Nach neuesten Zahlen Spahn sieht sich bei Masern-Impfpflicht bestätigt

Nach den neuesten Zahlen zu Impflücken bei Kindern sieht sich Bundesgesundheitsminister Spahn in seinem Plan, eine Masern-Impfpflicht einzuführen, bestätigt. Kein Kind müsse heutzutage mehr an Masern leiden.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, erklärt im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung.
Spahn: "Impfen muss Alltag für alle werden." Bildrechte: Jörg Carstensen/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht sich durch die von der Barmer Krankenkasse aufgezeigten Impflücken bei Kindern in Deutschland in seinem Vorhaben bestätigt, eine Masern-Impfpflicht einzuführen. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag in Berlin, kein Kind müsse heutzutage mehr an Masern leiden. Dennoch seien zu viele Kinder gefährdet, weil zu wenige geimpft seien.

Egal, wie man es rechnet, es bleibt dabei: Zu viele Kinder in Deutschland sind unnötig gefährdet, denn zu wenige Kinder sind gegen Masern geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Spahn rief in dem Zusammenhang die Krankenkassen auf, Aufklärungskampagnen zu starten und mit Schulen zu kooperieren. "Impfen muss Alltag für alle werden."

Masern-Impfpflicht ab März 2020

Nach kontroversen Debatten hatte das Bundeskabinett im Juli einen Gesetzentwurf beschlossen, der eine Masern-Impfpflicht für Kinder und Personal in Schulen und Kindertagesstätten vorsieht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2.500 Euro.

Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsene, wie Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer. Auch Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen müssen sich impfen lassen, wenn sie nach 1970 geboren sind und die Krankheit bislang noch nicht bei ihnen aufgetreten ist. Der Gesetzentwurf muss noch den Bundestag passieren. Der Deutsche Ethikrat hatte sich gegen eine generelle Masern-Impfpflicht in Schulen und Kitas ausgesprochen.

Äußerst ansteckende Viruserkrankung

Masern sind eine äußerst ansteckende Viruserkrankung, bei der es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen kann. Die Krankheit breitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO unter ungeimpften Menschen besonders leicht aus. Ausbrüche ließen sich nur dann verhindern, wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft seien.

Größere Impflücken als angenommen

Laut einer aktuellen Analyse der Barmer Krankenkasse gibt es in Deutschland größere Impflücken als bislang angenommen. Demnach waren von 45.700 bei der Barmer 2017 versicherten Schulanfängern weniger als 90 Prozent gegen gefährliche Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln geimpft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2019 | 15:30 Uhr

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2 Kommentare

09.08.2019 06:28 H.E. 2

Hierzu möchte ich zu der Impfpflicht noch etwas sagen: Obwohl in USA die Gesundheitsvorsorge unserem deutschen Gesundheitssystem nicht das Wasser reichen kann, verläßt in den USA kein gesundes Neugeborenes den Kreißsaal, ohne gegen KEUCHHUSTEN geimpft worden zu sein.
Und in D macht man so ein Theater wegen einer Pflichtimpfung bei MASERN. Jedem Kind sollte der Zugang zu einem Kindergarten verwehrt werden, das nicht gegen MASERN geimpft wurde. Dann wäre das Problem ganz rasch behoben. Man kann Herrn Spahn nur recht geben, daß er dies jetzt konsequent durchdrückt.

08.08.2019 17:09 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 1

Seit wann haben wir Impflücken?