Reisende eilen zu den Waggontüren eines ICE
Sollten Bahn-Reisende mehr für Tickets zahlen? Bildrechte: imago/Reiner Zensen

Krise bei der Bahn Bundesbeauftragter fordert höhere Bahnpreise

"Für 19 Euro quer durch Deutschland, das kann nicht der Normalfall sein", sagt der Schienen-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann. Um die Bahn aus der Krise zu bringen, schlägt er höhere Preise vor.

Reisende eilen zu den Waggontüren eines ICE
Sollten Bahn-Reisende mehr für Tickets zahlen? Bildrechte: imago/Reiner Zensen

Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, hat die Bahn aufgefordert, ihre Ticketpreise zu erhöhen. So könnten die nötigen Investitionen für die Schiene finanziert werden, sagte der parlamentarische Verkehrs-Staatssekretär der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren", sagte der CDU-Politiker, der seit zehn Jahren Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist. Auch Fernbusse würden teurer, die Zeiten des "ruinösen Wettbewerbs" seien vorbei, begründete er seinen Vorstoß. Es könne nicht der Normalfall sein, für 19 Euro quer durch Deutschland zu fahren.

Zusammen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer verhandelt Ferlemann zurzeit mit der Spitze der Bahn über eine Neustrukturierung des bundeseigenen Konzerns. Die Bundesregierung fordert noch im ersten Halbjahr 2019 Verbesserungen bei Service und Pünktlichkeit.

In der "FAS" lehnte Ferlemann des Weiteren einen Verkauf der Bahn-Auslandstochtergesellschaft Arriva ab. Den Verkauf hatte Bahnchef Richard Lutz vorgeschlagen.

Kritik von den Grünen, Verständnis bei Pro Bahn

Bei den Grünen stieß Ferlemanns Forderung auf Kritik. "Höhere Bahnpreise und schlechtere Angebote werden dazu führen, dass Reisende auf andere Verkehrsmittel umsteigen", sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter.

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich dagegen aufgeschlossen. Sprecher Karl-Peter Naumann erklärte, er könne sich aus ökologischen Gründen Preiserhöhungen in allen Verkehrsbereichen vorstellen, vor allem aber auf der Straße und im Luftverkehr.

Die Bahn selbst wollte sich am Sonntag nicht zu dem Bericht äußern - auch weil am kommenden Mittwoch noch ein Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ansteht. Die Bahn hatte ihre Fernverkehrspreise zuletzt zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember erhöht. Sie stiegen um durchschnittlich 0,9 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Januar 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2019, 13:13 Uhr

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48 Kommentare

29.01.2019 16:40 Niemanden wird etwas weggenommen. 48

Vielleicht könnte man auch aus dem Bundeshaushalt die Rücklagen (35 Mrd.) von Scholz für die Investitionen verwenden, statt wieder die Preise zu erhöhen?

28.01.2019 16:59 Christian Franke 47

Wir alle wissen warum alles teurer wird. Unter fadenscheinigen Begründungen wie z.B Umwelt- und Gesundheitsaspekten paukt man durch das alles preislich ansteigt. Der Grund ist ein anderer aber die Wahrheit zu schreiben ist nicht mehr erlaubt weil man dann ein böser Nazi währe !

28.01.2019 15:31 M. Jacob 46

Derzeit kostet die Fahrt vom Saarland nach Görlitz zur Familie und zurück offiziell ca. 300 €.
Da bin ich froh, wenn ich überhaupt einen Sparpreis erhaschen kann.
Ohne Sparpreise kann ich nur noch sagen: "Ade liebe Bahn, es war nett mit Dir!"

28.01.2019 12:23 N 45

@ 3 7 ja das stimmt voriges Jahr kam in der Zeitung das alle Abgeordnete umsonst 1. Klasse mit auch Angehörige umsonst die 'bahn nehmen können, größte Sauerei die es gibt bei ihrem nichtsbringenden Gehalt, muß man sich als Bürger alles gefallen lassen, ich frage mich wie lange noch ??

28.01.2019 12:19 N 44

ich bin mit der D M vor Jahren für 2 5 .- DM
vom Schwarzwald nach Zwickau gefahren hinn und zurück am Wochenende jeweils. Die Preissteigerungen sind um 100 % s. der Euroeiführung und es ght so weiter verlasst euch darauf mit allem.

28.01.2019 09:58 rosalie04 43

Der Herr Ferlemann selber bezahlt seine Bahnfahrten sicher nicht. Mein Mann ist Pendler und zahlt jeden Monat über 120 Euro für die Monatskarte. Und dieser Betrag wird jedes Jahr höher. Die Leute, die jeden Tag Bahn fahren müssen, werden abgezockt. Es werden doch nur die Leute zur Kasse gebeten, die die Bahn unbedingt brauchen, um auf Arbeit zu kommen.

28.01.2019 09:44 Günter Kromme 42

Die Bahn will zum x-ten mal die Preise erhöhen und um dafür die nötige Akzeptanz zu erreichen müssen die Preise der anderen Verkehrsmittel ebenfalls steigen.
Das ist natürlich eine Steilvorlage um Kraftstoffpreise zu erhöhen. Oder sollte man sagen das wieder ein Komplott gegen die Bevölkerung ausgeheckt wird?

28.01.2019 01:10 DER Beobachter 41

Der Mann hat offenbar 0, in Worten NULL, Ahnung von den Jahr für Jahr steigenden Tarifen und dem stetig künstlich verkomplizierten Tarifdschungel...

27.01.2019 20:20 MarcIlm 40

Höhere Bahnpreise. Humorist, der Mann. Um in vielen ökologischen Schwurbeleien in die Nähe von Realitäten zu kommen müsste es eigentlich eine nahezu kostenlose "Grundbahn" geben. So ist das Bahnreisen eine Art Luxus. Für Preise um 80 Euro stand/lag auch ich schon zwischen Koffern und Kindern mit Blick auf vollgesch...Toiletten. Da stimmt etwas nicht.

27.01.2019 20:07 Nur mal so! 39

@31 Horst: Preis von bahn.de! Ich hab mich dummerweise kurz entschlossen und wollte heute fahren, was ja im realen Leben vorkommen soll! Ist denn die Fahrstrecke in einem Monat kürzer, weil der Preis geringer ist? Oder bin ich schon jetzt eine Melkkuh, weil ich umweltbewusst sein will? Was soll dieses Preismodel? Ist das bei der Bahn jetzt schon wie bei einem Transatlantikflug? Plane ich meine Zugfahrt schon soweit im voraus, wie einem Urlaubsflug od. einer Dienstreisen? Mein Auto steht vorm Haus und braucht bis Erfurt nur ca. 11l Diesel für ca. 14€uro. Und das egal, ob heute, morgen oder in einem Monat.