Minijobberin in der Gastronomie
Vor allem im Hotel- und Gastgewerbe sind viele Minijobber beschäftigt. Bildrechte: IMAGO

Bundesarbeitsministerium 450-Euro-Grenze für Minijobs soll bleiben

Die Einkommensgrenze für Minijobs soll laut Bundesarbeitsministerium bei 450 Euro bleiben. Die Wirtschaft fordert eine Anhebung, da viele Minijobber aufgrund steigender Mindestlöhne immer weniger Stunden arbeiten dürfen.

Minijobberin in der Gastronomie
Vor allem im Hotel- und Gastgewerbe sind viele Minijobber beschäftigt. Bildrechte: IMAGO

Die Einkommensgrenze für Minijobs soll trotz des steigenden Mindestlohns bei 450 Euro im Monat bleiben. Das hat das Bundesarbeitsministerium mitgeteilt. Eine weitere Anhebung sei derzeit nicht vorgesehen und auch nicht Gegenstand des Koalitionsvertrages, erklärte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin.

Anpassung an Lohnentwicklung gefordert

Wirtschaftsvertreter und einzelne CDU-Politiker fordern eine jährliche Anhebung der Einkommensgrenze für Minijobs entsprechend der Lohnentwicklung. Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, sagte der "Bild"-Zeitung, die Anhebung der 450-Euro-Grenze sei "längst überfällig". Durch die regelmäßige Anpassung des Mindestlohnes, könnten die Unternehmen die Minijobber immer weniger beschäftigen, weil diese sonst die 450-Euro-Grenze überschreiten. Dies verschärfe die ohnehin bestehende Personalknappheit im Hotel- und Gastgewerbe immer weiter. Daher solle der Grenzwert für Mini-Jobs "an die Lohnentwicklung gekoppelt werden und jährlich automatisch mitwachsen", forderte Hartges.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer. "Was für den Mindestlohn gilt, muss für den Minijob recht und billig sein", sagte der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der "Bild"-Zeitung. Zuletzt war die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte 2013 von 400 auf 450 Euro erhöht worden.

Derzeit 7,5 Millionen Minijobber

Laut Bundesarbeitsagentur gibt es aktuell rund 7,5 Millionen Minijobber in Deutschland. Der Mindestlohn soll Anfang 2019 von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro steigen und Anfang 2020 nochmals auf 9,35 Euro. Das führt dazu, dass Minijobber kürzer arbeiten können, weil die Verdienstgrenze schneller erreicht ist.

Die Sprecherin des Arbeitsministeriums sagte dazu, es sei von Beginn an sei die Maßgabe gewesen, eine Ausweitung der Minijobs zu begrenzen. Denn Ziel sei, möglichst viele Menschen in volle sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen, auch mit Blick auf die Altersabsicherung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 17:38 Uhr

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8 Kommentare

10.08.2018 17:07 Fragender Rentner 8

Welchen Regierungen haben wir diese Ungerechtigkeit für die Menschen wohl zu verdanken?

Was kann da wohl mal für Alter rauskommen, außer der Grundsicherung? :-(

10.08.2018 08:41 Carolus Nappus 7

Komplett abschaffen diesen Unsinn und keine Ausnahmen mehr. Alle Einkommen(sbezieher) sind in das System der Sozialkassen einzubeziehen. Gerne können analog zur Gleitzonenregelungen niedrige Einkommen weniger stark belastet werden. Und fertig ist. Weniger Verwaltungsaufwand und mehr Gerechtigkeit. Wahrscheinlich wieder viel zu einfach.
Und bevor nur wieder einzelne Bevorteilte des derzeitigen Systems aufheulen: Ein solches System, in dem jeder auf gesetzlicher Basis dabei ist, verbietet es niemand zusätzlichen Vorsorgeaufwand zu betreiben. Der Bundesligaprofi wird sich also auch weiterhin zusätzlich was fürs Alter zurücklegen können oder sich zusätzliche Gesundheitsleistungen kaufen dürfen, wenn er dies mag.

09.08.2018 15:43 kleinerfrontkaempfer 6

Das wird auch nix bis zur nächsten Wahl!
Wie sollte man denn sonst den Politiker und Gutmenschen rauskehren.

08.08.2018 19:08 Arbeitende Rentnerin 5

Wie wärs denn einfach mal mit einer gerechten Bezahlung für die" niederen" Arbeiten, schön sauber will es jeder haben, aber dafür anständig bezahlen- Fehlanzeige. Minijobs sollte es in dieser Form eigentlich gar nicht geben, der Verlierer ist immer der Arbeitnehmer, keine Leistung bei Krankheit, kaum Rentenpunkte trotz eigener Aufstockung, leider ist bei uns jahrelang nichts anders möglich gewesen, natürlich nutzen Arbeitgeber das gern aus, auch ohne Not, gern auch öffentliche. Der frühere Hausfrauenjob für Westfrauen, dass sie ihren Friseur bezahlen konnten, ich meine das nicht abwertend, hat zumindest bei uns eine ganz andere Funktion, vielleicht sieht man auch mal die Arbeitnehmerseite

08.08.2018 18:25 Peter 4

@1: Gleiche Arbeit = mehr Geld?
Schauen Sie sich die aktuellen Tarifabschlüsse an - funktioniert!
Zum Beispiel Bauhauptgewerbe: West: 5,7 % ab 01.05.18, 250/600/250 € zusätzliche Einmalzahlung zum 01.11.18/01.06.19/01.11.19; Ost: 6,6 % ab 01.05.18, 0,8 % Stufenerhöhung ab 01.06.19, 250 € zusätzliche Einmalzahlung zum 01.11.19.

08.08.2018 18:24 Anne2018 3

Das ist auch richtig so. Sonst werden nur noch mehr reguläre Jobs in Minijobs umgewandelt. Ein Minijob ist nur ein Nebenverdienst und das soll er auch bleiben...

08.08.2018 17:46 wwdd 2

Das gleiche müßte doch auch für die Höchstgrenze von 17.500 € Jahresumsatz hinsichtlich der Kleinunternehmerregelung gelten oder für die kalte Progression. Aber am Ende gewinnt immer die Bank, ähh der Staat.

08.08.2018 17:42 optinator 1

Weniger Arbeit für das gleiche Geld, toll.
Das sollte mal in vielen Brachen geschehen.
Umkehrschluss - gleiche Arbeit = mehr Geld.