Das Grundgesetz auf einer Deutschlandfahne.
Seit 70 Jahren gilt das deutsche Grundgesetz Bildrechte: imago/Steinach

Jubiläum 70 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Das deutsche Grundgesetz ist die geltende Verfassung der Deutschen und damit die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik. Beschlossen wurde das Grundgesetz am 23. Mai 1949, einen Tag später trat es in Kraft.

Das Grundgesetz auf einer Deutschlandfahne.
Seit 70 Jahren gilt das deutsche Grundgesetz Bildrechte: imago/Steinach

In einem Staat gibt es Regeln - die Gesetze. Die wichtigsten davon werden in der Verfassung verankert. Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist das Grundgesetz. Es wurde vom Parlamentarischen Rat, dessen Mitglieder von den Landesparlamenten gewählt worden waren, am 8. Mai 1949 beschlossen und von den Alliierten genehmigt.

Der damalige Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, nannte den Text in einem Vorwort zur Ausgabe 2007 "nicht populär, aber bedeutend".

Das Grundgesetz ist das wichtigste Dokument unseres demokratischen Selbstverständnisses und die freiheitlichste Verfassung, die Deutschland in seiner Geschichte je hatte.

Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert

Abschnitte und Artikel

Das Grundgesetz besteht aus 15 Abschnitten, die sich wiederum aus 146 Artikeln zusammensetzen.

Abschnitt I (das sind die Artikel 1–19) legt dabei die Grundrechte fest.

Der wohl bekannteste Artikel 1 lautet:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Grundgesetz Abschnitt 1 Artikel 1

Daran schließen sich alle weiteren Artikel an:

Faksimile des Original-Grundgesetzes von 1949
Faksimile des Original-Grundgesetzes von 1949. Bildrechte: IMAGO

  • Artikel 20 - 37: Der Bund und die Länder
  • Artikel 38 - 49: Der Bundestag (Artikel 49 gibt es allerdings nicht mehr)
  • Artikel 50 - 53: Der Bundesrat
  • Artikel 53a: Gemeinsamer Ausschuss
  • Artikel 54 - 61: Der Bundespräsident
  • Artikel 62 - 69: Die Bundesregierung
  • Artikel 70 - 82: Die Gesetzgebung des Bundes
  • Artikel 83 - 91: Die Ausführung der Bundesgesetze und die Bundesverwaltung
  • Artikel 91a- e: Gemeinschaftsaufgaben, Verwaltungszusammenarbeit
  • Artikel 92 - 104: Die Rechtsprechung
  • Artikel 104a - 115: Das Finanzwesen
  • Artikel 115a - l: Verteidigungsfall
  • Artikel 116 - 146: Übergangs- und Schlussbestimmungen

Die Eingangsformel am Anfang

Unter einer schwarz-rot-goldenen Standarte liegt am 23.5.1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auf einem Tisch im Sitzungssaal des Parlamentarischen Rates in Bonn.
Unter einer schwarz-rot-goldenen Standarte liegt am 23.5.1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auf einem Tisch im Sitzungssaal des Parlamentarischen Rates in Bonn. Bildrechte: dpa

Gleich zu Beginn des Grundgesetzes heißt es: "Der Parlamentarische Rat hat am 23. Mai 1949 in Bonn am Rhein in öffentlicher Sitzung festgestellt, daß das am 8. Mai des Jahres 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossene Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der Woche vom 16. bis 22. Mai 1949 durch die Volksvertretungen von mehr als Zweidritteln der beteiligten deutschen Länder angenommen worden ist.

Auf Grund dieser Feststellung hat der Parlamentarische Rat, vertreten durch seine Präsidenten, das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet. Das Grundgesetz wird hiermit gemäß Artikel 145 Abs. 3 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht."

Warum Grundgesetz und nicht Verfassung?

Die Bezeichnung Grundgesetz sollte auf den provisorischen, vorläufigen Charakter der Verfassung hinweisen. Beabsichtigt war, dass es seine Gültigkeit verliert, wenn später einmal eine vom gesamten deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossene Verfassung in Kraft tritt.

Bis dahin war das Grundgesetz nur für die Bundesrepublik wirksam. Die DDR hatte bis zur Wende eine eigene Verfassung. Seit der deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990 gilt das Grundgesetz für "das gesamte deutsche Volk".

Für eine Änderung des Grundgesetzes ist die Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates erforderlich. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 28. März 2019 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 20:41 Uhr