Ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr steht auf dem Vorfeld.
Ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr steht auf dem Vorfeld des Flughafens Köln/Bonn (Archivbild). Bildrechte: imago/Sven Simon

Grünen-Kritik Über 800 Leerflüge bei deutschen Regierungsfliegern

Über 800 Leerflüge haben deutsche Regierungsflieger 2018 absolviert. Bei den sogenannten Bereitstellungsflügen von Köln nach Berlin waren allein die Crews an Bord. Sinnlose Kosten und unnötiger CO2-Ausstoß, kritisieren die Grünen.

Ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr steht auf dem Vorfeld.
Ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr steht auf dem Vorfeld des Flughafens Köln/Bonn (Archivbild). Bildrechte: imago/Sven Simon

Die Grünen im Bundestag haben zu viele Leerflüge und damit unnötigen Schadstoffausstoß bei den deutschen Regierungsfliegern kritisiert. Laut einer kleinen Anfrage des Grünen-Verteidigungsexperten Tobias Lindner, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, führte die Flugbereitschaft der Luftwaffe allein 2018 mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge durch. Bei diesen Flügen fliegen lediglich Besatzungsmitglieder vom Standort Köln/Bonn nach Berlin.

Tausende Tonnen CO2-Ausstoß

Tobias Lindner spricht bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag.
Lindner: "Ein bedrückendes Bild." Bildrechte: dpa

Lindner wollte dem ARD-Bericht zufolge wissen, welche Auswirkungen sich daraus ergeben, dass nach wie vor alle Maschinen der Flugbereitschaft samt Crews in Köln/Bonn stationiert sind, obwohl alle Minister fast immer ab Berlin fliegen. Der Grünen-Politiker nennt das Ergebnis "ein bedrückendes Bild". So hätten allein die "Bereitstellungsflüge" in den zurückliegenden drei Jahren jährlich 4.000 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Man bräuchte 340.000 Bäume, um diese Menge CO2 einzusparen, sagte Lindner. Außerdem koste die Unterbringung der Crews in Berlin im Monat rund 26.000 Euro. Geld, das der Steuerzahler aufbringen müsse.

Zügige Verlegung nach Berlin gefordert

Lindner forderte, die Flugbereitschaft zügig nach Berlin zu verlegen. Tatsächlich sehen die Pläne der Bundesregierung vor, die neue Basis für die Regierungsflieger auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen BER zu bauen. Durch die ständigen Verzögerungen beim Bau kommt allerdings auch dieses Projekt nicht voran. Der Grünen-Verteidigungsexperte schlug deshalb vor, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Airlines Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden können. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden, erklärte Lindner. Das würde auch dazu beitragen, die Ersatzmaschinen im Fall von Pannen schneller als bisher zur Stelle zu haben.

Selbst neue Flugzeuge häufig defekt

deutschen Luftwaffe Bombardier BD-700-1A11 Global 5000
Eine Bombardier BD-700-1A11 Global 5000 der Flugbereitschaft im Landeanflug. Bildrechte: imago/Horst Galuschka

Mit Blick auf die immer wieder auftretenden technischen Defekte an Regierungsfliegern sagte Lindner dem ARD-Hauptstadtstudio: Es sei erstaunlich, dass auch die relativ neuen kleineren Flugzeuge viele Pannen haben. So seien die Global 5000 allein in den letzten drei Jahren zwölfmal ausgefallen. Bei den "Kanzler-Airbussen" A340 müsse man prüfen, ob die Wartung, die Verträge und die Leistungen funktionierten. Auch Bündnis90/Die Grünen als Opposition hätten ein Interesse daran, dass die Regierung arbeitsfähig sei, erklärte Lindner.

Das Verteidigungsministerium plant nach den jüngsten Zwischenfällen, bei denen es zu Ausfällen oder Verzögerungen bei Regierungsflügen kam, angeblich den Kauf von drei neuen Airbus A350 direkt vom Hersteller. Allerdings müssen diese Maschinen für den Einsatz als Regierungsflieger umgebaut werden und können daher erst ab 2022 einsatzbereit sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Februar 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2019, 06:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

28 Kommentare

20.02.2019 19:56 aus Dresden 28

@26
Habe ich auch gerade gelesen - die Grünen eröffnen das Geschäft des Ablasshandels neu.

20.02.2019 18:26 Norbert NRW 27

Bezahlen muss der Steuerzahler so oder so, egal ob es private Flüge sind und offizielle. Unsere Damen und Herren Politiker haben schon lange vergessen wer letztlich die Zeche zahlt. Und die Grünen predigen schon immer Wasser, saufen aber selber Wein... alle Pharisäer.

20.02.2019 18:06 nasowasaberauch 26

Aus Bayern hinaus in die Welt mit dem Flieger. Was eine Landespolitikerin in der Welt rumgurkt ist zwar fragwürdig, aber die Grünen haben die Lösung mit dem CO2- Ablasshandel gefunden. Schulze hat eingezahlt und schwups war das Klima wieder ein wenig besser.

20.02.2019 06:41 Wo geht es hin? 25

@pkeszler - Zitat von Ihnen: "Hier ging es aber um die Vielfliegerei von Köln/Bonn nach Berlin durch die Regierungsflugzeuge. Meines Wissens sind die Grünen in der Opposition und nicht in der Regierung." Zitat Ende. Richtig. Was diese aber nicht davon abhält, auf Steuerzahlerkosten recht viel in der Welt herumzufliegen. Und welchen "Urlaubsflug" von Frau Schulze in die USA meinen Sie eigentlich, den sie VIELLEICHT selber bezahlt hat? Zur Auswahl stehen so etliche in den letzten 24 Monaten - und DAS als LANDTAGSabgeordnete - na denn mal Hut ab! PS: Ich nutze die Fliegerei auch öfter - aber ich schwinge mich nicht zum scheinheiligen Moralapostel wie die Grünen auf und bezahle im Gegensatz zu denen ALLES selber.

19.02.2019 18:35 pkeszler 24

@Udo K 23: "@ pkeszler 18
Es geht in dem Beitrag von Sachse 12 um das VERHALTEN der Grünen, nicht um die Finanzierung des Urlaubsfluges!"
Dann hätte er seinen Kommentar an anderer Stelle schreiben müssen und nicht bei Flügen von Regierungsflugzeugen. Die Grünen haben nämlich damit nichts zu tun.

19.02.2019 17:59 Udo K 23

@ pkeszler 18
Es geht in dem Beitrag von Sachse 12 um das VERHALTEN der Grünen, nicht um die Finanzierung des Urlaubsfluges!

19.02.2019 17:58 optinator 22

Spricht man dann, wenn so ein Flugzeug "oben" ist von einer LUFTNUMMER ???

19.02.2019 17:47 Ossi 65 21

Wozu noch Aufregen. Ich nicht mehr, denn ich habe dazu keine Lust mehr. Die Regierung Interessieren sich nicht für die Kommentare die man hier schreibt, und wenn sie das doch Lesen Juckt es die nicht, und es Ändert sich nichts.

19.02.2019 16:31 waldemar siegert 20

wenn die regierungsflieger in köln sttioniert sind sollten die regierungsvertrter von berlin nach köln fliegen, cesna oder segelflieger. und da dachten wir in der ddr wird geld verschwendet. das sind im vergleich dagegen noch nicht mal jene berühmten peanuts des herrn ackermann, der immer noch abkassiert, statt im knast zu hocken. vom regen in die jauche gekommen.

19.02.2019 15:57 Willy 19

das können die sich doch erlauben es bezahlt doch der blöde Steuerzahler , wählt diese weiterhin !!