Nach Übergriffen in Erfurt Weißer Ring: Respekt für Unabhängigkeit der Justiz

Nach einem rassistisch motivierten Angriff auf drei Männer in Erfurt sind die mutmaßlichen Täter wieder auf freiem Fuß. Der Vorsitzende des Weißen Rings in Sachsen zeigt Verständnis für das Vorgehen der Justiz. Wichtig sei aber, dass nicht weggeschaut werde.

Justizia
Besteht weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr bleiben die mutmaßlichen Täter bei einer Tat wie in Erfurt nicht in Haft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem fremdenfeindlichen Übergriff in Erfurt hat der Vorsitzende des Weißen Rings Sachsen Verständnis für die Freilassung der Tatverdächtigen gezeigt. Geert Mackenroth sagte MDR AKTUELL, er verstehe die Gefühle von Opfern und Unbeteiligten, wenn Tatverdächtige aus der Haft entlassen würden. Dennoch müsse die Unabhängigkeit der Justiz respektiert werden.

Gleichwohl kann ich die Erregung auch verstehen und ich kann auch verstehen, wenn den Opfern und auch unbeteiligten der Magen umdreht bei solchen Taten.

Geert Mackenroth, Weißer Ring

Am Samstag waren drei Männer aus Guinea in Erfurt Opfer eines rassistisch motivierten Angriffs geworden. Zwei der Männer wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Die Polizei hatte zwölf Verdächtige vorläufig festgenommen, nach wenigen Stunden aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Daraufhin gab es massive Kritik, unter anderem von Thüringens Innenminister Georg Maier.

Wichtig ist, dass der Staat überhaupt was macht. Das Schlimmste ist Gleichgültigkeit – möglicherweise aus Personalnot oder weil man sich nicht traut, zuzugreifen. [...] Das ist für die Opfer viel schlimmer.

Geert Mackenroth, Weißer Ring

Man ermittle zwar wegen eines "fremdenfeindlichen Übergriffs", es lägen aber keine Haftgründe mehr gegen die Tatverdächtigen vor, so die Erfurter Staatsanwaltschaft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2020 | 06:18 Uhr

58 Kommentare

Wessi vor 6 Wochen

@ ralf meier ..."rassistische Vorurteile" gg. Teile des eigenen Volkes?Ihr post klingt nach "Angstbeissen"! Wenn Sie allerdings mal wieder in diese whataboutism-Diskussion einlenken wollen: Gewalt von links richtete sich in erster Linie gg. Sachen+Staaatsorgane, die von rechts vor allem gg. Normalbürger (die anders sind), aber auch-gerade jetzt in Berlin-gg.die Polizei.(sollen ja enorme Zahlen an Gewaltbereiten gewesen sein...so viele, daß sie eigentlich übereinander gestanden haben müssten)Abzulehnen ist beides.

ralf meier vor 6 Wochen

@JanoshausLE, ich kenne weder Ihre Familie noch die Ihrer Bekannten. Ich wage zu bezweifeln, das Gewalt in deutschen Familien Alltag ist.
Insbesondere Ihr expliziter Verweis auf 'deutsche Famiien' scheint mir doch von rasisstischen Vorurteilen geprägt.

JanoschausLE vor 6 Wochen

Herr Meier ist dafür bekannt, wenn es um Rechte Machenschaften in Berichten geht, zu versuchen vom eigentlichen Thema mit Fantasievorstellungen und Ablenken "aber die Anderen" aufzufallen. Deswegen schon alleine ist der Beitrag von Wessi zutreffend. Seine Strategie hat sich geändert "natürlich in diesem Fall ist das auch zu verurteilen", kam früher nicht, das Feigenblatt zur Sache , klar, daß NUR immer "aber die Anderen.." zieht nicht mehr. Aber der Großteil seines Beitrages bezieht sich auf seine Fantasien zum Fall, um die Tat doch noch irgendwie zu rechtfertigen und "... Aber die anderen.."
Netter Versuch.