Corona-Pandemie Giffey: Auch mit Schnupfnase in die Kita

Weitere flächendeckende Kita-Schließungen wie im Frühjahr soll es laut Familienministerin Giffey nicht wieder geben. Für Hygienemaßnahmen gibt es deswegen mehr Geld – außerdem muss nicht jetzt Schnupfnase zuhause bleiben, fiebernde Kinder hingegen schon.

Gummistiefel für Kinder
Die Kitas sollen auch bei einer zweiten Corona-Welle möglichst im Regelbetrieb bleiben, plant das Bundesfamilienministerium. Bildrechte: dpa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey mahnt zum Beginn des neuen Kita-Jahres klare Vorgaben für Eltern und Einrichtungen im Umgang mit Corona an. Sie sagte in einer Pressekonferenz, "nicht jede Schnupfnase" dürfe automatisch dazu führen, dass ein Kind zuhause bleiben müsse. Fiebernde Kinder hingegen müssten zuhause bleiben.

Fünf Empfehlungen für den Kita Regelbetrieb des Bundesfamilienministeriums 1. Regelmäßiges Lüften
2. Regelmäßiges Händewaschen
3. Den Kreis der Personen, die die Kita betreten dürfen, begrenzen
3. Kostenlose Coronatests für Erzieherinnen und Erzieher, auch wenn sie symptomfrei sind
4. Wechsel von Personal und Räumen sowie Kontakte zwischen Kindergruppen reduzieren
5. Akut kranke Kinder nicht in die Kita schicken

Wo es nötig sei, sollten Erwachsene, wie die Eltern und Erzieherinnen eine Maske tragen. Für Kinder sei ein Mundschutz dagegen nicht praktikabel.

Eine Millarde Euro – auch für Hygienekonzepte

Die Bundesfamilienministerin will eine erneute flächendeckende Schließung von Kitas möglichst vermeiden. Giffey verwies auf ein Investitionsprogramm des Bundes in Höhe von einer Milliarde Euro zum Ausbau der Kitaplätze in den Jahren 2020 und 2021, mit dem auch Maßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise finanziert werden können. Als Beispiele nannte sie unter anderem den Umbau von Schlafräumen zur besseren Belüftung oder die Anschaffung von Desinfektionsspendern.

Corona-Kita-Studie soll bei Strategie helfen

Eine Corona-Kita-Studie soll zudem Erkenntnisse bringen, inwieweit Kitas überhaupt die Möglichkeit haben, angemessen auf das Coronavirus zu reagieren.

Basis für die Untersuchungen soll ein deutschlandweites Kitaregister sein, bei dem sich die Einrichtungen anmelden können. Laut Giffey gibt es bereits mehr als 5.000 Registrierungen.

Wir wollen, dass die Studie den Regelbetrieb begleitet, dass sie dazu beiträgt, entsprechend Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wir Fachkräfte und auch Kinder schützen können, wie wir gute Rahmenbedingen schaffen, damit Kinderbetreuung unter Pandemiebedingungen auch tatsächlich gut funktioniert.

Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2020 | 14:00 Uhr