Neues Gesetz Bundestag stärkt Vor-Ort-Apotheken

Wer in Online-Apotheken rezeptpflichtige Medikamente bestellt, soll künftig nicht mehr von Rabatten profitieren. Das hat der Bundestag beschlossen. Damit gilt stets der gleiche Preis – unabhängig davon, wo ein Medikament gekauft wurde. Klassische Apotheken sollen so besser vor der ausländischen Online-Konkurrenz geschützt werden.

Das Apotheken-A hängt an einer Apotheke.
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Beim Kauf von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln dürfen Internet-Apotheken künftig keine Rabatte mehr gewähren. Das hat der Bundestag am Donnerstagabend beschlossen, um die Apotheken vor Ort zu stärken. Demnach soll für gesetzlich Versicherte künftig der gleiche Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten – unabhängig davon, ob sie die in einer Vor-Ort-Apotheke oder über eine EU-Versandapotheke kaufen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte schriftlich, die Apotheke vor Ort sei für viele Menschen ein Stück Heimat und eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten.

Sie erbringen eine unverzichtbare Leistung für die Versorgung der Bevölkerung, das hat gerade die derzeitige Situation in der Pandemie eindrucksvoll gezeigt.

Jens Spahn Bundesgesundheitsminister

Mehr Geld für Dienstleistungen und Notdienste

Das neue Gesetz sieht auch vor, dass Apotheker und Apothekerinnen in Zukunft zusätzliche Dienstleistungen anbieten können, etwa Präventionsprogramme oder pharmazeutische Betreuung bei einer Krebstherapie. Für Botendienste für pflegebedürftige Patienten wird den Apotheken künftig einen Zuschlag von 2,50 Euro gewährt.

Das Gesetz soll im Dezember in Kraft treten. Einer Zustimmung vom Bundesrat bedarf es nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Oktober 2020 | 21:00 Uhr