Eine Apothekerin am Verkauftresen erläutert dem Kunden die Wirkung eines Medikamentes.
Eine Apothekerin erläutert am Verkauftresen einem Kunden die Wirkung eines Medikamentes. Bildrechte: imago/Uwe Steinert

Gesetzentwurf Grippeschutzimpfung künftig in der Apotheke?

Die Große Koalition will Apotheken erlauben, gegen Grippe zu impfen. Zuletzt ließ sich nur jeder Zehnte in Deutschland gegen das Influenza-Virus impfen. In anderen europäischen Ländern übernehmen Apotheken diese Aufgabe bereits.

Eine Apothekerin am Verkauftresen erläutert dem Kunden die Wirkung eines Medikamentes.
Eine Apothekerin erläutert am Verkauftresen einem Kunden die Wirkung eines Medikamentes. Bildrechte: imago/Uwe Steinert

Die Große Koalition will Apotheken erlauben, gegen Grippe zu impfen. Das geht aus einem Änderungsantrag hervor, der an das vom Gesundheitsministerium angestoßene Masernschutzgesetz angehängt wurde. Der Gesetzentwurf war am vorigen Freitag in erster Lesung im Bundestag debattiert worden.

Regionale Modellprojekte geplant

Der Änderungsantrag sieht vor, dass die Apotheken im Rahmen von regionalen Modellprojekten die Grippeschutzimpfung verabreichen können – jedoch nur unter bestimmten Auflagen:

  • So dürfen nur volljährige Personen geimpft werden
  • Auch müssen die Apotheker dafür ärztlich geschult sein
  • Geeignete Räumlichkeiten sind nötig, z.B. mit einer Liege, wenn es Sofortreaktionen gebe

Projekt soll wissenschaftlich ausgewertet werden

Laut Gesetzesantrag sollen die Modellvorhaben auf fünf Jahre befristet sein und wissenschaftlich begleitet werden. Man wolle damit "neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Impfquote gegen Influenza" erhalten, heißt es im Änderungsantrag. Das Vorhaben war zunächst im Apothekenstärkungsgesetz verankert. Nun wurde es ins Masernschutzgesetz transferiert, um es schneller auf den Weg zu bringen.

Impfstoff bislang nur beim Arzt

Impfstoffe darf laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bislang nur der Arzt verordnen. Es gibt allerdings keine gesetzliche Vorschrift, die die Durchführung einer Impfung ausschließlich dem Arzt vorbehält. Die Impfungen werden über die Krankenkasse abgerechnet. Andere europäische Länder wie Irland, Belgien aber auch Frankreich praktizieren bereits, dass man sich in Apotheken gegen Grippe impfen lassen kann.

Nur jeder Zehnte lässt sich gegen Grippe impfen

Zuletzt ließ sich nur jeder Zehnte in Deutschland gegen das Influenza-Virus impfen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippe-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. Die Impfung gegen Grippe sollte jedes Jahr, vorzugsweise im Oktober oder November, durchgeführt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 18. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 18:26 Uhr

11 Kommentare

MDR-Team vor 2 Wochen

Lieber Nutzer,
Apotheken und Ärzte arbeiten bereits erfolgreich zusammen, was die Vergabe von Medikamenten angeht. Bäcker und Frisöre sind bisher in die Versorgung von Patienten nicht mit eingebunden.
Viele Grüße
Ihre MDR.de-Redaktion

Lisa vor 3 Wochen

Wo ein Steak herkommt ist nachvollziehbar, aber wo ein Impfstoff herkommt bleibt im verborgenen. 😡

Vielleicht bekommt man bald beim Barbier die Grippeschutzimpfung 😂😂😂

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 3 Wochen

"In anderen europäischen Ländern übernehmen Apotheken diese Aufgabe bereits."

in anderen Ländern dieser Welt gibt es auch noch Medizinmänner, ist es deshalb erstrebenswert?

Kann es nicht einfach so sein, das sich die Apotheken wegen entgangenen Gewinn durch Online Apotheken, ein neues Geschäftsmodell erarbeiten?