Technik und Pflege Bund will Fachkräfte außerhalb der EU werben

Besonders in naturwissenschaftlichen und gesundheitlichen Berufen fehlen die Fachkräfte. Die Bundesregierung will Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland deswegen den Weg nach Deutschland ebnen.

Die Bundesregierung will zunehmend um Fachkräfte von außerhalb der EU werben. Das geht aus einer Fachkräftestrategie hervor, die der dpa vorliegt. Unter anderem seien Mexiko, Brasilien, Indien und Vietnam genannt.

Techniker und Pfleger dringend gesucht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte angesichts des Fachkräftemangels vor der Abwanderung von Firmen. "Deshalb ist es notwendig, dass wir uns um ausreichend Fachkräfte bemühen", sagte sie in einem Videopodcast am Samstag. Ohne ausreichende Fachkräfte könne ein Wirtschaftsstandort nicht erfolgreich sein, sagte die Kanzlerin weiter.

Laut der Fachkräftestrategie bestehen die größten Engpässe bei Fachkräften derzeit bei Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Außerdem sind der Bau, das Hotel- und Gastgewerbe sowie Gesundheitsberufe betroffen. Konkret geht es etwa um Elektrotechniker, Metallbauer, Mechatroniker, Köche, Alten- und Krankenpfleger, Informatiker und Softwareentwickler.

Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Die Bundesregierung hat mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt, den Rechtlichen Rahmen geschaffen. Bei einem Gipfel zur Einwanderung von Fachkräften kommen Bundesregierung, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften am Montag zusammen, um die Umsetzung zu klären.

Die Kanzlerin erklärte am Samstag, es gehe darum, Visa schnell zu erteilen und einen "reibungslosen Informationsfluss" von den deutschen Firmen in die Länder herzustellen. Interessierte Bewerber sollen noch in ihren Heimatländern Deutsch lernen und dann bereits mit Sprachkenntnissen nach Deutschland kommen.

DGB: Fachkräftepotenzial auch in Deutschland sichern

Die Bundeskanzlerin betonte, zunächst eine "gute Ausbildung für möglichst alle Menschen" in Deutschland zu ermöglichen, um das eigene, heimische Potential zu nutzen. Das reiche aber nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte das Vorhaben, des Bundes, Fachkräfte aus dem Ausland zu werben. Allerdings mahnte der DGB auch, die heimische Förderung dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, "hierzulande gibt es bereits ein Fachkräftepotential, das über Qualifizierung und Weiterbildung endlich gehoben werden muss."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Dezember 2019 | 13:00 Uhr