach einer Vollversicherung für die kompletten Pflegekosten erteilte er bereits eine Absage.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Februar 2020 | 06:00 Uhr

10 Kommentare

Critica vor 40 Wochen

Lieber Erfurter Bub, die Kinder von heute, die Helikoptereltern und Rasenmähereltern haben, werden in vierzig Jahren noch nichts in die Sozialkassen einzahlen. Sie müssen ja studieren, am besten Jura, Juristen gibt es noch nicht genug in Deutschland :). Das sind dann die, die sich als Insolvenzverwalter verdingen und den arbeitslos Gewordenen noch den letzten Pfennig aus der Tasche pressen. Doch das ist ein anderes Thema.
Mir geht es um die horrenden Kosten in Pflegeheimen. Wer kontrolliert eigentlich, wieviel die Vorstände und Aufsichtsräte davon einstecken? Siehe AWO in Hessen, in die auch die Thüringer AWO verwoben ist. Im Heim fehlt es an Pflegekräften und gesundem Essen und die Vorstände leisten sich einen Dienst-Porsche. Ist das vielleicht gerecht?

Arbeitende Rentnerin vor 40 Wochen

Sie wollen wahrscheinlich nicht verstehen, natürlich kann niemand die Kinder in den Einrichtungen zum Bezahlen heranziehen, aber gutverdienende Eltern könnten schon einen Beitrag leisten (soziale Staffelung). Das gleiche gilt für alleinerziehende, biologisch gesehen, hat doch jeder zwei Eltern, die sollten sich beide nach Kräften beteiligen, von Verwitweten mal abgesehen, aber das sind die wenigsten. Ihr Zitat können Sie sich sonstwohin.....

Jesse Jones vor 40 Wochen

Das Problem ist, dass die meisten Leute keine Ahnung haben. So wie Sie. Wer lange gearbeitet und in die Sozialkassen eingezahlt hat, muss sich einen Heimplatz nicht leisten können. Ein Heimplatz kostet einen bestimmten Betrag, und wer Geld hat muss sich an den Kosten beteiligen. Wenn er kein Geld hat oder nicht alles bezahlen kann, bezahlt "der Staat". Im Falle meiner Eltern bezahlten Krankenkasse, Pflegekasse und "der Staat" fast alle Kosten für den Heimplatz meines Vaters. Meiner Mutter wurde ein Freinebtarg angerechnet und sie musste eine sehr übersichtliche Summe selbst tragen. Aber das ist ahlt das Problem. Man hat keine Ahnung, liest dummes Zeug im Internet und glaubt das auch noch. Fragen, fragen,, fragen - es gibt genug Stellen, wo man dies kann und wo man einem hilft. Und nicht drauf hören, wenn der Nachbar sagt, dass der Ausländer alles kriegt.