Wegwerfgesellschaft Grüne: Zurückgesandte Waren nicht mehr vernichten

Die Grünen haben der Vernichtung von Retourware den Kampf angesagt. Fraktionschefin Göring-Eckardt sprach in einem Interview von einer Perversion der Wegwerfgesellschaft und forderte unter anderem, die Ware zu verschenken.

Die Grünen wollen das Vernichten neuwertiger Retourware verbieten. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte den Zeitungen der "Funke Mediengruppe", im Schnitt werde fast jedes sechste Paket zurückgeschickt, also fast 500 Millionen Produkte pro Jahr, vor allem Schuhe und Kleidung, aber auch Kaffeeautomaten, Waschmaschinen oder Handys. Etliche davon würden dann häufig vernichtet - Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Bamberg zufolge rund vier Prozent, also 20 Millionen Produkte jährlich.

"Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft", erklärte Göring-Eckardt. Jetzt sei der Staat gefordert. Sie schlug einen Drei-Punkte-Plan vor:

- Dem Online-Handel sollte verboten werden, neuwertige Produkte, die zurückkommen, zu vernichten.
- Zurückgeschickte Produkte, die nicht mehr in den Verkauf können, sollen verschenkt werden etwa über Sozialkaufhäuser.
- Die Rohstoffe müssten zurück in den Wertstoffkreislauf.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2019, 08:18 Uhr

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62 Kommentare

13.06.2019 08:00 Ekkehard Kohfeld 62

@ goffman 58 Ein gutes Produkt war früher, wenn es (mit ein bisschen Wartung/Pflege) ein Leben lang gehalten hat und sogar noch an Kinder und Enkel vererbt werden konnte. Motto: Alt ist schön und erhaltenswert.
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Das funktioniert aber nicht,wenn die Wahren ewig halten
kann die Industrie nicht überleben allerdings kann man das auch etwas langlebiger machen und auch nicht den Markt überschwemmen,aber da die Manager ja ständig die Gewinne steigern müssen es reicht ja nicht nur Gewinne zu machen weil man den Hals nicht (Aktionäre) voll bekommt,geht das natürlich auch nicht.Und teurere langlebigere Produkte können sie viele Menschen nicht mehr leisten mangels (gutem) Einkommen,da beißt sie die Schlange selber in den Schwanz.Man muß aus dieser Preisspirale raus kommen und das überall (Miete,Nebenkosten usw.) sonst wird das nichts.Das System bricht unweigerlich zusammen,unendliche Gewinnsteigerung funktioniert nicht.

13.06.2019 00:21 part 61

Der Fluch des Zuviel - Vom Elend der Überproduktionsgesellschaft

12.06.2019 21:53 Sabrina 60

@ 11.06.2019 14:47 Sr.Raul 54

Schön für Sie, dass sie so außerordentlich intelligent sind.

Das ändert aber nichts daran, dass Ihr Smartphone nicht aus Deutschland kommt.

Und es ist letztlich gleich, ob die Ware in den Media-Markt transportiert wird, oder in die Häuser.

Wäre es das nicht, würde sich der Versand Ihres Smartphones von weit her gar nicht rechnen.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen beim Stichwort CO2 brennende Ölfelder im Irak einfallen und der Spritverbrauch eines Panzers.

Ebenso hoffe ich, dass Ihnen beim Stichwort Methan die großflächige Trockenlegung von Sümpfen in Europa, insbesondere auch in Deutschland, einfällt.

Und ich hoffe, dass Ihnen beim Stichwort Trockenheit die Trockenlegung der Friedländer Wiesen und anderer Feuchtgebiete einfallen sowie die Flussbegradigung und Eindeichung.

... und beim Katastrophen-Klimawandel die Spur des Geldes

12.06.2019 17:57 AfDler 59

reist euch mal am Schlüpper ^^ diesen gibt es nirgends mit Bremsspur, die darf jede selber machen; hier geht es um Farbunterschiede und mal Kratzer am Leder oder Lack, die weder Gebrauchswert noch Haltbarkeit beeinträchtigen

11.06.2019 22:34 goffman 58

Ein gutes Produkt war früher, wenn es (mit ein bisschen Wartung/Pflege) ein Leben lang gehalten hat und sogar noch an Kinder und Enkel vererbt werden konnte. Motto: Alt ist schön und erhaltenswert.
Dann kam die Zeit, da musste ein Produkt die Garantiezeit überdauern, evtl. reparabel sein.
Dann ging der Trend zu Produkten, welche die Garantiezeit geradeso überdauert haben und kaum noch reparabel waren.
Um den Konsum weiter anzukurbeln hat man den Kunden ein neues Motto eingeredet: neu ist schön. Man wartet nicht mehr, bis das Produkt defekt ist, nein, man kauft neu und schmeißt weg, wenn es "aus der Mode" ist. Wenn es nicht mehr "dem Stand der Technik" entspricht.
Nun entsorgen wir Produkte, die neu sind. Dann, wenn der Aufwand des Neuverpackens teurer ist, als die Herstellung der Ware (im Ausland).
Nicht alles, was sich wirtschaftlich "rechnet" verbessert die Welt. Der Vorstoß der Grünen kommt spät - ist aber längst überfällig.

11.06.2019 18:32 Peter W. 57

@52: Sorry, aber das ist einfach unwahrer Unfug. Die neoliberale globalisierungsfreundliche Politik wird vor allem von AfD, FDP, CDU und Teilen der SPD verfolgt. Die Grünen haben sich da anfängermäßig zu Schröders Zeiten über den Tisch ziehen lassen. Aber die Förderung regionaler ökologischer Lebensmittelerzeugung, fairer Handel und die Unterstützung der Erzeuger in Entwicklungsländern, sowie die stärkere Besteuerung von Warentransport und Finanztransaktionen sind nun wirklich nicht als globalisierungsfreundlich einzuordnen.

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11.06.2019 18:20 Peter W. 56

Das ganze übliche echauffierte Grünen-Bashing der bekannten Kommentatoren behandelt den Kern des Themas mit kein Wort: Kann es irgendwie sinnvoll oder vernünftig sein, Neuware wegzuwerfen? Wer hier der Meinung ist mit ja antworten zu müssen, möge das bitte erklären. Andernfalls muss man sagen es ist sinnlos und unvernünftig, findet aber real in großem Umfang statt. Warum sollte man dann also nichts dagegen tun? "Der Markt" wird es sicher nicht regeln, wie man ja sieht.

11.06.2019 16:58 Bernd L. 55

Wenn Studienabbrecher (4 Semester Theologie) wirtschaftliche Tipps geben, ist das immer sehr lehrreich.
Ich wiederhole eine früher schon gestellte Frage:
Wer wählt bloß solche Leute?

11.06.2019 14:47 Sr.Raul 54

Klasse, @49 (Sabrina), Hut ab, muss man darauf Kommen! Sie sind also allen Ernstes der Ansicht, dass das inflationäre Rumgekutsche und -gefliege in Folge des exzessiven Versandhandels ökologisch sei. Also ich würde Den aus eben diesem Grund um 50% einschränken. Von den sozialen "Qualitäten" dieser Truppenteile und ihrer Logistiker gar nicht zu Reden.

11.06.2019 09:05 roca remeed 53

@38: Auch auf die Gefahr hin, Sie zu überfordern - Sie können mich gern beleidigen, mache aber das Recht für mich geltend, dass Sie mich vorher wenigstens gelesen und möglichst auch verstanden haben. Noch einmal: wer einen Wirtschaftszweig mit überbordender Bürokratie überzieht, stellt ihn existenziell in Frage. Wer urplötzlich im Wahlgetümmel die "Perversion der Wegwerfgesellschaft" als Kampffeld entdeckt und sich für langgeübte Geschäftspraktiken (die ich übrigens nicht unkritisch sehe) schikanöse "Punkteprogramme" ausdenkt, setzt sich natürlich dem Verdacht der wahlkampftaktischen Verantwortungslosigkeit aus! Man stelle sich diese grüne Bürokratisierung in praxi vor! Die Frage ist hochberechtigt, da eine subtile Quasi-Verbotsmasche zu vermuten. Was Sie da schreiben, hat mit meinem Kommentar nichts zu tun und verdient keine weitere Aufmerksamkeit.