Sigmar Gabriel
In den Regionalkonferenzen hatte Gabriel Ende Februar noch für die Große Koalition geworben. In den Umfragen gehört Gabriel zu den beliebtesten Politikern. Bildrechte: dpa

SPD-Minister Neue Regierung ohne Gabriel

"Ich werde der neuen Bundesregierung nicht mehr angehören", teilte Außenminister Gabriel mit. Über die Personalie Gabriel wurde lange spekuliert. Zuletzt war von Seiten der SPD-Basis wieder für ihn geworben worden. Unterdessen wurde bekannt, dass auch Umweltministerin Hendricks nicht dem neuen Kabinett angehören wird.

Sigmar Gabriel
In den Regionalkonferenzen hatte Gabriel Ende Februar noch für die Große Koalition geworben. In den Umfragen gehört Gabriel zu den beliebtesten Politikern. Bildrechte: dpa

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel wird der neuen Bundesregierung nicht mehr angehören. Das teilte er selbst über Twitter mit. Gabriel schreibt, die SPD-Spitzen Andrea Nahles und Olaf Scholz hätten ihn darüber unterrichtet.

Am Freitag will die SPD ihre Ministerliste vorlegen. Sie hat Anspruch auf sechs Ministerposten, darunter den des Außenministers. Über die Besetzung hält sich die SPD bedeckt. Lediglich die Medien spekulieren: Sie sehen Justizminister Heiko Maas oder Arbeitsministerin Katarina Barley als Kandidaten für das Außenamt. Als mögliche Neulinge in der SPD-Ministerriege werden die Generalsekretärin der NRW-SPD, Swenja Schulze, und die Bürgermeistern von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey, genannt.

Gabriel schreibt in dem Tweet, dass er nach wie vor Abgeordneter des Bundestages bleiben werde, die Zeit in der er politische Führungsaufgaben in der SPD wahrgenommen habe, aber ende. Er schilderte nochmals wichtige Stationen seiner Amtszeit und wünschte der neuen Bundesregierung und seinem Nachfolger im Amt des Außenministers "von Herzen Erfolg für die Bewältigung der vor uns liegenden großen Herausforderungen ...".

Mit der Spitze überworfen

Darüber, dass Gabriel dem neuen Kabinett der großen Koalition nicht mehr angehören könnte, war seit längerem spekuliert worden. Er hatte nicht zuletzt wegen seiner Kritik an dem inzwischen zurückgetretenen Ex-Parteichef Martin Schulz Unmut aus den eigenen Reihen auf sich gezogen.

Linke: SPD schiebt Widersacher ins Abseits

Nach Ansicht von Linken-Chef Bernd Riexinger ist Gabriels Abgang keineswegs ein Signal für die Erneuerung der SPD. Vielmehr nutzten Nahles und Scholz die Gunst der Stunde, ihren Widersacher Gabriel ins Abseits zu schieben, sagte Riexinger der Nachrichtenagentur AFP. So lange die SPD-Spitze nicht bereit sei, sozialdemokratische Politik für alle zu machen, spielten die Personalien nur eine untergeordnete Rolle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2018 | 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 11:51 Uhr

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53 Kommentare

10.03.2018 09:12 Kritischer Bürger 53

Vllt. Berechnung? Hr.Schulz und Hr.Gabriel kümmern sich um ihre Familien und schauen von Außen zu, wie diese Regierung den Bach runter geht. In 2 Jahren dann irgendein Partei-Ausstieg und Neuwahlen sind die Folge. Mich würde da nicht wundern wenn dann wieder bekannte Gesichter (Schulz und Gabriel & Co.) auf der "Bildfläche erscheinen für die SPD"! Aus dieser Sicht sollte man es ggf,. auch mal betrachten!
@Barbara D. 52: Kenne Sie das Sprichwort: Hoffen und Harren machte manchen zum ..... naja!
@007: Ich habe auch "Krokotilstränen verschwendet" als man als SPD der CDU/CSU noch Beistand bot und diese Christlichen Parteien nicht allein an der Regierung belassen wollte. Wäre der Zeitraum kürzer bis zu Neuwahlen. Nun in 2 Jahren müssen werden wir als Bürger sehen was wird. Allerdings in 2 Jahren kann ein Land auch abgewirtschaftet werden! Aber besser als erst in 4 Jahren.

09.03.2018 10:58 Barbara D. 52

Der Herr Maas ist noch nie in Erscheinung getreten , was soll das jetzt ? ich hoffe er bekommt jetzt den Mund auf . Unsere Politiker können alles , vom Justizminister zum Außenm. bald können sie auch die fehlenden Fachkräfte ersetzen !!!
Zur nächsten Wahl SPD 13 % - es fehlen einen immer mehr die Worte .

09.03.2018 09:56 Opchen 51

Schade, er war einer der Besten und wäre auch einer Besten geblieben.

08.03.2018 23:44 part 50

Das Postenkarrussel dreht sich in allen Parteien, der Dank der Wirtschaftsbosse zeigt sich erst verspätet oder schon innerhalb der Karrenzzeit. Neue Gesichter, neue Populisten, die Stielrichtung bleibt sich gleich seit Parteigründung. Mit dem Koalieren der Kapitalvertreter hat die SPD erneut erwiesen, das es ihr nicht um politische Erneurerungen geht.

08.03.2018 23:16 007 / Klappe; "Gro"-Ko die Letzte! 49

@ Peter 47 ... Krokodilstränen? Höchstens wenn ich an das Schreckenskabinett denke. Eine abgewirtschaftete Truppe der Verlierer. Allesamt abgewählt und alle noch oder wieder in ihren Ämtern. Wie kann das sein? Niemand liebt sie, niemand will sie. Diese Lolo Regierung ist im Volk nur noch geduldet. Meiner Meinung nach eine weitere Sterbehilfe für unser geschundenes Land. Merken sie sich die aktuellen Zahlen dieser Minderheiten Koalition vom 3/2018. 33% Union + 15% SPD = lächerliche 48% und der freie Fall geht straff weiter. Meine Prognose für 9/2021 zusammen unter 35% ...

08.03.2018 22:48 REXt 48

Ein Alleskönner, folgt dem nächsten, Fachkräfte sind eben Mangelware in DE.

08.03.2018 20:35 Peter 47

@45 007: Ihr Zitat: "Da könnte man fast Sympathie für Gabriel hegen."
Aber recht hatte ich doch mit den Krokodilstränen, die Sie vergießen.

08.03.2018 20:19 walter 46

Ich hätte nie gedacht einmal für Gabriel zu sein, aber bei der Alternative Maas ...
Unfassbar!

08.03.2018 19:16 007 / Merkel muss weg! 45

Peter 37 ... Ich schließe mich dem MDR an. Lieber Genosse bleiben sie beim Thema ...

08.03.2018 18:41 GEZ Einzahler 44

"Manchmal ist die Lösung viel schlimmer als das Problem"
Enno Bunger

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