Verfassungsschutzpräsident Haldenwang warnt vor neuen Formen des Rechtsextremismus

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz hat eine neue Tendenz ausgemacht. Danach verschwimmen die Grenzen zwischen Rechtsextremisten und Protestbürgertum. Auch warnt Haldenwang davor, den IS zu unterschätzen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat vor einer Ausbreitung des Rechtsextremismus in der Gesellschaft gewarnt. Präsident Thomas Haldenwang sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", die Grenzen zwischen rechtsextremistischen Kreisen und dem Protestbürgertum verschwämmen zunehmend.

Neue Entwicklungen - nicht nur in Chemnitz

Haldenwang fügte hinzu, nicht nur in Chemnitz habe man ganz neue Entwicklungen wahrgenommen. Diese benötigten eine erhöhte Aufmerksamkeit. Zudem vernetzten sich unterschiedliche rechtsextremistische Gruppen verstärkt.

In Chemnitz hatte es im Spätsommer Ausschreitungen und Übergriffe auf Ausländer gegeben, nachdem dort ein Mann erstochen worden war. Tatverdächtig sind zwei Asylbewerber. Gegen einen von ihnen läuft gerade ein Prozess, der andere ist auf der Flucht.

Warnung vor IS-Rückkehrern

Haldenwang warnte zudem davor, die IS-Miliz nach der militärischen Niederlage zu unterschätzen. Er könne keine Entwarnung geben. Man müsse weiter jederzeit mit einem Anschlag in Deutschland rechnen. Haldenwang zufolge ist die Zahl potenziell gefährlicher Islamisten um mehr als 300 auf 2.240 gestiegen. Hinzu kämen noch potentielle IS-Rückkehrer.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. April 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. April 2019, 10:13 Uhr