"Andere Aufgaben" Sigmar Gabriel gibt Bundestagsmandat ab

Der SPD-Politiker Sigmar Gabriel scheidet zum 1. November aus dem Bundestag aus. In einem Schreiben an Freunde und Weggefährten nennt er "persönliche Gründe", so etwa seinen 60. Geburtstag.

Sigmar Gabriel
Sigmar Gabriel war zuletzt immer eine kritische Stimme in der eigenen Partei, der SPD, gewesen. Bildrechte: dpa

Sigmar Gabriel (SPD) gibt sein Bundestagsmandat zum 1. November ab. Das kündigte der frühere Außenminister in einem Schreiben an Freunde und Weggefährten an. Als Anlass nannte er "persönliche Gründe".  Mitte September feierte Gabriel seinen 60. Geburtstag. Das sei für ihn auch Anlass, über seine weitere politische und berufliche Tätigkeit nachzudenken, schrieb er.

Zudem hat Gabriel auch zwei Lehraufträge an den Universitäten Bonn und Harvard inne, ist Redner und ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins "Atlantik-Brücke", dessen Ziel die Pflege der Beziehungen zu den USA ist. All diese Aufgaben würden ihn zunehmend beanspruchen und beschäftigen. Diese neuen Aufgaben und das Abgeordnetenmandant gleichzeitig wahrzunehmen, halte er nicht für vertretbar.

20 Jahre lang politisches Schwergewicht

Sigmar Gabriel sitzt seit 2005 im Deutschen Bundestag. Zuvor, nämlich von 1999 bis 2003 war er niedersächsischer Ministerpräsident. Von 2005 bis 2009 war er Bundesumweltminister, 2013 bis 2017 war er Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler unter Angela Merkel. SPD-Vorsitzender war er von 2009 bis 2017.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2019 | 20:00 Uhr

20 Kommentare

Wessi vor 34 Wochen

"Selbstzerfleischung" wurde der SPD auch schon in den 70er unterstellt.Nein, es ist gesunde Diskussionskultur.Wir sind eben keine "Strammsteh-Partei", daran ist der Basta-Schröder gescheitert, aber genau das macht die SPD aus.Gewiß, wir sind im Tief, aber das ändert sich auch wieder, wir müssen nur aus GroKo raus!Und genau für diese steht Gabriel.

Horst Schlaemmer vor 34 Wochen

Da ich kein SPD-Genosse bin, lässt mich ihr Kommentar nicht nabelschauend und selbstzerfleischend werden. Und sicher: Die Mitgliederzahl einer Partei ist für Wahlen eher uninteressant, doch irgendwie im Fall der SPD doch noch ganz respektabel. Ende 2018 waren es 437.754. Das ist schon was - zum Beispiel im Vergleich zu 33.516 AfD-Genossen (Zahl 2018). Auf einen Gauland kamen 13 Gabriels. Doch will ich hier keine Neiddebatte lostreten, und Gott bewahre vor einem Gauland und 13 Gabriels.

ElBuffo vor 34 Wochen

Das hier: "wird kaum ein Genosse vermissen" dürfte ein Kernproblem dieser Partei sein. Dem Wähler muss es schmecken, wenn man möglichst viele Genossen im Parlament haben will. Die Zahl der Genossen reicht nicht mal für ein 1% der stimmen. Mit ihrer Nabelschau und Selbstzerfleischung steuern sie geradezu auf diese Marke zu.