Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock stellen das Konzept für eine Kindergrundsicherung vor..
Die Grünen-Politikerinnen Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock haben das Konzept für eine Kindergrundsicherung vorgestellt. Bildrechte: dpa

Sozialpolitik Grüne für Kindergrundsicherung von 280 Euro plus X

Die Linke fordert die Kindergrundsicherung schon lange. Zuletzt legte auch die SPD Pläne dafür vor, nun präsentierten die Grünen ihre Vorschläge. Sie wollen Geringverdiener und Alleinerziehende damit besser stellen.

Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock stellen das Konzept für eine Kindergrundsicherung vor..
Die Grünen-Politikerinnen Katrin Göring-Eckardt und Annalena Baerbock haben das Konzept für eine Kindergrundsicherung vorgestellt. Bildrechte: dpa

Die Grünen haben ihre Pläne für eine Grundsicherung für Kinder vorgestellt. Wie Parteichefin Annalena Baerbock und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in Berlin sagten, soll es einen Grundbetrag von pauschal 280 Euro im Monat geben und zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern und dem Alter des Kindes. Der Grundbetrag soll das Kindergeld ablösen, die Steuerfreibeträge für Kinder sollen wegfallen.

Eltern, die wenig oder gar nichts verdienen, sollen nach dem Willen der Grünen zusätzlich zum Grundbetrag einen "Garantie-Plus"-Betrag erhalten. Dieser richtet sich nach dem Alter des Kindes. Bei Kindern bis fünf Jahren bekämen Eltern demnach höchstens 364 Euro, bei Kindern bis 13 Jahren maximal 475 Euro und für Kinder ab 14 Jahren 503 Euro.

Baerbock betonte, die Kindergrundsicherung sollte automatisch ausgezahlt werden. Vorgesehen sei, dass Eltern das Geld nur ein einziges Mal nach der Geburt des Kindes bei der Familienkasse beantragen sollten. Stimmten sie dabei einem Datenaustausch aller zuständigen Stellen zu, werde künftig automatisch berechnet, wie viel Geld ihnen zustehe.

Zentral ist für uns, dass Kinder in diesem reichen Land nicht in verdeckter Armut aufwachsen müssen.

Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock zu den Plänen für eine Kindergrundsicherung

Einschnitte für Besserverdiener

Für die Reform veranschlagen die Grünen zusätzliche Kosten in Höhe von zehn Milliarden Euro im Jahr. Göring-Eckardt sagte, die Grundsicherung der Grünen sei gerecht, einfach und wirksam. Sie komme in erster Linie einkommensarmen Familien und Alleinerziehenden zugute. Familien mit einem Einkommen ab 148.000 Euro im Jahr sollen dagegen unter dem Strich weniger haben.

Auch SPD und Linke für Kindergrundsicherung

Anfang des Jahres hatte bereits die SPD ihre Pläne für Kindergrundsicherung konkretisiert. Danach sollen alle aktuellen Leistungen wie etwa Kindergeld, Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabepaket oder aus Hartz IV zu einem Paket mit einer monatlichen Summe je Kind zusammengefasst werden. Die Kindergrundsicherung der SPD soll abhängig vom Einkommen sein. Wie hoch sie ausfallen soll, ist noch unklar. Die Partei "Die Linke" fordert bereits seit Jahren eine Grundsicherung für Kinder.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juni 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 14:12 Uhr

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72 Kommentare

15.06.2019 17:03 Wessi 72

@ 71Die materielle Grenze ist ein Vorschlag+richtet sich hier an den 10% "Verdiensthöchsten". Man kann auch niedrigere Grenzen ansetzen.Mir geht es nur darum Kinder anderer Rassen od.Religionen, die hier leben keinesfalls,auch nur ansatzweise, auszugrenzen.Das hatten wir 33-45..Warum sollte ich deshalb mit Leuten die für 180° Grad-Wenden der Erinnerungskultur stehen diskutieren? Ich gedenke nicht daran mich "zurückzuhalten", denn solche Leute wollen uns unser gutes Land kaputt machen.Die Mehrheit,auch ich, will das nicht.Da hilft nur Angriff (od. völlig ignorieren),mit d.Ziel der Destruktion....innerhalb der netiquetteUnd wenn man sich beleidigt fühlt,ist das kaum mein Problem.Das müssen Sie ab können!

15.06.2019 15:05 der_Silvio 71

@70 Wessi;
Wie ich in #68 geschrieben habe, ist m.E. das bisherige System nicht schlecht.
Was ist denn gerecht daran, wenn Eltern, die 148.000€ im Jahr = 123.333€ im Monat verdienen, "weniger" bekommen als Eltern die im Niedriglohnsektor arbeiten?!?
Warum setzt man nicht eine Einkommensobergrenze, bei meinetwegen 5.000€ montl. = 60.000€ jährl.?
Und das ist schon mehr als genug.

"Wo "beleidige" ich?"
Bei dem was sie des öfteren vom Stapel lassen, wundert mich das ohnehin, daß das freigegeben wird.
Einfach mal nen Gang zurückschalten, dann kann man auch vernünftig, trotz aller Diskrepanzen, diskutieren.

"Sie sind nicht kritikfähig."
Bin ich durchaus, nur sollte es konstruktive Kritik sein, nicht destruktiv!

15.06.2019 11:49 Wessi 70

@ 66 Wenigstens sind die Vorschläge d.Grünen sinnvoll.Ihnen passt es nur nicht von wem sie kommen.Ihr "Verein" hat noch nicht einmal ein Rentenkonzept.Von den Wahnideen nichtdeutsche, hier lebende Kinder auszuschließen, einmal ganz abgesehen.Das ist Rassismus!Wo "beleidige" ich? Das wäre ein Verstoß gg.d.netiquette+würde gelöscht werden.PUNKT.Ist aber nicht.Ich denke, Sie sind nicht kritikfähig.Was Sie als "Mitte" verstehen, ist für den Durchschnittswessi "rechtsaussen".Der Anstieg der Grün-Stimmen belegt das; man hat vielfach Angst, daß die CDU/CSU nach rechts rückt+will sich nicht aus d.Osten das Land verändern lassen.Vor 89 nicht+auch heute!Darum steigen auch die Prozente für RRG in Umfragen.

15.06.2019 11:35 Arbeitende Rentnerin 69

Ja die Grünen, als die mitregierten, wurden wir in Armut getrieben, als es bei uns wirklich nicht genug Arbeit gab, jetzt wo das anders ist, ist man plötzlich in Gönnerlaune. Es soll kein Kind hungern, bin aber trotzdem der Meinung, dass erst mal wenigstens einer in der Familie Arbeit annehmen muss, wenn das verweigert wird, sollte das auch die Familie spüren, wie sollen sonst Kinder lernen, dass Geld erarbeitet werden muss, das kann der Gesellschaft mal gehörig auf die Füße fallen (gilt für Deutsche und auch die vielen Gäste). Wenn einer voll arbeitet und mehrere Kinder hat, sollte natürlich der Staat helfen, wenn nicht genug verdient wird, aber nicht mit der Gießkanne

15.06.2019 09:14 der_Silvio 68

Das System an sich ist nicht schlecht, weil Bedarfsprüfungen vorgenommen werden.
Was sehr viel besser gemacht werden könnte, ist die Beantragung an sich. Die Ämter müssen besser miteinander vernetzt sein.
Für jeden Antrag müssen wir Lohnnachweise, Mietverträge, etc. extra drucken, kopieren usw. - Zettel packenweise!
Das müsste sich ändern, denn man hat den Eindruck, daß das eine Amt nicht weiß was das andere macht.
Wenn das vereinfacht würde, dann wäre allein das eine große Entlastung - für den Bürger.

14.06.2019 23:05 aus Dresden 67

Ja klar, alle bekommen dasselbe, der Millionär (gut der bekommt ein paar Alibi-Cent weniger - das war den Grünen dann doch zu auffällig) und die Klofrau.
Typisch grün halt: über die Steuerfinanzierung des ganzen ..... (Autokorrektur der Nettiquette) wird dann ganz kräftig von unten nach oben umschaufelt.

14.06.2019 22:52 der_Silvio 66

@56 Wessi; "Dafür werde ich alles tun+das Wahlverhalten im Westen (zu Grün) ist die Gegenreaktion zum Rechtsgetöse im Osten."
Das können sie ja gerne tun, nur eben ohne zu beleidigen.
Mir persönlich würde es ja reichen, wenn die CDU wieder mehr zur Mitte kommen würden. Solange das aber nicht der Fall ist, ist die CDU für mich persönlich nicht wählbar.
Denn letztlich ist es doch die Politik der großen Parteien, die dafür gesorgt haben, daß kinderreiche Familien, wo die Eltern dann noch Geringverdiener sind, auf staatliche Unterstützung angewiesen/ABHÄNGIG sind. Und das ist alles andere als schön.

14.06.2019 21:46 Auf der Sonnenseite des Lebens 65

"Einschnitte für Besserverdiener

Familien mit einem Einkommen ab 148.000 Euro im Jahr sollen dagegen unter dem Strich weniger haben. "

ich komme gar nicht darüber hinweg, das man bei den Grünen erst ab 148.000 Euro im Jahr zu den Besserverdienenden gehört.

Unglaublich!

14.06.2019 21:27 Auf der Sonnenseite des Lebens 64

"Familien mit einem Einkommen ab 148.000 Euro im Jahr sollen dagegen unter dem Strich weniger haben. "

nu genau, gebts denen die bis 12.333,- verdienen.

damit sind die jetzt gleichgestellt mit Geringverdienern.

Da könnt ihr mal sehen wie abgehoben die sind!

14.06.2019 20:34 Walter 63

Mir hat ein guter Bekannter (Fußballverein meiner Tochter), allein stehender Vater mit 4 Kindern, erzählt wieviel Geld er von den verschiedenen Ämtern bekommt.

Ist absolut in Ordnung. Kindergeld für alle und spezielle Förderung für bedürftige. Dazu muss man sich aber auch bemühen.

Dieser Vorschlag ist wieder Gießkannenprinzip. Die Eltern bleiben weiter in der Hängematte.