Tarifverhandlungen Mindestens 3,2 Prozent mehr Gehalt im Öffentlichen Dienst

Bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst gibt es eine Einigung. Demnach steigen die Gehälter um 4,5 Prozent in der niedrigsten und 3,2 Prozent in der höchsten Entgeltgruppe. Außerdem gibt es Zulagen für Pflegekräfte sowie Einmalzahlungen.

Verhandlungsrunde Tarifstreit Öffentlicher Dienst unter Führung von Bundesinnenminister Seehofer
Die Verhandlungsrunde im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes kurz vor dem neuen Tarifabschluss. Bildrechte: dpa

Die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bekommen mehr Geld. Nach Angaben des Bundesinneministeriums steigen die Einkommen in den nächsten zweieinhalb Jahren schrittweise in der niedrigsten Entgeltgruppe um 4,5 Prozent und um 3,2 Prozent in der höchsten Eingruppierung. Pflegekräfte erhalten darüber hinaus Zulagen.

Schrittweise Anhebung der Löhne und Gehälter

Den Angaben zufolge sollen die Löhne und Gehälter zunächst zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent, mindestens aber um 50 Euro, angehoben werden - und zum 1. April 2022 um weitere 1,8 Prozent. Auszubildende bekommen jeweils 25 Euro mehr. Für alle Beschäftigten gibt es zusätzlich in diesem Jahr eine Corona-Prämie zwischen 225 Euro für Lehrlinge und 600 Euro für Bezieher kleinerer Einkommen. Die Tarifvereinbarung läuft bis zum 31. Dezember 2022.

Auch mehr Geld für die Pflege

Krankenpfleger bekleiden sich mit Schutzkleidung vor einem Krankenzimmer auf der Intensivstation
Krankenpfleger mit Schutzkleidung vor Intensivstation. Bildrechte: dpa

Für Pflegekräfte soll es künftig Zulagen geben. Ab März 2021 wird eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt, die ein Jahr später auf 120 Euro erhöht wird. Die Zulage in der Intensivmedizin wird auf 100 Euro monatlich mehr als verdoppelt. Die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich. Laut Verdi beträgt die Lohnsteigerung für Pflegekräfte bis Ende 2022 damit rund 8,7 Prozent.

In den Betreuungseinrichtungen wie Altenheimen wird die Pflegezulage mit einem Plus von 25 Euro auf Gleichstand mit den kommunalen Krankenhäusern gebracht. Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.

Reaktionen überwiegend postiv

Bundesinnenminister Horst Seehofer sprach von einem "historischen Durchbruch für die Pflegekräfte". Die Gewerkschaft Verdi in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigte sich zufriedem mit dem neuen Tarifvertrag. Bezirksleiter Oliver Greie sagte, beide Seiten hätten Abstriche von ihren Forderungen machen müssen. Trotz schwieriger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Situation seien jedoch Gehaltsanhebungen erreicht worden.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, bezeichnete den Tarifabschluss als vertretbaren Kompromiss in schwieriger Zeit. Er stelle zwar viele Städte vor große Herausforderungen, die Einigung bringe aber Planungssicherheit für die Kommunen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2020 | 12:00 Uhr

40 Kommentare

Wessi vor 4 Wochen

@ ralf meier ...Sie haben sicher Alternativen zu den Corona-Maßnahmen? Die Seuche ist real+da es keinen Impfstoff +nur(für Ältere) unzureichende Medikation gibt, sind die Maßnahmen alternativlos.Ob der ÖD nun "Opfer" ist oder nicht spielt keine Rolle, denn die Angestellten im ÖD zahlen ja auch Steuern!Maßvolle Lohnerhöhungen...was anderes ist das jetzt nicht..müssen sein, denn auch diejenigen, die eben nicht durch Coronamaßnahmen betroffen sind...oh ja, die gibt es zahlreichst auch, ausserhalb des ÖD, bekommen ggf. mehr, wenn sie's erstreiken!In Ihrer Erwiderung auf "Feuerstein" gebrauchen Sie auch das Wort "dürfte"...und mutmaßen ohne rechte Belege.Daß da einige Arbeitgeber herumunken, da sie Tariferhöhungen generell nicht einsehen, ist KEIN Beleg.Wir müssen da durch+wenn ein zweiter lockdown (...gab es den überhaupt in der BRD?) käme.....erst dann wissen wir mehr.Vllt. brächte ein tatsächlicher+mehrwöchiger lockdown (Strobl,Lauterbach) was?!

ralf meier vor 4 Wochen

Hallo Wessi, zu den Millionen Arbeitslosen habe ich bereits Feuerstein geschrieben. Alten- und Krankenschwestern+Pfleger gönne ich auf jeden fall mehr Geld und noch mehr würde ich mir wünschen, das es mehr Alten- und Krankenschwestern+Pfleger geben würde. Bei aller Anerkennung sind aber nicht diese mit ihren meist sicheren Arbeitsverhältnissen die Oper der Corona Maßnahmen. Das sind nun mal die Millionen Menschen , die dank des Shutdowns in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit getrieben wurden. Wer das vielleicht auch noch als Angestellter ignoriert, muß sich umgekehrt 'Eiseskälte' vorwerfen lassen.

ralf meier vor 4 Wochen

Hallo Feuerstein, ich sprach nicht von Arbeitssuchenden, sondern von Arbeitslosen. Dazu zählte ich auch Kurzarbeiter, erwähnte dies aber nicht. Ich hoffe, Ihr Hut hat nicht gelitten und entschuldige mich für meine Unterlassung. Ich habe übrigens nicht behauptet, das Angestellte nicht die gleichen Steuern zahlen wie wir alle.

Last not least habe ich einen ausgesprochenen Respekt vor 'Polizisten, Kranken- und Altenpflegern oder Kita-MitarbeiterInnen' und habe das hier auch schon des öfteren erwähnt. Das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, weil ein Forist Peter anscheinend immer noch zu seiner früheren Aussage steht, Im Kampf gegen Rechts wären auch Lügen erlaubt.

mfg ralf meier

PS: Zu den Arbeitslosen und Kurzarbeitern siehe SZ 30.04.2020: 10,1 Millionen in Kurzarbeit, 308 000 Menschen wurden arbeitslos'.
Mit der zweiten Welle dürfte die Lage dramatisch schlimmer werden