Reform der Erzieherausbildung Giffey fordert Ausbildungsvergütung für Erzieher

Angehende Erzieher bekommen an einer Fachschule zunächst keine Vergütung. Sie müssen oft mit Bafög auskommen, an privaten Schulen sogar Schulgeld zahlen. Nicht selten wird die Ausbildung deshalb abgebrochen. Bundesfamilienministerin Giffey will Ausbildung und Beruf attraktiver machen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat eine vergütete Erzieherausbildung in ganz Deutschland gefordert. Die SPD-Politikerin nannte bei der Jugend- und Familienministerkonferenz in Weimar als Ziel: "Die Abschaffung des Schulgeldes deutschlandweit und die Einführung einer Ausbildungsvergütung."

Franziska Giffey
Familienministerin Giffey will mit einer besseren Ausbildungsvergütung den Erzieherberuf attraktiver machen. Bildrechte: dpa

Das wäre aus Sicht von Giffey ein wichtiger Schritt gegen den Fachkräftemangel. Zuvor hatte sie sich bereits für höhere Gehälter in Kitas und Horten ausgesprochen. Laut einer Studie für ihr Ministerium fehlen bis 2030 in Deutschland fast 200.000 Erzieher.

Giffeys Länder-Amtskollegen vereinbarten in Weimar, die praxisintegrierte, vergütete Erzieherausbildung zu stärken. Perspektivisch soll sie zur Regel werden. Ferner forderten sie, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.

Teils muss Ausbildung selbst bezahlt werden

Die Erzieherausbildung ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Sie dauert in der Regel in Vollzeit drei, in Teilzeit vier bis fünf Jahre. Dabei gibt es in der theoretischen Ausbildung an einer staatlichen Fachschule keine Vergütung. Private und freie Träger können ein Schulgeld erheben. Einige Länder erproben andere Ausbildungsvarianten mit Vergütung.

Die staatlichen Erzieherschulen in Sachsen erheben kein Schulgeld, es können aber Materialkosten anfallen. Wer die Förderbedingungen erfüllt, kann Bafög beantragen. Zudem besteht die Möglichkeit einen Studienkredit aufzunehmen.

Bei der Ausbildungsform in Teilzeit sieht das anders aus. Die angehenden Fachkräfte arbeiten in Teilzeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung und erhalten dafür ein festes Gehalt gemäß Tarif im öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst. Bei privaten Trägern ist die Bezahlung Verhandlungssache.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Mai 2019 | 12:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2019, 19:33 Uhr

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3 Kommentare

18.05.2019 13:15 Walter 3

Sie studieren an einer Fachschule ohne Anstellung in einem Betrieb. Also muss der Staat zahlen, wenn sie Geld bekommen sollen.

Was ist dann aber mit den ganzen anderen Studenten an einer Fachhochschule oder Universität? Dann müsste hier der Staat auch bezahlen. Gleichberechtigung

18.05.2019 06:36 Jörg 2

Was fällt einem dazu ein Kapitalismus in reinkultur alles haben wollen aber zahlen will keiner jeder der einen Beruf erlernen tut hat eine Vergütung verdient .

18.05.2019 01:17 nachdenker 1

Schulgeld für Erzieher und Altenpfleger in der Ausbildung im Jahr 2019, das zeigt wie unser Land "tickt".
Mehr muss nicht geschrieben werden.