Aktionstag Greenpeace-Protest gegen Billigfleisch

Umweltschützer von Greenpeace haben deutschlandweit vor Supermärkten gegen billiges Fleisch und Tierquälerei protestiert. Es gab Aktionen in mehr als 50 Städten, darunter auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Greenpeace-Aktivisten protestieren vor einem REWE-Lebensmittelgeschäft gegen Billigfleisch.
Der Aktionstag vor Supermärkten und Discountern gegen Billigfleisch richtete sich auch an die Konsumenten. Bildrechte: dpa

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Sonnabend bundesweit vor Supermärkten gegen Massentierhaltung und billiges Fleisch protestiert. Teilnehmer verteilten Flyer mit der Aufschrift "Supermärkte müssen handeln: Schluss mit Billigfleisch!". Nach Angaben von Greenpeace gab es Aktionen in 53 Städten, darunter in Dresden, Halle, Magdeburg und Jena.

90 Prozent der Tierhaltung mit geringen Standards

Flyer mit der Aufschrift: «Supermärkte müssen handeln: Schluss mit Billigfleisch!» werden von einem Greenpeace-Aktivisten vor dem Eingang des Discounters Netto gehalten.
Greenpeace-Protest vor einer Filiale des Discounters Netto. Bildrechte: dpa

Greenpeace kritisiert, dass ein großer Teil des Frischfleischs von Tieren aus tierschutzwidriger und klimaschädlicher Haltung komme. Eine Abfrage bei neun führenden Lebensmittelanbietern habe gezeigt, dass 88 Prozent des Fleischs im Handel mit den Haltungsformen 1 oder 2 gekennzeichnet sei. Dabei werden laut Greenpeace die Tiere  "unter qualvollen und häufig gesetzwidrigen Bedingungen" gehalten.

Laut freiwilliger Kennzeichnung des Handels entspricht die erste Haltungsform "Stallhaltung" lediglich gesetzlichen Mindestanforderungen. Bei Stufe 2 – "Stallhaltung Plus" – bekommen Tiere mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Die Stufe 3 "Außenklima" soll Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt garantieren. Erst bei Stufe 4 haben sie Auslaufmöglichkeiten im Freien. Auch Biofleisch soll der Stufe 4 zugeordnet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Januar 2020 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 19:54 Uhr