E-Mobilität Mit Automatik zum Führerschein?

Für mehr E-Mobilität auch in Fahrschulen will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Automatik-Führerschein attaktiver machen. Die bisherige Einschränkung, wer auf Automatik gerlernt hat, darf auch nur Automatik fahren, soll es so nicht mehr geben. Sachsens Fahrlehrerverband begrüßt die Pläne.

von Grit Bobe, MDR AKTUELL

Auf den Verkehr achten, auf Straßenschilder sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen und auch noch auf die Gänge und den Schleifpunkt der Kupplung berücksichtigen: Auf Fahrschüler kommen viele Anforderungen auf einmal zu. Um einiges einfacher sind erste Fahrstunden am Steuer eines Automatik-Autos.

Die Nachfrage danach aber sei äußerst gering, so der Vorsitzende des sächsischen Fahrlehrerverbandes, Andreas Grünewald. Grund sei, dass Fahrschüler bei einer Ausbildung auf einem Automatik-Fahrzeug noch eine erneute Schaltprüfung absolvieren müssten.

Sechs bis zehn Stunden Schaltgetriebe-Training

Künftig aber könnte ein zusätzliches Fahrtraining ausreichen, um mit einem Automatik-Führerschein auch Schalt-Autos fahren zu dürfen. Grünewald geht dafür von "sechs bis zehn Fahrstunden" aus, die dem Inhaber des Automatik-Führerscheins bescheinigt würden, damit dieser dann einen uneingeschränkten Führerschein erhalte.

Widerstand kommt vom TÜV, der die zusätzlichen Prüfungen bislang vornimmt. Es dürfe keine Konkurrenz unter den Fahrschulen entstehen, wer die Zusatzprüfung am günstigsten anbiete, heißt es von dort, das ginge auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Fahrlehrer: Schon lange Neuregelung gefordert

Der Chef der sächsischen Fahrlehrer dagegen spricht von einem guten Weg - zumal Fahrschulen schon jetzt verpflichtet seien, ihre Schüler in Sachen Elektromobilität und Fahrerassistenzsystemen von Automatik-Autos zu schulen.

Grünewald zufolge fehlt dann aber "der Übertrag zum praktischen Training, zur praktischen Schulung und zur praktischen Prüfung". Er sei froh, dass dieser schon lange angeprangerte Missstand, nun Gehör finde und die Automatikregelung ändere.

Grundprobleme von E-Autos auch für Fahrschulen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, so schrieben es einige Blätter, wolle mit der Abschaffung dieser Regel zudem den Weg dafür frei machen, dass mehr Elektro-Autos in Fahrschulen genutzt würden. Für Verbandschef Grünewald bleiben die bisherigen Grundprobleme bei den E-Autos etwa bei der Lade-Infrastruktur, der Ladezeit und auch der Reichweite auch für Fahrlehrer bestehen.

Er erwarte nicht, dass der Führerschein durch die Neuregelung teurer werde. Der finanzielle Aufwand sei nahezu identisch.

Offenbar keine neue EU-Richtlinie erforderlich

Auch Berichten über eine angeblich notwendige Änderung einer EU-Richtlinie für die Neuregelung erteilte Grünwald eine Absage. Seiner Einschätzung nach hat Brüssel bereits grünes Licht gegeben für eine nationale Regelung, die gerade ausgearbeitet werde.

Dann hofft Grünewald, dass bereits ab Herbst die Möglichkeit geschaffen wird, "dass die Fahrschulen mit einem Automatikfahrzeug die Ausbildung betreiben können".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. August 2019 | 16:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 05:00 Uhr

5 Kommentare

Gerd Mueller vor 15 Wochen

bei vielen denkt frau: omG wieder Chaot der Fahrerlaubnis in der Lotterie gewonnen hat - ich würde es vom Kindergeld abhängig machen und empfinde es als Unding das Leute bis 27 Kindergeld bekommen - jedenfalls nicht vor 21 und auf keinen Fall mit 17 - Alibi-Begleitung meist unsinnig da Begleiter weder Pedale noch Instrumente zum Eingreifen wie Fahrschullehrer haben

Querdenker vor 15 Wochen

Zitat: „Sechs bis zehn Stunden Schaltgetriebe-Training“

Ziemlicher Schwachsinn. Da wird Lobbyisten aus der Wirtschaft nachgegeben. Nicht verwunderlich in einem kapitalistischem Land.

Jemand entscheidet sich ja - bewusst - dafür, einen Führerschein nur für Automatik zu machen. Weil er nach der Fahrschule eben kein Auto mit Schaltgetriebe fährt. Und so sind dann diese sechs bis zehn Stunden Schaltgetriebe-Training nach der Fahrschule vom Fahranfänger auch schnell wieder vergessen, wenn er nicht Schaltgetriebe weiter fährt. Was auch ganz normal ist. Und mit den lächerlich - wenigen Trainingsstunden - soll derjenige dann befugt sein, nach 10 Jahren mal zufällig ein Schaltwagen zu fahren.

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 15 Wochen

Noch 'ne bessere Idee: Wer E-Auto fährt, braucht g a r k e i n e Fahrerlaubnis...
Kann der Staat diesen künstlich verordneten Hype um die kurzatmigen überteuerten Rohrkrepierer vielleicht mal ein...zwei Gänge zurückschalten? WIR WOLLEN DIE EINFACH NICHT!!!