Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen
Habeck: "Interesse vieler West-Grüner für Ostdeutschland lange nicht besonders ausgeprägt." Bildrechte: dpa

Selbstkritik Habeck: Grüne haben Ostdeutschland vernachlässigt

Grünen-Chef Robert Habeck hat eingeräumt, dass sich die westdeutschen Grünen lange kaum für Ostdeutschland interessiert haben. Er empfinde dies auch persönlich als Fehler, im Osten Raum für andere gelassen zu haben.

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen
Habeck: "Interesse vieler West-Grüner für Ostdeutschland lange nicht besonders ausgeprägt." Bildrechte: dpa

Grünen-Chef Robert Habeck hat eingeräumt, dass die westdeutschen Grünen Ostdeutschland lange vernachlässigt haben. "Wir schauen, wo wir Fehler gemacht haben. Das Interesse vieler West-Grüner für Ostdeutschland war lange nicht besonders ausgeprägt", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir haben einen Raum freigelassen, in den andere gestoßen sind. Ich empfinde es auch persönlich als Fehler, dass ich mich in den neunziger Jahren nicht besonders für die deutsche Einheit interessiert habe."

Habeck sagte weiter, es brauche einen neuen Anlauf, Gemeinsamkeit in Deutschland herzustellen. Der Grünen-Chef schlug deshalb vor, dass der Bund einen Teil der Ost-Fördermittel für neue Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellt und das Geld nach einem Ideenwettbewerb vergeben wird.

Zustimmung im Osten schlecht

Stephanie Erben, Dirk Adams, Anja Siegesmund, Denis Peisker, mit Blumen auf dem Podium.
Das Spitzenduo der Thüringer Grünen für die Landtagswahl 2019: Dirk Adams (2.v.l.) und Anja Siegesmund (3.v.l.). Bildrechte: dpa

Die Zustimmung für die Grünen ist im Osten Deutschlands – anders als im Westen – nicht besonders gut. Bei den letzten Landtagswahlen landeten sie dort nur zwischen fünf und sechs Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern flogen sie gar ganz aus dem Landtag. Nun fürchtet die Öko-Partei, bei den im Herbst anstehenden Landtagswahlen  in Brandenburg, Sachsen und Thüringen erneut hinter ihren eigenen Erwartungen zurück zu bleiben.

Habecks umstrittenes Video

Grünen-Chef Habeck, der als großes Zugpferd seiner Partei im Westen gilt, spielte im Osten bisher nicht die glücklichste Rolle. So veröffentlichten die Thüringer Grünen kürzlich bei Twitter ein Video Habecks, in dem er erklärte: "Wir versuchen alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land."

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Grünen seit 2014 in Thüringen selbst Teil einer Rot-rot-grünen Landesregierung sind, erntete er dafür zahlreiche kritische und bissige Nutzer-Kommentare. Der aus Erfurt stammende Bundestagsgeschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, twitterte etwa spöttisch: "Thüringen soll ein demokratisches und freies Land werden. (…) In welchem Gefängnis habe ich die letzten Jahre gelebt?"

Die Thüringer Grünen nahmen das Habeck-Video daraufhin aus dem Netz. Später entschuldigten sie sich in einem Tweet bei allen "Thüringerinnen und Thüringern, die sich herabgewürdigt fühlten".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2019, 10:07 Uhr

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150 Kommentare

22.01.2019 10:14 Ekki 150

gestern bei hart aber fair hat Habeck gefehlt. schade seine Kompetenz hat ganz Deutschland vermisst
als Ostbeauftragter der künftigen Regierung sollte er präsenter sein

22.01.2019 09:44 Lilly 149

@CDU Wählerin 148

"Grüne sind doch kostruktiv mit Macher Habeck"

sie sollten sich nicht über Habeck lustig machen!

22.01.2019 07:56 CDU Wählerin 148

warum ständig braune wie 146 mit persönliche Beleidigungen hier Zoff suchen ohne themenbezoges zu kommentieren und mdr.de sowas freischaltet kann nicht nachvollzogen werden

Grüne sind doch kostruktiv mit Macher Habeck und den Radikalen deshalb dorn im Auge

21.01.2019 22:36 Wessi 147

@ 146 wieso...sind Sie "Ekkehard Kohfeld"?Auf Ihre,mir zutiefst divergenten Anwürfe, habe ich, trotzdem, bis dato immer rel.sachlich reagiert (mit entsprechender persönlicher Befindlichkeit, die Sie nicht hören wollen, da würden auch Sie unsachlich werden, wie z.B. "Wo geht es hin" wg.d.Bombenabgriffe auf Dresden), der user Kohfeldt übt sich darin andere user herabzuwürdigen, immer am Rand der netiquette.Die "BRD-Philosophie" ist, auch ob der Meinung von Mehrheiten, immer strikt antifaschistisch. Es geht hier um die Grünen. Eine nazimäßig unbelastete Partei...im Gegensatz zur AfD (tw. inhaltlich) oder den 3 Parteien der Bonner Republik (in Form von Menschen)..also auch meiner eigenen Partei. Ich hab' die nie gewählt..für mich geht Arbeitsplatz vor Umwelt.

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21.01.2019 21:37 Norbert NRW 146

@144 Sie sind einfach nicht in der Lage vernünftig auf Kritik zu reagieren. Zumal immer Sie derjenige sind der es eskalieren lässt, mit ihren persönlichen Angriffen stellen Sie sich grundsätzlich als unglaubwürdig da.
Und ich muß mir von Ihnen nicht sagen lassen wie man sich verhält. Sie sollten ihren Knigge nochmal lesen wenn es dann ihre BRD- Philosophie zulässt was auch immer das sein soll. Die können Sie sich aber auch getrost hinter den Spiegel stecken...

21.01.2019 20:12 Frank L. 145

Zitat" Habeck: Grüne haben Ostdeutschland vernachlässigt " Ich hoffe inständig das sie den Osten weiterhin" vernachlässigen". Diese Öko-Populisten sind wirklich das letzte was wir hier im Osten brauchen können. Zumal die meisten hierzulande sich " Grün" gar nicht leisten können.

21.01.2019 17:32 Wessi 144

@ 137 ,,,na, Sie sind sehr kreativ, wenn Sie ziemlicher frecher Weise Zitate des mdr-der diese an Sie richtete- nun mir zuzudenken.Was hat das mit den Grünen zu tun?

21.01.2019 17:20 REXt 143

War da nicht vor kurzem ein Ex Grüner, der jetzt bei Bayer für Glycophat werben( muß)? So viel,zur Glaubwürdigkeit dieser ideologischen Grünen!

21.01.2019 17:01 Bernd 142

@134 die Frage ist doch, ob wenn einem die Umwalt am Herzen liegt, man wirklich die Gruenen waehlen sollte. Auch wenn der Name es assoziieren soll, haben die wirklich die Konzepte? Klingt er nach Verboten. Da sollen irgendwann nur Elwktroautos fahren egal ob der Pendler dann seinen Arbeits- / Wohnort erreicht. Hat man Konzepte bei der Bahn (fuer mich etwas umweltfreundliches - kaum zu erkennen.

21.01.2019 16:56 jochen 141

Ein Scharlatan äußert sich.