Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, bei der Abschluss-Pressekonferenz zur Klausur der Grünen-Bundestagsfraktion in Weimar. 2018
Göring-Eckardt verwies auf Schätzungen von Klimaforschern, wonach im Kampf gegen die Erderwärmung Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich nötig sind. Bildrechte: dpa

Klimakrise Grüne fordern milliardenschweren Klimafonds

Neue Stromleitungen, höhere Dämme gegen Sturmfluten oder die Umforstung der Wälder - im Kampf gegen die Erderwärmung sind nach Einschätzung von Forschern Milliarden Euro nötig. Die Grünen fordern nun einen Staatsfonds.

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, bei der Abschluss-Pressekonferenz zur Klausur der Grünen-Bundestagsfraktion in Weimar. 2018
Göring-Eckardt verwies auf Schätzungen von Klimaforschern, wonach im Kampf gegen die Erderwärmung Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich nötig sind. Bildrechte: dpa

Die Grünen wollen die deutsche Klimapolitik künftig aus einem staatlichen Fonds statt aus dem regulären Haushalt finanzieren. "Wir stehen mit der Klimakrise vor einer Generationenaufgabe", sagte Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt der "Bild am Sonntag". Im Vergleich zur deutschen Einheit sei die Herausforderung sogar noch größer, da die Zeit dränge und es schneller massive Investitionen brauche.

Fraktion erarbeitet Finanzierungskonzept

Dies lasse sich "nicht einfach nebenbei" aus dem Bundeshaushalt finanzieren. Daher setze sich ihre Partei für einen Staatsfonds ein, um alle nationalen Klimaprojekte zu finanzieren. Dabei sollten alle Kosten vom Bau über Umwelt und Wirtschaft bis hin zum Verkehr gebündelt werden.

Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen 3 min
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Droht uns jetzt der Klima-Kollaps? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

MDR AKTUELL Mi 08.08.2018 03:47Uhr 03:00 min

https://www.mdr.de/wissen/audio-788962.html

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In den kommenden Wochen wolle ihre Fraktion ein Konzept zur Finanzierung vorlegen. Ob demnach neue Schulden den Klimafonds ermöglichen sollen oder auch Abgaben und Steuererhöhungen vorgesehen sind, ließ die Politikerin noch offen.

Nötig seien die Investitionen für klimafreundliche Infrastruktur, aber auch gegen die bereits unabwendbaren Folgen des schon erfolgten Klimawandels. Dazu zählten etwa neue Stromleitungen, höhere Dämme gegen Sturmfluten sowie die Umforstung der Wälder. Vielerorts gibt es bereits Bemühungen, Monokulturen wie Fichtenwälder mit vielfältigen Baumarten zu durchmischen, da Mischwälder gegen Schädlinge, Sturm oder auch Feuer resistenter sind. Allerdings rentiere sich auch im Fall einer Neuverschuldung jeder Euro mehrfach, sagte Göring-Eckardt.

Der Staat müsste weitaus mehr Geld ausgeben, wenn wir jetzt nichts tun.

Katrin Göring-Eckardt Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag

Verfehle Deutschland etwa die Klimaziele, würden allein für die kommenden zehn Jahre schätzungsweise bis zu 60 Milliarden Euro Strafzahlungen an die EU fällig, argumentierte Göring-Eckardt. Es müsse transparent sein, "was die Kosten sind, wenn wir nichts tun, und wie wir die Vorbeugung finanzieren".

Eine Familie sitzt am Tisch. 2 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juni 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2019, 15:11 Uhr

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83 Kommentare

18.06.2019 11:24 Klarheit 83

@21:55 Hubert 70,
---".....Nochmal "Überbevölkerung": Afrika ist nicht "überbevölkert". Europa ist "überbevölkert"......... Die Erde hat die Fähigkeit 120 Milliarden Menschen zu ernähren...."------,

haben Sie auch nur einen einzigen Beweis für Ihre "revolutionären" Erkenntnisse ? ..... 120 Milliarden .......WOW ,WOW ..... bitte bitte ich möchte wissen wie Sie die 120 Mrd ernähren wollen ........

------ andernfalls Beitrag bitte als Satire kennzeichnen -------

18.06.2019 10:47 Bernd L. 82

Hubert:
Das mit den Perlen kann ich verstehen, wenn ich als Fachwissenschaftler Aussagen in Medien und von Grünen lese.
Letzter Versuch bei Ihnen:
Die Subsahara hat Fertilitätsraten über 5, Niger sogar über 7, die dortige Ökonomien sind bedeutungslos.
Afrika ist als extrem reicher Kontinent (Rohstoffe) nicht in der Lage, für seine Bürger zu sorgen. Ostasien hat es trotz gleicher Kolonialgeschichte allein geschafft. Gewaltiger Migrationsdruck und große CO2 Belastung sind die Folgen, die die Stabilität unserer Welt bedrohen.
Und das trotz riesiger Transfers: 17,7 Milliarden wurden 2016 aus Deutschland von Migranten in die Heimatländer geschickt, das ist weit mehr als die Entwicklungshilfe. Insgesamt wurden weltweit 602 Milliarden von Migranten in die Heimatländer transferiert (UN-Zahlen, kann man googeln). Der "Westen", also wir, bezahlen schon heute die Bevölkerungsexplosion Afrikas und von Teilen der 3. Welt.

17.06.2019 21:39 Hubert 81

@75 Bernd L. 16.06.2019 23:18

"Wo haben sie den Gag mit den 120 Mia her, aus der Basisgruppe der Grünen Jugend?" - Diese Zahl kenne ich aus meinem Studium Landwirtschaft, Fachrichtung Pflanzenbau, Mitte der 70er Jahre. Heute nennt man das "Ökologischer Fußabdruck".

Folgendes gilt nicht nur für dich:
Ich könnte vieles detaillierter erläutern, doch das wäre Perlen vor die Säue geworfen. Ich habe es, bis auf einzelne Einwürfe, aufgegeben, hier noch was zu schreiben.

Es ist sinnlos.

Wir leben in einer Zeit, wo es sehr leicht ist Zugang zu Informationen mannigfaltigster Art zu erhalten, wir haben Messverfahren, sehr genaue Analyseverfahren, ein dichtes Netz von Satelliten usw. Doch Bauchhirn und Rückenmark sind nun mal nicht zum logischen Denken zu gebrauchen.

Ein Klick nach Wikipedia würde genügen, um seine Gehirnzellen in Ekstase zu versetzen.

Guten Abend

17.06.2019 11:44 Dieter 80

Klassespruch von meinem Lieblingskolumnisten Martenstein: Der deutsche Klimahype ist für das Klima bedeutungslos, aber natürlich sehr wichtig für die Wahlen.
Treffer versenkt, Herr Martenstein!

17.06.2019 11:40 H.E. 79

@ 76 Johny
Dieselbe Rechnung habe ich auch aufgemacht wie Sie. Wenn wir uns so vermehrt hätten wie in den arabischen und afrikanisch-muslimischen Staaten (da gab es ein Bevölkerungswachstum seit 1970 auch in Afghanistan und Syrien trotz Krieg bis 2019 von ca. 5 bis 7 Prozent), hätten wir in dem flächenmäßig kleinen Deutschland eine Bevölkerung von 400 bis 560 Millionen Einwohnern.
Wenn ich dann die vielen Argumente besonders von den häufig aggressiven Umweltschützern hören mit angekündigter CO2-Steuer, obwohl wir bereits bei der Rot-Grünen Koalition unter Schröder sofort über das Bezin eine Ökosteuer, die wir heute noch haben aufgebrummt bekamen , wundert es mich nicht mehr, wenn viele inzwischen sagen: "I" first!

17.06.2019 09:26 Günter Kromme 78

#69 Hallo Morchelchen, machen sie sich bitte nicht so einfach. jeder in diesem Land zählt Steuern. Sei es Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Versicherungssteuer usw. usf. JEDER WIRD VON DEN GRÜNEN DIE TASCHEN GELEERT BEKOMMEN!

17.06.2019 07:38 ralf meier 77

@Hubert Nr 70 : Sie meinen: 'Nochmal "Überbevölkerung": Afrika ist nicht "überbevölkert". Europa ist "überbevölkert"'

Guter Hinweis und ebenso der Verweis auf das Schicksal der amerikanischen Urbevölkerung nach der massenhaften unkontrollierten Einwanderung der Europäer .

In einem Punkt kann ich Ihnen aber wirklich nicht zustimmen. Sie meinen ' Die Erde hat die Fähigkeit 120 Milliarden Menschen zu ernähren.'

Also das wußten auch die Grünen schon mal besser.
Siehe dazu: Club of Rome 'Grenzen des Wachstums'.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
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17.06.2019 00:01 Johny 76

70- "Die stellen zwar nur 10 % der Weltbevölkerung, pusten aber mit sehr großen Abstand das meiste CO2 in die Lufthülle." - Sofort abstellen! Das kommt nämlich dadurch, weil wir viele Industriegüter, Medikamente, Autos, Flugzeuge etc. für Afrika mit entwickeln bzw. produzieren und exportieren. Deshalb fordere ich den sofortigen Stop dieser Exporte dort hin! Die Afrikaner sollen sich selber drum kümmern. Bei gleicher Geburtenrate wie Afrika seit 1950, wäre Deutschland inzwischen bei 440 Mill. Einwohnern angelangt.

16.06.2019 23:18 Bernd L. 75

Hubert:
Nach UN-Prognosen wird Afrika seine Bevölkerungszahl bis 2050 verdoppeln, mehr als eine Milliarde kommt hinzu. Keine (!) Ökonomie der Welt kann Fertilitätsraten von über 5 bewältigen- der Migrationsdruck im 21.Jajhrhundert nach Europa und die Probleme für die CO2 Bilanz werden gewaltig und unlösbar sein.
Da Afrika fast nicht Industrielles produziert und von den Gütern der Industrieländer lebt, ist die pro Kopf CO2 Bilanz dort niedrig- die Produkte müssen aber dennoch hergestellt werden.
D hat beim CO2 nur 2 % (was wir tun, hat absolut keinen Einfluss auf das Klima, ist nutzlos), China, USA, Indien, einige Schwellenländer sind die großen Player- die machen aber bei dem ganzen Hype nicht mit. Weltweit entstehen über 1000 neue Kohlkraftwerke.
Wo haben sie den Gag mit den 120 Mia her, aus der Basisgruppe der Grünen Jugend?

16.06.2019 23:03 Maria A. 74

Wenn die Grünen leugnen, dass die Übervölkerung ein Grund ist für die Klimaerwärmung, aber lauthals in die Welt posaunen, dass die eindeutig menschengemacht ist, ist dies ein Widerspruch an sich. Für mich sind die reine Phantasten, so lange sie sich der Realität verschließen, dass nur eine Geburteneinschränkung auf gewissen Kontinenten spürbare Ergebnisse bringen wird. Deutschland hat nur knapp 9 Prozent globalen Einfluss. Selbst wenn wir in einigen Jahren die meisten Autos still legen und unsere Transporte mit dem Handkarren oder Rikschas erledigen würden, können wir allein das Ansteigen um 1, 2 Grad nicht aufhalten. Eine Krankheit heilt man nicht durch das Laborieren an den Auswirkungen. Milliarden Menschen werden geboren, die Unmengen Schadstoffe erzeugen, während wir Deutsche uns kasteien sollen, um das schlechte Gewissen von klimabesorgter Prominenz zu beruhigen.