Blick auf ein Mehrfamilienhaus in Berlin, in dem ein 31-jähriger mutmaßlicher  Islamist wohnte
In diesem Berliner Wohnhaus wurde der mutmaßliche Islamist gestellt. Bildrechte: dpa

Terrorverdacht in Berlin Festgenommener Islamist: Spur zu Anis Amri

In Berlin ist am Mittwoch ein mutmaßlicher Islamist festgenommen. Er soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben - zusammen mit einem in Frankreich inhaftierten Islamisten. Dessen Telefonnummer wurde nun im Handy des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri gefunden.

Blick auf ein Mehrfamilienhaus in Berlin, in dem ein 31-jähriger mutmaßlicher  Islamist wohnte
In diesem Berliner Wohnhaus wurde der mutmaßliche Islamist gestellt. Bildrechte: dpa

Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben am Mittwoch einen Russen in seiner Berliner Wohnung festgenommen, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll. Der 31-jährige Magomed-Ali C. sei dringend verdächtig, mit dem in Frankreich inhaftierten Clement B. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat und ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Telefonnummer des Inhaftierten in Amris Handy

Die Telefonnummer von B. sei unter einem Pseudonym im Handy von Anis Amri gespeichert gewesen, dem Attentäter auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Es gebe aber keine Hinweise, dass die beiden Verdächtigen in den Anschlag vom Dezember 2016 eingebunden gewesen seien.

Amri hatte einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Der Tunesier wurde vier Tage später von der italienischen Polizei bei Mailand erschossen.

Alle besuchten dieselbe Moschee

Nach Angaben einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft gibt es keine Erkenntnisse, dass Amri an den Anschlagsplänen von Magomed-Ali C. und Clement B. beteiligt war. Allerdings habe Magomed-Ali C. regelmäßig dieselbe Moschee in Berlin besucht, in der auch Amri gewesen sei. "Es kann sein, dass sich Magomed-Ali C. und Anis Amri dort über den Weg gelaufen sind", sagte die Sprecherin.

Auch Clement B. soll sich den Angaben zufolge ebenfalls in der Moschee aufgehalten haben, die inzwischen geschlossen wurde. Die Erkenntnisse beruhten vornehmlich auf Ermittlungen der französischen Polizei.

Polizei konnte Anschlag verhindern

Clement B. war am 18. April 2017 in Marseille festgenommen worden. Er soll mit einem Komplizen in Frankreich einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Bei der Festnahme hatte B. mehrere Schusswaffen und drei Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Magomed-Ali C. soll am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Bundesanwaltschaft stuft ihn als "radikal-islamisch gesinnt" ein. Sprengstoff wurde nach Angaben der Ermittler nicht gefunden. Die Vorwürfe gegen C. gehen auf das Jahr 2016 zurück. Im Oktober 2016 soll er in seiner Wohnung eine größere Menge TATP-Sprengsstoff verwahrt haben. Damit wollte C. nach Darstellung der Ermittler gemeinsam mit B. einen Sprengsatz herstellen. Dieser sollte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt irgendwo in Deutschland gezündet werden und eine möglichst große Zahl von Menschen töten. Die Anschlagsvorbereitungen der beiden Verdächtigen konnten aber von der Polizei unterbunden werden.

B. reiste demnach Ende Oktober 2016 nach Frankreich. Wenige Wochen später verübte Amri den Anschlag am Breitscheidplatz.

Durch die Festnahme von Magomed-Ali C. erhoffen sich die Ermittler nun Erkenntnisse, wo der damals in seiner Wohnung gelagerte Sprengstoff geblieben ist.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. August 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2018, 19:56 Uhr

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16 Kommentare

23.08.2018 09:11 D.o.M. 16

Wenn es Islamisten gibt, gibt es dann eigentlich auch Christisten oder Judisten oder Hinduisdisten?

23.08.2018 05:34 Hamburg kann somalische Piraten nicht abschieben 15

@Peter 6
"Sollten wir in Zukunft die Einreise russischer Staatsbürger nach Deutschland verbieten? Es könnten potentielle Terroristen daunter sein."

Das würde ihnen so gefallen,
Das wäre in ihrem Sinn,
Sie haben sich ja schon als Russland Hasser geoutet

23.08.2018 00:08 NRW-18 14

@ 6 Peter
Zitatanfang: Ich bin froh, dass die deutschen Sicherheitsbehörden einen potentiellen Attentäter rechtzeitig unschädlich gemacht hat. Zitatende

Ihre Logik ist schon erstaunlich.
Ich wäre froh gewesen, wenn solche Typen gar nicht erst ins Land gekommen wären. Leider hat Merkel Tor und Tür geöffnet und jedem einen unkontrollierten Zutritt verschafft, damit die Sicherheitsbehörden mit Aufgaben belastet werden, die nicht nötig gewesen wären.

22.08.2018 23:50 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 13

Ick bin ja baff vonne Socken!

Zitat "Im Oktober 2016 soll er in seiner Wohnung eine größere Menge TATP-Sprengsstoff verwahrt haben."

Und - man möchte beinahe sagen "Schwupps" - so hat man im August 2018 darauf reagiert?

Zitat "Durch die Festnahme von Magomed-Ali C. erhoffen sich die Ermittler nun Erkenntnisse, wo der damals in seiner Wohnung gelagerte Sprengstoff geblieben ist."

Wir hoffen mit!

Zitat "Die Telefonnummer von B. sei unter einem Pseudonym im Handy von Anis Amri gespeichert gewesen"

Was? Der Terrorist arbeitete mit Pseudonymen???
Das ist aber nicht nett!

22.08.2018 22:27 Ludwig 12

@6 Peter
Hätten Sie dabei sein wollen, als diese Sicherheitsbehörden die von Ihnen benannten Anschläge nicht verhindern konnten??? Und was haben bitteschön eingewanderte Russen mit islamistischen Anschlägen zu tun? Geht's noch?

22.08.2018 21:51 REXt 11

Wetten, der ist bald wieder draußen, keine Beweise, kein Sprengstoff, die sind Kleverin, testen aus, bis..........

22.08.2018 21:43 Hamburg kann somalische Piraten nicht abschieben 10

@Peter 6
"Sollten wir in Zukunft die Einreise russischer Staatsbürger nach Deutschland verbieten? Es könnten potentielle Terroristen daunter sein."

Das würde ihnen so gefallen,
Das wäre in ihrem Sinn,
Sie haben sich ja schon als Russland Hasser geoutet

22.08.2018 21:27 Hamburg kann somalische Piraten nicht abschieben 9

@Peter 6

schreiben sie doch mal über die Anschläge in Ungarn, Polen, Tschechien, ...

ups, da gab es ja nichts zu berichten. ;-)

22.08.2018 21:06 Hamburg kann somalische Piraten nicht abschieben 8

@Peter 6

Ach da haben sie sich aber viel Mühe gemacht beim schreiben und wofür?

Leute wie sie, ohne Argumente, führen immer etwas schlimmeres an um die Realität zu verharmlosen.

Das ist nicht gut!

22.08.2018 20:51 REXt 7

An@2NRW-18, so ist es, die Dunkelziffer, ich möchte nicht spekulieren, allein der Bericht ( Focus)über die Jesidin, die ihren Peiniger in D getroffen hat, spricht Bände, hier tummeln sich Mörder, Vergewaltiger, Is Terroristen u.s.w., bis jetzt hatten wir Glück, aber irgend wann...........Und wir Füttern , Pampern die alle, müssen!