Bundeskabinett Wegwerfprodukte aus Plastik sollen verboten werden

Beim Picknick im Freien, beim Kindergeburtstag oder bei Volksfesten kommt es zum Einsatz: Das Einweg-Geschirr. Die Bundesregierung hat nun ein Verbot auf den Weg gebracht. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Einweggeschirr
Einwegschirr - praktisch und zugleich stark umweltschädlich Bildrechte: imago/Jochen Tack

Die Bundesregierung hat ein Verbot von Trinkhalmen, Wattestäbchen und Einweggeschirr aus Plastik auf den Weg gebracht. Es soll am 3. Juli beschlossen werden und ab Juli 2021 gelten.

Ministerin: Von Wegwerfkultur wegkommen

Becher, Teller, Besteck aus Plastik und Papierservietten
Das Bild zeigt ein Plastik-Service Bildrechte: IMAGO

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte am Mittwoch, die Einwegprodukte seien "kein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen". Viele landeten in der Umwelt oder den Meeren. Die Ministerin betonte, man müsse von der "Wegwerfkultur wegkommen".

Die Bundesregierung setzt mit dem Verbot eine entsprechende EU-Richtlinie um. Bundestag und Bundesrat müssen der Neuregelung allerdings noch zustimmen. Das Verbot soll ab 3. Juli nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa gelten. Ein Verkauf von Lagerbeständen bleibt aber zulässig.

Was als Produkt auslaufen soll

Das Verbot betrifft:

  • Einmalbesteck und -teller
  • Trinkhalme
  • Rührstäbchen
  • Wattestäbchen
  • Luftballons aus Plastik
  • To-Go-Lebenmittelbehälter und Getränkebecher aus Styropor
  • Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff (z.B. Polyethylen)

To-Go-Becher machen größten Anteil

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schätzt, dass sie rund zehn bis 20 Prozent des Abfalls in Parks, öffentlichen Plätzen und Straßen ausmachen - allen voran der To-Go-Becher. Bei der Umsetzung der EU-Richtlinie liege der Teufel aber im Detail, warnte der Verband. So dürfe Einweg-Plastik nicht einfach durch Einweg-Produkte aus anderem Material ersetzt oder Einweg-Produkte als "mehrfach verwendbar" deklariert werden.

Deutsche Umwelthilfe: Regelung ist amibitionslos

Kritik kommt auch von der Verbraucherschutzorganisation, Deutsche Umwelthilfe e.V. Umweltministerin Schulz wolle nur die Mindestanforderungen der EU realisieren, sagte Abfall-Experte Thomas Fischer. Das sei ambitionslos und werde nicht der Rolle Deutschlands als Zugpferd innerhalb der EU gerecht.

Im vorigen Jahr hatte die Regierung bereits leichte Plastiktüten (in einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometer) verboten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2020 | 15:00 Uhr

18 Kommentare

Anni22 vor 16 Wochen

Da kann man nur zustimmen. Ich bekomme immer die Kriese, wenn ich die Müllberge an Autobahnabfahrten oder im Umfeld von Fast-Food-Ketten sehe. Entweder 10 Euro Pfand oder eben nichts mehr zum Mitnehmen. Bitte mal vor allem der "umweltbewussten" Jugend klar machen, dass es so nicht geht!

mattotaupa vor 16 Wochen

wozu brauchten sie wegen corona einmalbesteck und -teller, trinkhalme, rührstäbchen, wattestäbchen, luftballons jeweils aus plastik, to-go-lebensmittelbehälter und getränkebecher aus styropor oder produkte aus oxo-abbaubarem kunststoff? warum war ein ersatz durch entsprechende produkte aus beispielsweise papier, pappe oder holz nicht möglich? ps: niemand will medizinprodukte aus plastik verbieten, geht aber auch aus dem artikel hervor.

mattotaupa vor 16 Wochen

"Mit dem Verbot der Luftballons vergreift ihr euch an den schwächsten der Gesellschaft." diejenigen, die nicht lesen können? "an diesem Punkt ist Schluß und ein Lemming wird zu einem erbitterten Feind" wessen feind? derer die lesen können können und derer, die einfach darauf hinweisen, daß ein stichpunkt mit 3 worten bis zum ende gelesen und am besten auch verstanden werden sollte? "Niemand !! Ich betone Niemand !! geht gegen Kinder und Kleinkinder vor !!!" nun, eines meiner kinder kann schon lesen und benutzt sogar satzzeichen in gebotener anzahl. sie gehen gerade dagegen vor.