Robert Habeck spricht neben Annalena Baerbock beim "Grundsatzkonvent" der Grünen.
Die Doppelspitze Habeck und Baerbock zieht vor dem Parteikonvent eine Zwischenbilanz. Bildrechte: dpa

Parteikonvent in Berlin Grüne feiern 40. Geburtstag mit Grundsatzdebatte

Auf ihrem Konvent in Berlin haben die Grünen ihren 40. Geburtstag gefeiert und Bilanz gezogen. Ökologie und Frieden sollen Grundwerte bleiben. Doch auch die Bündnis-90-Tradition soll künftig stärker zum Tragen kommen.

Robert Habeck spricht neben Annalena Baerbock beim "Grundsatzkonvent" der Grünen.
Die Doppelspitze Habeck und Baerbock zieht vor dem Parteikonvent eine Zwischenbilanz. Bildrechte: dpa

Die Grünen haben auf ihrem Parteikonvent in Berlin ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. In einem am Freitagabend von den Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck vorgetragenen "Zwischenbericht" wurden Ökologie, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Demokratie und Frieden als zentrale Grundwerte genannt, welche die Grünen in ihren Anfangsjahren geprägt hätten.

1979 erstmals angetreten

Die vier Abgeordneten der Bremer Grünen Liste Axel Adamietz, Peter Willers, Olaf Dinne und Delphine Brox stehen 1979 während der konstituierenden Sitzung in der Bremer Bürgerschaft.
In Bremen zogen die Grünen 1979 erstmals in ein deutsches Parlament ein. Bildrechte: dpa

Die Grünen waren in der alten Bundesrepublik erstmals zur Europawahl 1979 mit einer eigenen Liste angetreten, damals noch als Wählervereinigung. Nach der deutschen Wiedervereinigung fusionierten sie mit dem in der Endphase der DDR entstandenen Bündnis 90, einem Zusammenschluss von Bürgerbewegungen und Oppositionsgruppen, zur heutigen Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Habeck will "Öffnung in die Breite"

In einem neuen Grundsatzprogramm, das der Berliner Parteikonvent am Samstag erstmals beraten wird, wollen die Grünen ihrem Bekunden nach die "Bündnis-Tradition" verstärkt aufgreifen. Beschlossen werden soll das neue Grundsatzprogramm nach weiteren Beratungen an der Parteibasis dann 2020.

Robert Habeck
Habeck legt "Diskussionsangebot" vor. Bildrechte: dpa

Grünen-Chef Habeck nannte den in Berlin vorgestellten Zwischenbericht "ein Angebot, um weiter zu diskutieren".

Ziel sei eine "Öffnung für die Gesellschaft, die in die Breite geht". Co-Vorsitzende Baerbock unterstrich: "Eine Partei alleine wird diese Klimakrise nicht in den Griff bekommen." Mit Blick auf das Wirken der früheren DDR-Bürgerbewegung Bündnis 90 forderte sie: Es müsse darum gehen, wieder viele Menschen an runde Tische zu bekommen.

Kritik aus anderen Parteien

Potenzielle Koalitionspartner bewerteten die neue Selbstbeschreibung der Grünen als Bündnispartei kritisch. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Bundestag, Jan Korte, sprach von einer Absage der Grünen an ihr eigenes Programm. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer kritisierte: "Die Grünen wollen jetzt für alle da sein. Ihre politischen Pläne sprechen allerdings eine andere Sprache."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. März 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 21:25 Uhr