Ein Baby erhält eine Impfung
Ein Baby erhält eine Impfung zum Schutz gegen Masern. Bildrechte: dpa

Ansteckende Krankheit Koalition prüft Pflicht zur Masern-Impfung

In der Großen Koalition wird über eine Impfpflicht gegen Masern nachgedacht. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist optimistisch. Auch das Gesundheitsministerium begrüßt die Debatte. Bedenken kommen aus der Opposition.

Ein Baby erhält eine Impfung
Ein Baby erhält eine Impfung zum Schutz gegen Masern. Bildrechte: dpa

Angesichts der zunehmenden Zahl von Masern-Erkrankungen erwägt die Große Koalition eine Impfpflicht für Kinder. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Montag, entsprechende Gespräche liefen noch. Einen Sachstand der Debatte könne er deshalb nicht wiedergeben.

Große Sorgen im Ministerium

Allerdings räumte der Ministeriumssprecher ein, dass sich sein Haus große Sorgen über die Ausbreitung der ansteckenden Krankheit mache. Masern würden "zu häufig auf die leichte Schulter genommen, obwohl diese Infektion böse verlaufen kann". Die neue Debatte über eine Impfpflicht werde deshalb im Ministeriums begrüßt. Zugleich erinnerte der Sprecher daran, dass bereits in der vergangenen Legislaturperiode einige verschärfte Regeln beschlossen wurden, darunter eine verpflichtende Impfberatung für Eltern von Kita-Kindern.

SPD-Experte Lauterbach zuversichtlich

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht gute Chancen, zeitnah einen entsprechenden Vorschlag vorlegen zu können. Er sei mit Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU dazu im Gespräch.

Ein Zwang zur Masern-Impfung dürfte rechtlich allerdings nicht einfach durchzusetzen sein. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hatte schon vor zwei Jahren auf verfassungsrechtliche Probleme hingewiesen. Sie sehen einen Eingriff in das Elternrecht oder die Religionsfreiheit. Die Möglichkeit einer Impfpflicht für bestimmte Krankheiten schlossen die Experten aber nicht generell aus.

Bedenken bei Grünen und FDP

Widerstand gegen eine Impfpflicht gibt es auch aus der Opposition. Die Grünen stehen einer solchen Maßnahme sehr skeptisch gegenüber. Statt auf Zwang und Sanktionen zu setzen, müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken und auf Verunsicherungen eingehen, sagte die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch die FDP sieht eine Impfpflicht nur als Ultima Ratio. Notwendig seien Informationskampagnen, niedrigschwellige Angebote beispielsweise in den Schulen und auch Erinnerungsschreiben durch Krankenkassen, erklärte die gesundheitspolitische Fraktionssprecherin Christine Aschenberg-Dugnus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. März 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 21:34 Uhr

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4 Kommentare

27.03.2019 09:08 Djirki 4

Es kann mich kein Gesetz dieses Welt zu zwingen das Leben meines Kindes zu Riskieren Nebenwirkung ist schrecklich.beipackzettel gibt nie bei Arzt??????????????

26.03.2019 15:27 Fragender Rentner 3

In welchem BL und Regionen treten diemeisten Fälle auf?

26.03.2019 08:49 jannes 2

Wenn es dann die Impfung endlich einzeln gäbe, wären sicher viele derzeit skeptische Eltern bereit, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Solange es aber überwiegend nur Mehrfachimpfungen gibt, wird die freiwillige Bereitschaft nicht steigen und wird man die "bösen" impfkritischen Eltern nicht überzeugen, auch nicht mit einer Pflichtimpfung.

26.03.2019 08:12 Marlis 1

Ich bin für die impfpflichtig, das war zu DDR Gang und gebe und hat keinem geschadet im Gegenteil. Diese Krankheiten gab es ja nicht mehr sondern wurden wie auch andere erst wieder eingeschleppt aber hier in der BRD ist ja alles noch viel schlimmer als früher. Ich bin der Meinung die Gesundheit ist das wichtigste. Eltern die das nicht machen handeln verantwortungslos. Selbst ich als älterer Mensch habe meine Impfungen auffrischen lassen und stellt euch vor es tat nicht weh, also.