Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann
Eine Physiotherapeutin bei der Arbeit. Bildrechte: dpa

Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig Länder wollen Schulgeld für Gesundheitsberufe abschaffen

Im deutschen Gesundheitswesen fehlen Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten sowie Pflegefachkräfte. Ein Grund ist, dass Azubis für die Ausbildung oft Schulgeld bezahlen müssen. Das soll sich nun ändern.

Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann
Eine Physiotherapeutin bei der Arbeit. Bildrechte: dpa

Das Schulgeld in Gesundheitsberufen soll abgeschafft werden. Das haben die Gesundheitsminister der Länder bei ihrem Treffen in Leipzig einstimmig vereinbart. Das Bundesgesundheitsministerium wird aufgerufen, bis Ende des Jahres eine bundeseinheitliche Regelung vorzulegen, damit Auszubildende für Berufe wie Logopäde, Physiotherapeut oder Ergotherapeut künftig kein Schulgeld mehr zahlen müssen.  

Schulgeld ist Anachronismus

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks nannte das Schuldgeld für die nichtakademischen Gesundheitsberufe in Zeiten von Fachkräftemangel einen absoluten Anachronismus.

Auszubildende an privaten Schulen müssen bislang mehrere Hundert Euro Schulgeld monatlich zahlen. Zwar gibt es in einzelnen Bundesländern Förderprogramme. Die Länder sehen das Prüfer-Storcks zufolge aber nicht als ihre dauerhafte Aufgabe. Zudem wolle man keinen bundesweiten Flickenteppich.

Reformen auch in Pflegebranche

Zuvor hatte die Bundesregierung bereits weitere Maßnahmen gegen den Notstand in der Alten- und Krankenpflege angekündigt. Nach Beschlüssen der zuständigen Bundesministerien sollen Ausbildung und Arbeitsbedingungen verbessert und die Löhne erhöht werden.

Nach einjähriger Abstimmung wurde der Plan "Konzertierte Aktion Pflege" verabschiedet. Im Kern geht es um bundesweite Tarifverträge für Pflegekräfte, eine Anhebung der geringeren Ostlöhne auf Westniveau und insgesamt um eine bessere Bezahlung. Das in der Ausbildung zur Pflegefachkraft ebenfalls noch fällige Schulgeld steht ebenfalls vor dem Aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juni 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 15:49 Uhr

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2 Kommentare

06.06.2019 20:31 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 2

Im Gesundheitswesen, was davon nochübrig ist, fehlen auch Hautärzte, Augenärzte, Orthopäden, Hausärzte, Psychologen, Chirurgen...

06.06.2019 15:57 Carolus Nappus 1

Da fasst man sich schon an den Kopf, warum ausgerechnet in diesen Berufen die Ausbildung zum einen an privaten Schulen stattfinden muss und sie dann zu anderen auch noch vom Azubi bezahlt werden soll, während die Ausbildung in anderen Berufen den Azubi nichts kostet und es auch noch eine Ausbildungsvergütung gibt.
Da wundern sich nun die Politiker einen zusammen. Ist doch klar, dass dann solche Berufe nicht gerade auf ein großes Interesse stoßen. Natürlich erst recht bei der heutigen Bewerberlage. Obwohl die ja auch nicht erst seit diesem Jahr so ist. Das ist schon eine ganze Schülergeneration her. In der Politik dauert es eben ein bißchen mit dem Erkennen der Realität.