Urlaubsrückkehrer Ruf nach verpflichtenden Corona-Tests

Mit steigenden Infektionszahlen werden Forderungen in der CSU und FDP nach verpflichtenden Corona-Tests lauter, zumindest nach einem Urlaub in Risikoländern. Die FDP will Risiko-Urlauber sogar dafür zahlen lassen. Am Flughafen Leipzig/Halle werden seit Montag Tests angeboten. In Frankfurt am Main wird noch nicht getestet.

25.07.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Mann verlässt das Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn.
Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn. Bildrechte: dpa

Mehrere Politiker fordern verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte "Bild", die Pflicht müsse es vor allem für Heimkehrer aus Risikogebieten geben. Wenn das rechtlich nicht möglich sei, müsse entsprechendes Recht geschaffen werden. Ähnlich äußerte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag. Er forderte eine bundeseinheitliche Lösung.

Auch FDP-Chef Christian Lindner sprach sich für verpflichtende Tests aus, die auch von den Urlaubern selbst gezahlt werden sollten.

Wer sich freiwillig in ein Risiko begibt, als Tourist, der wird dann in Kauf nehmen müssen, dass er für diesen Test auch bezahlt.

FDP-Chef Christian Lindner im ZDF

Dagegen verteidigte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Dilek Kalayci (SPD), die vereinbarte freiwillige Regelung. Die Berliner Gesundheitssenatorin sagte im ZDF, zunächst gehe es ja erstmal um Verdachtsfälle. Ein Test-Zwang wäre "schon ein starker Eingriff in die Intimsphäre beziehungsweise in die körperliche Unversehrtheit".

Rechtliche Hürden

Kanzleramtsminister Helge Braun zufolge werden verpflichtende Tests für Urlauber derzeit juristisch geprüft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte bereits am Wochenende eine Test-Pflicht für Risiko-Urlauber in Aussicht gestellt. Diesen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte müsse man aber genau abwägen.

Nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern können sich alle Auslandsreisenden nach ihrer Rückkehr in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Nach einem Urlaub in Risikoländern ist das direkt an Flug- und Seehäfen möglich. Wer sich nicht testen lässt, muss 14 Tage in Quarantäne. Nach einem weniger riskanten Urlaub kann man sich binnen drei Tagen kostenlos am Wohnort testen lassen.

Hallenser können sich am Flughafen testen lassen

Die Stadt Halle bietet ihren Bürgern am Flughafen Leipzig/Halle seit Montag Corona-Tests an, egal woher sie aus dem Urlaub zurückkommen. Das gilt zunächst aber ausschließlich für Menschen mit Wohnsitz Halle. Ein Test kostet nach Angaben der "Mitteldeutschen Zeitung" 142 Euro. Die Teilnahme ist freiwillig und die Getesteten werden vom Gesundheitsamt telefonisch über das Resultat informiert.

In Berlin starten in dieser Woche kostenlose Tests. An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wird das bereits seit dem Wochenende angeboten, dort jedoch nur für Rückkehrer aus Risikogebieten.

Noch keine kostenlosen Tests in Frankfurt

Anders sieht es dagegen an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main aus: Am Airport werden momentan noch keine kostenlosen Corona-Tests für Auslandsurlauber angeboten. Der Flughafenbetreiber Fraport verwies am Montag erneut auf ungeklärte Fragen etwa zur Trägerschaft und Kostenübernahme. Man befinde sich in enger Abstimmung mit den Behörden, hieß es.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Juli 2020 | 08:00 Uhr

21 Kommentare

Klarheit vor 18 Wochen

sie können anscheinend Texte nicht richtig lesen und noch weniger einordnen und den Sinn begreifen -- es bezog sich auf Ihre Äußerung jemanden der sich Tests widersetzt sofort in Quarantäne zu schicken ................. Impfgegner dann wahrscheinlich sofort in den Knast -- jetzt verständlich ?

Mitteldeutsch vor 18 Wochen

@SENSIBEK Daumen hoch!!

(Az. I C 170.56) schon 1959 entschieden Bundesverwaltungsrichter für die Impfpflicht

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL

außerdem geht es jammernde Impfgegner nicht um Grundgesetz, die nutzen jede Gelegenheit um regierungsfeindlich Volk zu Spalten und verbreiten Hass und Hetze

nicht über jedes hingehaltene Stöckchen springen!

Mitteldeutsch vor 18 Wochen

Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes ergibt sich aus Artikel 74 Abs. 1 Nr. 19 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 73 Grundgesetz. Danach dürfen Maßnahmen gegen übertragbare Krankheiten ergriffen werden." Der Schutz der öffentlichen Gesundheit sei aus verfassungsrechtlicher Sicht ein Gemeinschaftsgut, welches schwerer wiege als individuelle Einzelinteressen.