Außenaufnahme der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit dem Dienst-Schild
Das Verfahren gegen den 29-jährigen Tunesier liegt in Karlsruhe beim Generalbundesanwalt. Bildrechte: dpa

Rizin-Fund in Köln Festgenommener hat biologische Waffen hergestellt

Gegen einen Tunesier, in dessen Wohnung die Polizei hochgiftiges Rizin gefunden hat, besteht der Anfangsverdacht, eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben. Konkrete Pläne habe er jedoch nicht gehabt.

Außenaufnahme der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit dem Dienst-Schild
Das Verfahren gegen den 29-jährigen Tunesier liegt in Karlsruhe beim Generalbundesanwalt. Bildrechte: dpa

Die Bundesanwaltschaft beschuldigt einen in Köln festgenommenen Tunesier, "vorsätzlich biologische Waffen hergestellt" zu haben. Gegen den 29-Jährigen bestehe ein Anfangsverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, teilte der Generalbundesanwalt am Donnerstag in Karlsruhe mit. Gegen den Verdächtigen, der hochgiftiges Rizin hergestellt haben soll, war bereits am Mittwochabend Haftbefehl erlassen worden.

Kein konkreter Anschlagsplan

Wie die Justizbehörde weiter mitteilte, gibt es jedoch keine Anhaltspunkte für eine konkretere Anschlagsplanung. Auch sei der Beschuldigte wohl nicht Mitglied in einer terroristischen Vereinigung. Es sei zwar nicht abschließend geklärt, ob der Tunesier einen islamistisch motivierten Anschlag begehen wollte, aber ein dringender Tatverdacht wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat bestehe derzeit nicht.

Auf den in Köln lebenden Tunesier waren Sicherheitsbehörden wegen auffälliger Interneteinkäufe gestoßen. Unter anderem hatte der Mann bei einem Internet-Versandhändler 1.000 Rizinus-Samen und eine elektrische Kaffeemühle gekauft. "Anfang Juni 2018 setzte der Beschuldigte sein Vorhaben um und stellte erfolgreich Rizin her", erklärte die Bundesanwaltschaft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2018 | 11:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 21:39 Uhr