Symbolbild mit Spielfiguren und Geldmünzen: Rente mit 63
Wer abschlagsfrei in den Vorruhestand gehen will, kann ab dem 50. Lebensjahr freiwillige Zusatzbeiträge an die Rentenkasse zahlen. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Gesetzliche Rentenversicherung Freiwillige Zusatzbeiträge für Vorruhestand immer beliebter

Immer mehr Rentenversicherte zahlen freiwillige Zusatzbeiträge, um vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen zu können. 2017 nutzten über 11.600 Menschen diese Möglichkeit. Im Jahr zuvor waren es noch weniger als 4.500.

Symbolbild mit Spielfiguren und Geldmünzen: Rente mit 63
Wer abschlagsfrei in den Vorruhestand gehen will, kann ab dem 50. Lebensjahr freiwillige Zusatzbeiträge an die Rentenkasse zahlen. Bildrechte: imago/Christian Ohde

In Deutschland zahlen immer mehr Arbeitnehmer freiwillige Zusatzbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung, um im Alter vorzeitig ohne Abschläge in Rente gehen zu können.

Anstieg um 160 Prozent

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Samstag unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung berichtete, nutzten im vergangenen Jahr 2017 insgesamt 11.620 Versicherte diese Möglichkeit. Im Vorjahr 2016 zahlten hingegen lediglich 4.480 Menschen freiwillig solche Beiträge. Das sei eine Zunahme von 160 Prozent. Den Angaben zufolge summierten sich die freiwillig gezahlten Zusatzbeiträge 2017 auf 207 Millionen Euro. 2016 seien es lediglich 86 Millionen Euro gewesen.

Zahlungen mittlerweile ab 50. Lebensjahr

Seit Juli 2017 können gesetzlich Rentenversicherte bereits ab dem 50. Lebensjahr freiwillige Zusatzbeiträge für den abschlagsfreien Vorruhestand leisten. Bis dahin war das erst ab dem 55. Lebensjahr möglich.

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, sieht im Anstieg der gezahlten Zusatzbeiträge einen Beweis für das Vertrauen, das die Beitragszahler in die Sicherheit der gesetzlichen Rente haben. Zudem wirkten sich die Zahlungen "positiv auf die Finanzen der Rentenversicherung aus", sagte Roßbach dem Redaktionsnetzwerk.

ein glücklich schauendes älteres Ehepaar
Um im Vorruhestand nicht zu viele Rentenpunkte einzubüßen, sind freiwillige Zusatzbeiträge eine Option. Bildrechte: colourbox

Abschlagsfrei in Frührente Ein gesetzlich Rentenversicherter, der vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, dem wird für jeden Monat, den er weniger arbeitet, ein Abschlag von 0,3 Prozent berechnet. Durch Sonderzahlungen können Versicherte das jedoch vermeiden. Laut dem seit 1. Juli 2017 geltenden Flexi-Rentengesetz können die freiwilligen Ausgleichszahlungen schon ab dem 50. Lebensjahr geleistet werden. Wie hoch die Zahlung genau sein muss, hängt allerdings davon ab, wie viele Monate jemand früher in Rente gehen will und wie hoch sein Gehalt ist. Die genauen Angaben stehen in einer besonderen Rentenauskunft, die Versicherte bei der Rentenversicherung anfordern können.

Beispiel: Wer eine monatliche Rente von 1.200 Euro zu erwarten hat und zwei Jahre eher in den Ruhestand gehen will, müsste einen Abschlag von 24 mal 0,3 Prozent hinnehmen - das wären 7,2 Prozent. Die monatliche Rente würde sich in dem Fall um 86 Euro verringern. Stand 1. Juli 2018 müsste der Arbeitnehmer 20.500 Euro zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen, um diesen Abschlag wieder auszugleichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Dezember 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2018, 17:36 Uhr

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42 Kommentare

24.12.2018 16:59 Bingo 42

Wer hat der kann ,aber nicht jeder hat das Geld. Rund 50 % der Renten unter 800 Euro. Eigentlich müßten sich die Leute eine Gelbe oder Rote Weste anziehen und auf die Straße gehen.Der deutsche Michel ist aber ein Feigling ,deshalb funktioniert das hier mit den niedrigen Renten...Trotz allem, ein friedliches und frohes Weihnachten.

24.12.2018 15:13 Alfred 41

Das Rentenproblem lässt sich leicht lösen wenn endlich mal einer aus der Politik den Ar..... in der Hose hat und ein Gesetz beantragt ,das die Beamten auch in die Rentenkasse einzahlen müssen und die selbe durchschnittliche Rente bekommen wie der restliche Deutsche

24.12.2018 11:07 Lutz 40

Das Beispiel soll heißen,das ich 19 Jahre 86 euro mehr Rente bekomme bis der erste Euro dabei rausspringt?? Oder das ich für Zwei Jahre eher in Rente,20000 euro bezahlen soll,,,,äh 24 monate Mal 86 euro=20000 Euro,ich war in Mathe ja schon immer blöd aber das ist selbst mir zu dumm

24.12.2018 08:23 ein schon länger in Deutschland lebender 39

@Peter 36

"Und erfunden hat´s nicht die SPD, sondern das Bundesverfassungsgericht.
Aber das wissen Sie doch ganz genau. Oder irre ich mich."

da irren sie sich ganz gewaltig, Das BVG hat eine Ungleichbehandlung festgestellt und das hat die SPD in die Besteuerung der Rente umgewandelt.

Eine Ungleichbehandlung hätte auch anders aus der Welt geschafft werden können.
Aber das wissen Sie doch ganz genau. Oder irre ich mich?

24.12.2018 07:44 Carolus Nappus 38

Letztlich ist das genauso ungerecht, wie überhaupt die Möglickeit vorzeitig in Rente zu gehen. Ungerecht, weil die Abzüge in Relation zur längeren Bezugsdauer zu niedrig sind. Komischerweise bekommt man ja bei späterem Renteneintritt pro Monat 0,5% mehr Rente. Diese Zahl liegt deutlich näher an der realen Relation. Beides sind also eher Geschenke für die ohnehin schön Bessergestellten. Wer schon wenig verdient kann sich die Abschläge oder zusätzlichen Beiträge sowieso nicht leisten, muss aber dieses Geschenk an die Besserverdienenden in Form der zu niedrigen Abzüge trotzdem mitfinanzieren. Und dafür lässt sich die Andrea dann auch noch feiern.

23.12.2018 22:39 Peter 37

@29: Zitat von der Web-Site der Deutschen Rentenversicherung: "Freie Wahl bei der Beitragshöhe
Auf die Anzahl der Beiträge kommt es dann an, wenn Sie einen bestimmten Umfang an Versicherungszeiten für einen Rentenanspruch benötigen. Für die Rentenhöhe ist die jeweilige Beitragshöhe ausschlaggebend. Möchten Sie in diesem Jahr freiwillige Beiträge zahlen, ergeben sich aus dem Beitragssatz von derzeit 18,6 Prozent
als Mindestbeitrag monatlich 83,70 Euro,
als Höchstbeitrag monatlich 1.246,20 Euro.
Als freiwillig Versicherter bestimmen Sie die Anzahl und Höhe der Beiträge selbst. Sie können pro Kalenderjahr bis zu zwölf Monatsbeiträge zahlen und dabei jeden Betrag vom Mindest- bis zum Höchstbeitrag frei wählen."
Lügen-Vorwürfe haben mitunter kurze Beine.

23.12.2018 22:25 Peter 36

@28: Sie scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass Rentenbeiträge zu Arbeitszeiten steuerlich abgesetzt werden können.
Man spart Steuern, wenn man gearbeitet hat und zahlt Steuern, wenn man Rentner ist, Übrigens nur, für den Rentenbezug oberhalb der Freigrenze.
Das nennt sich nachgelagerte Besteuerung.
Und erfunden hat´s nicht die SPD, sondern das Bundesverfassungsgericht.
Aber das wissen Sie doch ganz genau. Oder irre ich mich.

23.12.2018 22:04 Kritischer Bürger 35

@Wessi 33: +...Die gesetzl Rente, war trotz mehrerer deutscher+internationaler Katastrophen letztendlich die einzige Konstante d.letzten 100 Jahre,Udo K.!...+
Sie haben vergessen die Katastrophe DDR-Beitritt zu BRD in Punkt Rente, Zusatzrente aus DDR-Zeit (die ja heute NOCH in der Diskussion ist, ob nun gezahlt werden soll oder nicht) fast 30 Jahre nach Wiedervereinigung. Fast 30 Jahre, wo alte Leutchen=Rentner inzwischen verstorben sind!! Also von einzige Konstante wohl kaum zu schreiben!

23.12.2018 21:53 ein schon länger in Deutschland lebender 34

@Wessi 33

"daß im Westen die Frauen eine wesentliche niedrigere Rente bekommen, weil nicht berufstätig"

und es geht wieder los mit dem Neid gegen den Osten!

Langweilig @wessi!

23.12.2018 21:17 Wessi 33

@ 23 Danke für die Korrektur.Ist ja auch nur ein Internetrechner!Genau so unzuverläßig wie anderes in diesem Medium.TATSACHE ist aber: wer bekommt so viel Rente? Der user "kritischer Bürger" wird sicher in der Mehrzahl Rentner mit wesentlich weniger im Umfeld haben.Das ist weit über dem Durchschnitt, auch für 2...gucken Sie auf Vergleichszahlen!(Sie dürfen nicht vergessen, daß im Westen die Frauen eine wesentliche niedrigere Rente bekommen, weil nicht berufstätig).Letztendlich spricht doch nichts dagegen wenn man versucht solidarisch (wenn man früh stirbt) oder selbstprofitierend (wenn man alt wird) sein Geld anlegt, denn man hat ja i.d.Regel den Kindern den Weg bereitet den sie dann allein beschreiten müssen,warum viel vererben?Die gesetzl Rente, war trotz mehrerer deutscher+internationaler Katastrophen letztendlich die einzige Konstante d.letzten 100 Jahre,Udo K.!