Wolf auf Waldweg
Wölfe sollen einfacher getötet werden dürfen. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

Entwurf des Umweltministeriums Tötung von Wölfen soll leichter werden

Die Rückkehr der Wölfe macht einigen Menschen Angst und stellt Schäfer vor Probleme. Nach langem Streit in der Bundesregierung ist nun ein Kompromiss gefunden: Die Tötung soll einfacher werden.

Wolf auf Waldweg
Wölfe sollen einfacher getötet werden dürfen. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

Wölfe, die Nutztiere reißen, sollen in Zukunft einfacher getötet werden dürfen. Das sieht ein Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze vor. Demnach sollen einzelne Tiere eines Rudels auch dann getötet werden können, wenn nicht klar ist, welcher Wolf genau zugebissen hat.

Der Entwurf knüpft den Abschuss allerdings an Bedingungen. So müssen Wölfe vor Ort schon Nutztiere gerissen haben. Außerdem müsse zum Schutz weiterer Nutztiere schnell gehandelt werden. Wölfe in Weidegebieten vorsorglich abzuschießen, soll weiterhin verboten sein.

Zu dem Entwurf können nun zunächst die Fachverbände Stellung nehmen - das ist ein wichtiger Schritt im Gesetzgebungsverfahren. Bislang konnten Wölfe nur dann zum Abschuss freigegeben werden, wenn sie wiederholt Schutzzäune überwanden und Tiere rissen.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
In Europa stehen Wölfe unter Schutz. Bildrechte: Colourbox.de

Das SPD-geführte Umweltministerium hatte sich monatelang mit dem CDU-Agrarministerium über die Voraussetzungen gestritten, unter denen Wölfe abgeschossen werden dürfen. Die Tiere stehen in Europa unter Schutz, seit einigen Jahren breiten sie sich in Deutschland zur Freude vieler Naturschützer wieder aus. Schäfer und andere Tierhalter beobachten die Rückkehr der Wölfe allerdings mit Sorgen. Oft reißen sie Nutztiere, auch wenn diese hinter Zäunen weiden.

Naturschützer kritisieren den Entwurf

Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Brandenburg, in denen Wölfe am häufigsten gesichtet werden, begrüßten den Entwurf des Umweltministeriums. Er sei ein Schritt in die richtige Richtung, hieß es aus dem brandenburgischen Umweltministerium. "Alles, was zum besseren Umgang mit dem Wolf beiträgt, ist willkommen." Derzeit werde allerdings noch geprüft, ob der Vorschlag alle Probleme löse.

Naturschützer zeigten sich dagegen unzufrieden. Die Bundesregierung hätte lieber den Schutz der Nutztiere verbessern sollen, sagte eine Expertin des Naturschutzbundes Nabu. Bejagung sei "kein effektiver Herdenschutz".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2019 | 20:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 22:42 Uhr

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14 Kommentare

22.05.2019 15:19 jochen 14

Hat Deutschland nicht viel wichtigere Probleme als solche Raubtiere ?
Wichtige Probleme werden hier leider oft ausgesessen oder unter den Teppich gekehrt.

22.05.2019 12:31 Montana 13

Tötung von Wölfen soll leichter werden
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Aber streng geschützt. Hier passt irgendwas nicht zusammen.

21.05.2019 21:20 Ulf 12

Gut wäre es ja, wenn man die Schäden, welche Wildtiere verursachen, mal nach Tierarten auflisten würde. Ob da der Wolf an vorderster Stelle steht, möchte ich bezweifeln. Die Schäden, welche Wildschweine, Rehwild und Rotwild im Wald, auf Wiesen und Äckern anrichten sind bestimmt materiell gesehen weit höher, als die Schäden durch Tierverluste durch Wölfe.

21.05.2019 19:30 nasowasaberauch 11

Diese Wolfslobby übersieht das Problem der wachsenden Population durch den reich gedeckten Tisch mit Nutztieren. Hinzu kommt der begrenzte Raum zur Ausbreitung und damit die Konflikte mit Siedlungsgebieten. Der Wolf braucht einen natürlichen Feind zur Vergrämung bzw. zur Regulierung der Population und keine Gefühlsduselei. Kurz gesagt, er gehört ins Jagdrecht.

21.05.2019 17:28 Hubertus Ostermann 10

ich bin Jäger seit 1984, und ich gehe mit dem Gewehr nicht nur spazieren! Die seit Jahren geführte diskusion über das vorkommen von Wölfen in Deutschland lässt mich erschaudern, über soviel Deletantismus! Leider kann ich hier den MDR nicht ausnehmen. Da werden uns Hobyfilmer als Wolfsexperten vorgeführt die dann so argumentieren wie ein Märchenerzähler, da werden wahnwitzige Lösungen für das Wolfsproblem vorgestellt und als das Ei des Kolumbus in die höhe gehalten wie Herdenschutzhund oder Esel die vor Wölfen schützen sollen. In letzter Zeit scheine alle aber begriffen zu haben das der Wolf lernfähig ist. Und genau da ist der Ansatz wo man das Problem lösen kann! In Deutschland hat der Wolf über Generationen gelernt das vom Menschen keine Gefahr für ihn ausgeht. Und genau da liegt das Problem, was der Mensch in Deutschland selbst verursacht hat. Die ersten Wölfe die damals über die oder aus Polen kamen hatten diese scheu vor dem Menschen noch, aber wie alle schon feststellen er lernt!

21.05.2019 11:16 Fragender Rentner 9

Nanu, da hat man auch wieder welche wohl wie reingelassen?

Aber jetzt tuen wir etwas dagegen.

21.05.2019 10:06 Sascha10 8

Die Wolfsgeister, die die Politik rief, werden sie so schnell nicht los, zumal sich ja der Wolf parteiübergreifend so einfach, durch Nichtstun, umweltpolitisch vermarkten ließ, aber zu Lasten der Weidetierhalter und absehbar auch zu Lasten der Sicherheit der Landbevölkerung. Ein Netzwerk von Biologen und Politikern (Rewilding, Making Europe a wilder Place) hat unter Führung eines italienischen Professors den gut gemeinten Gedanken des Artenschutzes zur freien ungeregelten Ausbreitung des Wolfes in Europa genutzt (Declaration of Principles for Wolf Conservation,Action Plan for the conservation
of the wolves (Canis lupus) in Europe)) Alle Informationen sind im Netz verfügbar. Der euroasiatische Grauwolf ist ungefährdet mit meherern Hunderttausend Tieren bis zum Pazifik, Aber man hält ja immer noch an dem Deutschen Wolf als gefährdete Unterart fest.

21.05.2019 09:40 Lilly 7

""Alles, was zum besseren Umgang mit dem Wolf beiträgt, ist willkommen." "

und dazu gehört den Wolf abzuknallen?

21.05.2019 09:37 Jan 6

Was für eine Logik ist das denn? Selbst das Töten der Wölfe ohne Notwehr ist schon eine blöde Sache. Jetzt soll auch noch einfach drauf gehalten werden, egal wen es trifft. Hauptsache der Mensch durfte mal wieder töten. Man stelle sich mal vor, in einer Familie fährt einer mit dem gemeinsamen Auto zu schnell. Da sich keiner als der Fahrer meldet, wird irgendeiner aus der Familie bestraft. Tolle Idee!
Klärt lieber auf und unterstützt den Schutz der Nutztiere, anstatt immer nur das Töten als Lösung zu sehen.

21.05.2019 09:22 sascha10 5

Nur mal zur Klarstellung für die bigotten Naturschützer: es gibt keinen funktionierenden Weidetierschutz , es ei denn man verbaut die freie Landschaft Zäunen nach dem Muster von NVA-Kasernen, was ja dem Biotopverbund und dem freien Zugang zur freien Landschaft widerspricht - auch nicht im Interesse des Naturschutzes. Der Wolf in Deutschland ist ohne objektive Gründe in Anhang IV der FFH-Richtlinie in Polen sind die gleichen Wölfe der sog. mitteleuropäischen Tieflandpopulation in Anhang V mit allen Konsequenzen. Der politische Hintergrund ist die Megaherbivorentheorie zur aktiven Ansiedlung von Großsäugern, welche von einem kleinen Kreis der Anstifter der aktiven Ansiedlung des Wolfes in Mitteleuropa, vertreten wird., Artenschutzgründe sind das nicht. Und alle Verbände und Politiker blabbern den Unsinn nach - das wird in Ostsachsen das Wahlergebnis stark beeinflussen.