Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Die Daten von Hunderten Politikern und Prominenten wurden ungefragt veröffentlicht. Bildrechte: dpa

Ermittlungserfolg Hacker stahl Daten aus Ärger auf Politiker

Im Fall des Datendiebstahls hat die Polizei Einzelheiten mitgeteilt. Als Tatverdächtiger wurde ein junger Mann aus Mittelhessen ermittelt. Er räumte die Taten ein und gab an, aus Ärger auf Politiker gehandelt zu haben.

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Die Daten von Hunderten Politikern und Prominenten wurden ungefragt veröffentlicht. Bildrechte: dpa

Der nach dem großangelegten Datendiebstahl bei Politikern und Prominenten festgenommene Tatverdächtige hat offenbar aus Ärger gehandelt. Auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der 20-Jährige habe angegeben, aus Ärger über Äußerungen seiner Opfer gehandelt zu haben.

Offenbar Einzeltäter

Der junge Deutsche war bereits am Sonntag in Mittelhessen festgenommen worden. Er konnte durch Zeugenhinweise ermittelt werden. Dabei wurde auch seine Wohnung durchsucht und Datenträger beschlagnahmt. Das BKA erklärte, in Vernehmungen habe er die "gegen ihn erhobenen Vorwürfe umfassend eingeräumt und ist geständig". Auch habe er Aufklärungshilfe geleistet. Nach eigenen Angaben handelte er allein. Hinweise auf eine Beteiligung Dritter erbrachten die Ermittlungen nicht.

Freilassung wegen fehlender Haftgründe

Wegen fehlender Haftgründe wie Flucht- oder Verdunklungsgefahr wurde er inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Er wohnt nach Angaben der Sicherheitsbehörden bei seinen Eltern und ist noch Schüler. Ob er eine Berufsschule oder eine andere Schule besucht, wurde nicht mitgeteilt.

Der Jugendliche ist nicht vorbestraft, gleichwohl war den Behörden laut BKA wegen Ausspähens von Daten bereits vor zwei Jahren aufgefallen. Bisherigen Ermittlungen zufolge konnte der Jugendliche wegen Sicherheitslücken an die sensiblen Daten gelangen. Wo diese Lücken waren, darüber wurde nichts gesagt. Der Tatverdächtige soll die Daten nicht nur gehackt, sondern auch jene, die allgemein zugänglich waren, einfach nur gesammelt haben.

Daten Hunderter Politiker veröffentlicht

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass persönliche Daten Hunderter deutscher Politiker und Prominenter, darunter zahlreiche Handynummern, im Internet veröffentlicht worden sind. Links zu den Datensätzen wurden über einen mittlerweile gesperrten Account im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreitet. Bei den meisten Daten handelte es sich um reine Kontaktangaben wie Telefonnummern, Anschriften oder E-Mail-Adressen, aber auch Kreditkartendaten und Bildaufnahmen. Bei etwa 50 bis 60 Fällen wurden offenbar deutlich mehr persönliche Daten wie z.B. private Chatverläufe, Bewerbungsschreiben und Personalausweise veröffentlicht.

Der Fall hatte auch zu massiver Kritik an den Sicherheitsbehörden und am Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geführt. Bundesinnenminister Horst Seehofer informierte am Dienstag die Öffentlichkeit, wie er auf den Vorfall reagieren will.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 08. Januar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 22:35 Uhr

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63 Kommentare

11.01.2019 13:34 Ekki 63

zugegeben mir wäre Zentrum für Politische Schönheit auch lieber gewesen ^^
vllt. waren Honigtöpfe in Bremen beteiligt
urgendwas geht ja immer ^^

11.01.2019 12:25 INFO 62

NICHT VERGESSEN, wie leicht Edward Snowden die NSA knacken konnte. Er arbeitete im Auftrag einer Beratungsfirma für die NSA. Der US-Geheimdienst stattete ihn mit vielen Rechten aus. So konnte der Whistleblower ungehindert brisante Daten von Hawaii ausabgreifen.

11.01.2019 08:33 der_Silvio 61

"Für Homberg sei der Hacker-Angriff kein Skandal, sagt Claudia Blum: „Wir müssen uns nicht schämen.“ Sie spielt die Attacke herunter: Es gehe ja nicht um Mord und Totschlag. Es sei eine Straftat, ja. Aber der Vorfall zeige auch, was ein Junge von 20 Jahren schafft."
(Quelle: Bild-Artikel 'Bürgermeisterin: »Es gibt einen gewissen Stolz' vom 10.01.2019)

DAS finde ich eher verstörend.
Wäre der Täterkreis ein anderer, so wie zu Beginn gemunkelt aus rechten Kreisen, wäre ihre Reaktion ganz sicher eine andere gewesen.
Aber so; rechts = böse; nicht rechts = nicht böse = 'wir müssen uns nicht schämen / gewisser Stolz'

10.01.2019 16:41 Fragender Rentner 60

Wie hatte man gestern Abend bei "exatr3" im NDR gesagt, er bekommt dann bestimmt einen Posten bei der Bild.

10.01.2019 16:38 Fragender Rentner 59

Warum wird bei dem was er tat soviel Theater gemacht?

Soll oder war doch angeblich nicht so schwer?

Wo es soviele gibt die ihre Daten freiwillig ins Netz stellen und nicht richtig absichern ??????????????

10.01.2019 10:00 der_Silvio 58

@57 Wessi; "und wenn der Jugendliche nun ein "Rechter" ist?"

Hier nochmal für sie ein Satz aus einem Artikel von der Bild ('So kamen die Ermittler dem Hacker auf die Spur' vom 08.01.2019):
"Weiterhin gebe es keine Hinweise auf weitere Täter, einen Bezug zur rechtsextremen Szene schließt Münch aus."

Einfach nur peinlich, Wessi!
"Es soll ja "geistige Brandstifter" geben!" - schreiben sie da von sich selbst?

09.01.2019 21:41 Wessi 57

@ 55/56...und wenn der Jugendliche nun ein "Rechter" ist? Es soll ja "geistige Brandstifter" geben!

09.01.2019 12:57 Norbert NRW 56

@55 Jau habe ich auch gesehen, das war mal Populismus in seiner übelsten Art und Weise von C.K. da kommt jetzt erst mal nix mehr "Geistreiches" aber wer erwartet da noch viel Hirnschmalz bei solchen Fachkräften...Die Welt lacht sich über uns Idioten doch kaputt, wir schaffen es mit dem Personal auf der Brücke, auch ohne Brexit o.ä. die Karre immer tiefer in den Dreck zu fahren.

09.01.2019 11:42 Faktencheck 55

Am 04.01. hat uns die Tagesschau, in Persona Constanze Kurz vom CCC, mitgeteilt, dass der Angriff in seiner Art und Form typisch für das RECHTE Umfeld sei! Und nun stellt sich heraus, dass es sich um einen EINZELNEN Jugendlichen handelt...
Zur Info: Die Linksfraktion benannte Kurz als Sachverständige für die Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages.

09.01.2019 11:13 Georg 54

@ 5 3 ja das stimmt, dafür haben diese doch auch ihre 10 Berater und ihr Ministerium da müssen diese feinen Politiker nichts bringen.................. s. die feine Leyen ich wundere mich stets das es kluge Offiziere mit der mit machen, ist für mich immer ndoch ein Rätsel.

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