Asylbewerber und Geduldete nehmen an einem Deutschkurs teil.
Sprachkurse sind essentieller Bestandteil von Integration. Bildrechte: dpa

Umfrage Geflüchtete: Teilweise Probleme mit kulturellen Unterschieden

Gleichberechtigung von Mann und Frau in Deutschland ist ok, aber das Akzeptieren zum Beispiel von Homosexuellen fällt vielen Geflüchteten weniger leicht. Das hat eine Befragung des Sachverständigenrats Migration ergeben.

Asylbewerber und Geduldete nehmen an einem Deutschkurs teil.
Sprachkurse sind essentieller Bestandteil von Integration. Bildrechte: dpa

Viele Geflüchtete in Deutschland sehen erhebliche kulturelle Unterschiede und tun sich damit teilweise schwer. Das ist das Ergebnis einer Befragung des unabhängigen Sachverständigenrats Migration (SVR). Er hat 369 Geflüchtete befragt, die unter anderem aus Afghanistan, Syrien, Irak, Iran und Eritrea stammen.

Vier große Blickpunkte

Vier große kulturelle Themenkomplexe standen im Mittelpunkt: Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Freiheitsrechte beziehungsweise Rechtsstaatlichkeit, Homosexualität und der generelle Stellenwert der Familie. Dabei sollten sie jeweils ihren Eindruck wiedergeben, wie wichtig das Thema in Deutschland sei. Dann wurde nach der Einstellung in ihren Heimatländern gefragt und wie sehr sie mit einer eventuellen Differenz hadern würden.

Viel wird positiv gesehen

So gaben 85 Prozent der Befragten an, dass den Menschen in Deutschland sehr wichtig sei, dass Männer und Frauen gleiche Rechte und Pflichten hätten. In den Herkunftsländern sei Gleichberechtigung nur 49 Prozent wichtig. Die überwiegende Mehrheit aber gab an, dass es ihnen leicht falle, mit diesem Unterschied umzugehen. Ähnlich beim Thema Freiheitsrechte: 80 Prozent der Befragten sagten, es sei in Deutschland sehr wichtig, dass das Gesetz alle Menschen gleich behandelt. Für ihre Herkunftsländer schätzten das nur 57 Prozent so ein. Auch dies war für die meisten nicht problematisch.

Akzeptanz bestimmter Unterschiede fällt schwerer

Anders sieht es aus beim Thema Homosexualität. 89 Prozent der Befragten gaben an, dass es den Deutschen wichtig sei, dass Homosexuelle rechtlich gleichgestellt sind. Jedoch nur 30 Prozent denken dies auch von den Menschen in ihren Heimatländern. Und 40 Prozent der Geflüchteten gab an, dass es ihnen schwer oder sehr schwer falle, sich darauf einzustellen. Laut Sachverständigenrat könne man daraus aber nicht schließen, dass mit einer skeptischen Haltung auch abwertendes Verhalten einhergehe.

Große Unterschiede herrschen auch beim Thema Bedeutung der Familie und Umgang mit älteren Menschen: Zwei Drittel meinten, dass sich die Menschen in Deutschland eher um sich kümmern würden als um die Familie. Knapp 40 Prozent erklärten, ihnen falle der Umgang damit schwer.

Was bringen Integrationskurse?

Laut Sachverständigenrat spielt das Thema "Werte und Normen" eine große Rolle in der politischen Debatte um Integration. Es sollte auch in Integrationskursen für Migranten thematisiert werden. Dabei dürfe aber nicht überschätzt werden, inwieweit Geflüchtete durch solche Kurse wirklich beeinflusst werden können. Wichtig für die Integration seien vor allem Begegnungsprojekte und informelle Vermittlung. Inhaltlich sollten Integrationsmaßnahmen noch stärker auf Aspekte der sexuellen Orientierung eingehen und auf die emotionale Rolle der Familie.

Der Sachverständigenrat geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der Volkswagen-Stiftung zurück und besteht aus Vertretern von insgesamt sieben Stiftungen. Er gilt als unabhängiges und interdisziplinär besetztes Expertengremium für integrations- und migrationspolitische Themen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. September 2019 | 16:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 12:18 Uhr

96 Kommentare

Querdenker vor 3 Wochen

Das Grundgesetz steht über allen anderen nationalen Gesetzen und somit auch über dem Strafgesetz. Die Scharia als islamisches Recht verstößt mit seinen Regeln und Strafen in mehrfacher Hinsicht gegen das Grundgesetz. Ob das nun die Gleichbehandlung der Menschen betrifft (unterschiedliche Regelungen für Männer und Frauen und je nach Religionszugehörigkeit) oder Todesstrafen für Vergehen, für die es in Deutschland noch nicht mal eine Strafe gibt.

Hier ein Augenzeugenbericht aus dem Iran bzgl. Steinigung wegen angeblichen Ehebruch: siehe „igfm Steinigung: Ein Augenzeugenbericht aus dem Iran“

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Zitat: „Zumindest kann ich nicht feststellen, dass von Flüchtlingen gefordert wird, das Strafrecht aus der Scharia zu übernehmen.“

Die Islamisten und deren Ideologie (politischer Islam, Scharia) sind auf dem Vormarsch teilweise finanziert vom Ausland. Ziel ist ein europäisches Kalifat und die Weltherrschaft.

Ich empfehle dazu die gute Dokumentation „Katar: Millionen für Europas Islam“ auf Arte.

Wessi vor 3 Wochen

Ja, Himmel, in Syrien durfte er das.Das ändert aber nichts daran, daß der Mann wahrscheinlich Recht auf Asyl hat, das ist der legale Punkt.Ob er nun einen od mehrere Trauscheine hat oder nicht ändert doch an unserer Rechtssituation nichts.Er muß sich entscheiden welche FRau die seine ist.Und 23 Kinder finde ich klasse, denn wir brauchen mehr Kinder.

aus Elbflorenz vor 3 Wochen

Werden Männer und Frauen auch im Sport, z. B. Gewichtheben oder Turnen, gleichgestellt?
Ich gönne den Frauen (Gewichtheberinnen) und Männern (Turnern) ihre Medaillien. Wer hier für Gleichstellung propagiert, schafft faktisch jede Chance für Medaillien je nach Sportart für die Hälfte der Menschheit ab.