Zwei Schülerinnen sitzen an einem Tisch in einem Gang der Gemeinschaftsschule Kastanienallee in Halle-Neustadt.
An regulären Unterricht war an der Sekundarschule Kastanienallee in Halle lange Zeit nicht zu denken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Halle Sekundarschule Kastanienallee ist auf dem Weg der Besserung

Eine Sekundarschule in Halle-Neustadt kämpft seit Jahren damit, dass die meisten Schüler sehr schlecht oder gar kein Deutsch sprechen. Seit Sommer 2015 hatte sich die Situation noch verschärft. 2018 haben sich die Lehrer deswegen beim Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt beschwert. Hat sich seitdem etwas verändert?

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Zwei Schülerinnen sitzen an einem Tisch in einem Gang der Gemeinschaftsschule Kastanienallee in Halle-Neustadt.
An regulären Unterricht war an der Sekundarschule Kastanienallee in Halle lange Zeit nicht zu denken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Lernbedingungen an der Sekundarschule Kastanienallee sind schlecht: Viele Schüler, die kein Deutsch sprechen, zu wenige Lehrer, die Gebäude aus den 70er Jahren unsaniert. Im vergangenen Sommer beschlossen die Lehrer, diese Zustände nicht mehr hinzunehmen.

Sie schrieben zwei Briefe an Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff, erzählt die amtierende Schulleiterin Beatrice Worm: "Die Kollegen waren einfach nur unzufrieden" - damit, dass es immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund gebe; dass man an der Abschluss-Quote gemessen werde und etwa auch Besuch bekommen habe von Reiner Haseloff - wobei es darum gegangen sei, warum dies die Schule mit der hohen Abbrecherquote sei.

Zu wenig Geld für Sprachlehrer

 Die Gemeinschaftsschule Kastanienallee in Halle-Neustadt von außen.
Die Schule Anfang 2018. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Worm fragt, wie Kinder, die mit 14 ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland gekommen seien, mit 16 ihren Hauptschulabschluss machen sollten. Dabei seien nicht die Kinder selbst das Problem: Das Problem sei, es nicht genug Personal gebe. Hinzu komme, dass 2016 die Verträge für Sprachlehrer ausgelaufen seien und die Schule dann alles aus eigener Kraft entwickeln musste.

Bis 2016 hatte die Schule fünf Sprachlehrer, die ausländischen Schülern Deutsch beigebracht haben. Momentan sind es noch zwei. Der Sprach-Unterricht wurde zurückgefahren. In der Berichterstattung der Medien war von Problem- und Brennpunktschule die Rede - zum Ärger der Schulleiterin Beatrice Worm.

3,3 Millionen Euro Fördermittel

Vielleicht dauerte es deshalb knapp vier Monate, bis sie der Interviewanfrage von MDR AKTUELL zustimmte. Andere Anfragen an Stadtrat, Lehrer und Schulsozialarbeiter blieben unbeantwortet oder man verwies an das zuständige Landesschulamt.

Dort ist Evelyn Neumann zuständig für die Sekundarschulen der Stadt Halle und des Saalekreises. Sie kennt die Probleme an der Kastanienallee und beteuert, inzwischen habe sich etwas getan. Ministerpräsident Rainer Haseloff habe im Januar einen Fördermittelbescheid über 3,3 Millionen Euro übergeben. Nun werde die Schule saniert: "Das war im Prinzip der 'Geldsegen', der letztendlich die Arbeitsbedingungen für die Schule erleichtern soll."

Neustart nach Sanierung

Schulleiterin Beatrice Worm sieht in der Sanierung eine Art Neustart. Bereits seit Januar hat sie drei Lehrer mehr und seit Kurzem noch einen Referendar. Auch zusätzliche Sozialarbeiter seien versprochen worden.

Trotzdem würden noch etwa sieben Lehrer fehlen. Worm ist aber optimistisch, dass die auch noch kommen werden und lobt den Zusammenhalt im Kollegium.

Die [Lehrer, Anm. d. Red.] gehen gern an unsere Schule. Wir haben nicht einen Versetzungsantrag, weil man sich nicht wohlfühlt bei uns.

Beatrice Worm Schulleiterin

Verteilung nur theoretisch möglich

Für Schulen wie die Kastanienallee wurde im August das Landesschulgesetz geändert. Kinder mit schlechten oder fehlenden Deutschkenntnissen können seither auf andere Schulen der Stadt verteilt werden. Doch das sei nur theoretisch möglich, sagt Evelyn Neumann vom Landesschulamt.

Das Problem sei, sagt Neumann, dass die Sekundarschulen in der Stadt Halle alle so voll seien, dass gar nicht umverteilt werden könne. Aus der Kastanienallee seien deshalb noch keine Schüler auf andere Sekundarschulen der Stadt verteilt worden. Zudem wolle man den Kindern auch den längeren Schulweg nicht zumuten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. April 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 05:00 Uhr

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43 Kommentare

24.04.2019 14:49 Carsten 43

Ich wohne in der Nähe und diese Schule ist und bleibt eine Zumutung. Auch für das Umfeld. Die einzigen deutschen Wörter die dort über den Schulhof gehen sind Fäkaliensprache oder Mohamed da drehen sich 50%um. Hauptsache es steht am Gebäude Schule ohne Rassismus das ist wichtig der Rest ist egal.

24.04.2019 14:29 Willy 42

@ 3 9 vollkommend richtig unsere 4 Kinder sind alle in den Kindergarten gegangen der in Ordnung war und auch viele ander Einrichtungen dazu, BRD war dagegen sinnlos was das anbetraf das sind Wahrheiten dazu, einmal im Jahr wurden von den eltern stets im KG. + Schule freiwillig den ganzen Tag geholfen was zu machen war.

24.04.2019 14:04 Johny 41

Auf eine Kleine Anfrage (6/17117) der AfD-Fraktion musste die Staatsregierung nun detailliert den Tathergang beschreiben, wie ein Dresdner Lehrer in der 107. Oberschule in Dresden-Gruna durch schulfremde Personen geschlagen wurde. Demnach wollte ein Schüler am 14. März 2019 vorgeblich sein Handy aus der Schule holen. Er befand sich in Begleitung zweier „junger Erwachsener“. Der Aufsicht führende Lehrer verweigerte den Schulzutritt, daraufhin sei ihm „unvermittelt ins Gesicht“ geschlagen worden. „Das Opfer fiel zu Boden und wurde weiter geschlagen.“ Die schulpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Dresdner Landtag und Anfragen-Stellerin, Karin Wilke, erklärt dazu: „Leider verschweigt der CDU-Kultusminister Piwarz die Nationalität der Täter und auch die des Schülers und zieht sich mit der Begründung auf das laufende Ermittlungsverfahren zurück." Damit würde das eigentliche Problem, die zunehmende Zahl von Migranten an Sachsens Schulen, schamhaft verschwiegen. (E.T.)

24.04.2019 11:43 Mentor an Ichich 38 40

Teil 2: Was die Abiturientenquote angeht, vergleichen Sie Äpfel mit Blumenkohl. Welchen Sinn macht es, massenweise Halbgebildete bei einem zweitklassigen Abitur durchzuschleifen, die dann das Studium doch nicht schaffen oder sowieso nur eine Lehre anfangen? Entscheidend ist doch dabei die Quote der Studienabschlüsse und das Niveau der Ausbildung. Und da muß sich die DDR nun wahrlich nicht verstecken.

In der BRD betrug die Akademikerquote 1988 12%. Die Hälfte der Aburienten ist also unterwegs gescheitert. Was nützt da eine zweifelhafte Abi-Quote von 25%?

Im Übrigen sind Ihre Zahlen falsch. Die Abiturientenquote betrug 1989 in der DDR nicht 8 sondern 14%. Davon erhielten fast alle einen Studienabschluß. Die Akademikerquoten Ost/West lagen also auf etwa gleichem Niveau (siehe wikipedia "Abiturientenquote und St.").

24.04.2019 09:31 Mentor an Ichich 38 39

Ihr Ernst? Es mag einige Kindergärten in Altbauten gegeben haben. Daneben gab es genauso etliche Neubauten aus den 70ern und 80ern. Die waren zu ihrer Zeit mitnichten "verrottet". Vor allem aber: Es gab Kindergärten FLÄCHENDECKEND. Das schafft ja die Bundesrepublik noch nicht mal heute. In Sachen Kindergärten war die DDR der BRD WEIT ÜBERLEGEN. Und dieser Unterschied ist bis heute massiv spürbar. Versuchen Sie mal in den ABL einen Kindergartenplatz zu bekommen.

Was die Abiturientenquote angeht, was das Niveau in der DDR WESENTLICH höher. Da hat man halt sehr stark nach Leistung ausgesiebt und nicht jedermann das Abitur machen lassen. Laut MDR-Doku über Freiberg war das Bildungsniveau an jeder x-bliebigen POS DEUTLICH höher als an den besten Bonner/ Bad-Godesberger Privatgymnasien.

Unsere Klasse hatte in den 70ern 35 Schüler. Allerdings war auch die Disziplin deutlich höher als heutzutage. Insofern war das Lernen viel effektiver.

24.04.2019 08:40 Ichich 38

Dagegen waren die Lernbedingungen in der DDR ein Paradies.
Tatsächlich ? Ich habe die verrotteten Kindertagesstättebn veranba dr großen Städte 1990ff gesehen. Und wenn ich beui einer Abiturientenquote von 8-9% in DDR 1988, in der BRD bei >25% bin, kann es so verschwenderisch-paradiesisch nichtz gewesen sein.

Die Klassenzimmer sind im vergleich zu den 90ern auch nicht überfüllt. "... Lehrermangel gibt es nicht erst seit der „Politik der Masseneinwanderung“. Wie viel Lehrer und Schulen man benötigt ist gut planbar...." Nein ! Weil niemand weiß, wieviele Lehrer während des Schuljahres krank werden. Mittlerweile werden 80% (sic !) unserer Lehrer berufsunfähig.

23.04.2019 20:40 na so was 37

Zusammenfassend kann man nur sagen, die Migration ist "ohne wenn und aber" zu 100 % gescheitert. Die "Oberen" sehen das sicherlich genau so, wollen sich aber nicht blamieren, wenn sie alle ihre Sätze, wie "Wir schaffen das", "es kommen nur Fachkräfte", unser Leben wird " bunter" usw. Der Satz mit "das Leben wird bunter" trifft eigentlich zu. Nur hat der Inhalt des Satzes sich in die falsche Richtung entwickelt. Das Gejammer von fehlenden Lehrern / Erziehern, von fehlenden Schulen und Kindergärten, von maroden Schulen kann man nicht mehr hören. Wieviel Kinder z.B. in die 1.Klasse eingeschult werden, weiß man sieben Jahr lang und hat damit genug Zeit, zu reagieren. Wieviel Zeit hatte der Staat, um 2015 genügend Unterkünfte für die "Neubürger" bereitzustellen. Von heute auf Morgen ging das, aber in der heutigen Zeit ? Es geht nicht, ist mittlerweile der Lieblingssatz der Oberen.

23.04.2019 20:39 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 36

Ich habe mir tatsächlich die Mühe gemacht, diesen Artikel zu lesen. Wo steht da was von von Besserung? Ein undürchführbares populistisches Gesetz und "sollen kommen", man ist "optimistisch".

Immer dasselbe.

23.04.2019 18:25 Pjotr 35

@7 Bernd L., dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen. Interessanterweise ist dazu heute bei WO ein Artikel erschienen. Unter der Überschrift „Wenn es um die Kinder geht, ist Multikulti nicht mehr toll“ reichen die ersten Sätze dieses Plus-Beitrages völlig aus, denn wenn es um die eigenen Nachkommen geht macht sich die Multi-Kulti-Gemeinde einen schlanken Fuß.

Ich bin auch erstaunt, dass unser mattotaupa, wie auch die Medien, mittlerweile von Migration schreiben, obwohl uns doch seit Jahren gebetsmühlenartig gesagt wurde, es kämen gut ausgebildete Fachkräfte aus Kriegsgebieten zu uns. Scheinbar haben diejenigen recht behalten, die vor solchen Zuständen gewarnt haben. Wie der User mattotaupa diese nun bezeichnen mag wird den meisten relativ egal sein.

Gelungene Integration zeigt sich am Beispiel einstiger libanesischer Flüchtlinge oder von Gastarbeiterfamilien aus der Türkei. Ich befürchte allerdings, auch hier gerät unser User in Erklärungsnot.

23.04.2019 16:22 Tim Buktu an Gerd Müller 26 34

Realsatire ist, wenn jemand mit solch einem sowohl orthografisch als auch inhaltlich unterirdischen Kommentar vorschlägt, man solle seine Schulbildung zum Vorbild nehmen.