Braunkohle-Gegner 17 Festnahmen im Hambacher Forst

Seit drei Tagen räumt die Polizei die Baumhäuser von Kohlegegnern im Hambacher Forst. Braunkohle-Gegner leisten Widerstand. Auch sollen sich Umweltschützer in Erdlöchern verschanzt haben.

Bei der Räumung des Braunkohlereviers Hambacher Forst bei Köln sind 17 Menschen festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden zudem weitere Kohlegegner aus ihren Baumhäusern geholt. Einige von ihnen hätten sich dort angekettet. Zudem zündeten Kohlegegner im Wald Rauchtöpfe an, aus denen weißer und grüner Rauch aufstieg. Ein Polizist verletzte sich bei dem Einsatz.

Kohlegegner in Erdlöchern

Die Polizei hatte am Freitag damit begonnen, die Baumhaussiedlung "Oaktown" im Hambacher Forst zu räumen. Zwei Häuser sind laut Polizei inzwischen leer. Die Räumung von "Oaktown" zieht sich allerdings hin, da es Hinweise gibt, dass sich Umweltschützer in Erdlöchern verschanzt haben könnten.

Die Feuerwehr hält die "Stollen" für einsturzgefährdet und überprüft die Erdlöcher mit Teleskopkameras. Ein Sprecher der für die Räumung zuständigen Stadt Kerpen sagte, solange unklar sei, ob es weitere Gänge gebe und dort Menschen versteckt seien, könne bei der Räumung kein schweres Gerät eingesetzt werden.

Weitere Siedlung wird geräumt

Am Samstag begann die Polizei damit, die Räumung einer weiteren Baumhaussiedlung namens "Gallien" vorzubereiten. Die Bewohner wurden per Lautsprecher aufgefordert, die Baumhäuser zu verlassen.

Kohlegegner zünden Rauchtöpfe im Hambacher Forst.
Um Polizei an der Räumung zu hindern, zünden Kohlegegner Rauchtöpfe an. Bildrechte: dpa

Unterdessen besetzten Kohlegegner mehrere Bagger im Braunkohle-Kraftwerk Niederaußem in der Nähe des Hambacher Forstes. Die Polizei zog dort am Samstagmittag Kräfte zusammen. Umweltschützer sprachen von 20 Anhängern in Niederaußem.

Im Hambacher Forst haben Kohlegegner Dutzende Baumhäuser errichtet. Sie wollen den Wald schützen. Der Braunkohlekonzern RWE hat angekündigt, den Hambacher Forst ab Oktober zu roden. Der Wald soll einer Erweiterung des Braunkohlereviers weichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. September 2018 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2018, 12:32 Uhr

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17 Kommentare

17.09.2018 12:58 Norbert NRW 17

Der Hambacher Forst liegt im Gebiet von Garzweiler II dieser Abbau wurde vor Jahren von Bärbel Höhn (Grüne) genehmigt. Die RG Landesregierung hat dieses Problem wie viele andere auch einfach jahrelang weggewischt. Das ganze ist nur ein Politikum wobei zeitgleich knapp ne halbe Std weit weg zig ha Wald gerodet wurde für 5 Windräder....wo waren denn da diese sog. Aktivisten ?

17.09.2018 11:44 bürger 16

Da zeigen diese Ökoanbeter wenigstens mal ihre hässliche Seite und wessen Geist sie sind.
Wenn irgendwo ein Windrad aufgestellt wird und da Bäume gefällt werden müssen, hört man von diesem Klientel aber nichts. Das ist dann plötzlich in Ordnung, wenn streng geschützte Vögel, wie Rotmilan z. B. in die Windradflügel fliegen und qualvoll verenden.
Insofern geht es diesen "Aktivisten" nur um die öffentliche Aufmerksamkeit.
Wenn die seit 2012 dort campieren, auf Baumhäusern oder in Erdlöchern, gehen die doch mit Sicherheit keiner geregelten Arbeit nach, also Asoziale, die von Stütze leben. Muss ich davon ausgehen.
Ausserdem ist der Hambacher Forst seit einiger Zeit im Besitz von RWE. Insofern ist die Räumung legitim. Da es sich aber um äußerst aggresives und gewaltbereites Klientel handelt, ist das Einschreiten der Polizei legitim.
Allerdings muß es auf Verhältnismässigkeit ausgerichtet sein und Deeskalation.
Sind denn Göring-Eckhard, Roth und der Hofreiter schon vor Ort?

17.09.2018 11:02 Frederic 15

Diese selbsternannten "Umweltretter" schädigen mit "IHREM TUN" den Wald. Ergo wo ist das Problem, es gibt im Grunde keine Probleme, aber immer eine LÖSBARE Aufgabe. Die Bäume sind duch die Ativisten zerstört, ergo der Wald muss gerodet werden, 10 Bulldozer in Reihe aufstellen und mit Planierschild nach unten LOSFAHREN und Plattplanieren. Es wird - auch von der BRD Politik gesagt, Müll muss entsorgt werden, also das Müll- problem lösen ---

16.09.2018 20:10 Fragender Rentner 14

Wenn man das im Fernsehen richtig deuten kann, ist die Polizei ganz schön voran gekommen. :-(

16.09.2018 09:09 Ekkehard Kohfeld 13

@ Uwe 12 @,10
Wer mit Zwillen Kugeln auf Menschen abfeuert bewegt sich nicht am Rand der Kriminalität. Der ist ein potentieller Mörder. Und analog den Verfahren gegen die 200 Rechtsextremen müsste , wenn denn tatsächlich gleiches Recht für alle gilt, jeder einzelne der dort handelnden vor Gericht gestellt und zu Freiheitsstrafen verurteilt werden.##Völlig richtig wenn jemand bei den Rechten den verbotenen Gruß zeigt durch den niemand körperlichen Schaden nimmt wird er eingesperrt,wo beleibt da das Gleichheitsprinzip und die Verhältnismäßigkeit bei diesen Krawallmachern?Nein ich nenne die nicht Ac...

15.09.2018 21:08 Uwe 12

@,10
Wer mit Zwillen Kugeln auf Menschen abfeuert bewegt sich nicht am Rand der Kriminalität. Der ist ein potentieller Mörder. Und analog den Verfahren gegen die 200 Rechtsextremen müsste , wenn denn tatsächlich gleiches Recht für alle gilt, jeder einzelne der dort handelnden vor Gericht gestellt und zu Freiheitsstrafen verurteilt werden.

15.09.2018 20:20 Fragender Rentner 11

Nun müssen sie auch in dem Wald noch Bergbaurettung üben und ausführen für die Untertage wohnenden. :-(

Wie der eine Demonstrant sagte wir wollen alle in den Wald als sie aus dem Zug stürmten und die Polizei rannte ihnen hinterher?

Wieso konnten sie sie nicht aufhalten?

15.09.2018 18:47 Frank 10

Aktivisten? Hier tanzt eine absolute Minderheit mit höchst fragwürdigen Methoden, hart am Rand der Kriminalität, der unbeteiligten Mehrheit auf der Nase herum.

15.09.2018 16:48 Erik 9

Da keine Links erlaubt sind, hier ein Zitat aus der Aachener Zeitung: "Um sich in Gegenwart von Polizei oder RWE-Personal untereinander zu verständigen, geben die Wiesencampbewohner Laute von sich, Zwitschern, Pfeifen, Wolfsgeheul, sagt Axel G. Manche reiben sich mit Kot oder Menstruationsblut ein, damit die Polizei sie nicht anfasst oder sich zumindest ekelt. Einmal hatte Axel G. es mit einem Mann zu tun, der auf dem Revier unaufhörlich seine Rastalocken hin und her warf — um die Läuse aus seinen Haaren auf die Polizisten zu übertragen. Axel G. sagt, die Campbewohner wüssten genau, wie sie die Polizisten provozieren können. „Bei solchen Einsätzen ruhig zu bleiben, ist manchmal eine Herausforderung“, sagt er."

Ich nehme mal stark an, daß es einen Grund gibt, daß der im ersten Bild weggetragenen Demonstrantin der Mund zugehalten wird.

15.09.2018 16:25 ein schon länger in Deutschland lebender 8

da ist dann aber auch bei den Aktivisten von RRG die Grenze des Rechtsstaates erreicht, nachdem sie immer rufen wenn es ihnen in den Kram passt.

ein klein wenig heuchlerisch von RRG würde ich sagen.