Bürgerschaftswahl SPD in Hamburg deutlich vorn

Die SPD bleibt in Hamburg stärkste Kraft in Hamburg. Kräftig zulegen konnten die Grünen, die CDU verlor nochmals deutlich. FDP und AfD bangen um den Wiedereinzug in die Bürgerschaft.

Laut der Hochrechnung von 21:43 Uhr bleibt die SPD in Hamburg mit 39,1 Prozent stärkste Kraft. Die Grünen, mit denen die Sozialdemokraten seit der Wahl 2015 in einer gemeinsamen Koalition regieren, erreichen 24,2 Prozent und werden zweitstärkste Partei. Die CDU fährt mit 11,2 Prozent ihr historisch schwächstes Ergebnis in der Hansestadt ein.

AfD und FDP müssen bangen

Den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft wohl sicher geschafft hat mit 9,1 Prozent auch Die Linke. Sowohl FDP (5 Prozent) als auch AfD (5,2 Prozent) müssen um den Einzug ins Rathaus bangen. Das vorläufige Endergebnis wird wegen des komplizierten Wahlsystems in Hamburg erst am Montagabend erwartet.

Freude bei SPD und Grünen

Kurz nach der Prognose äußerte sich SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz – der selbst einmal Erster Bürgermeister von Hamburg war – erfreut über das gute Abschneiden seiner Partei. Er sagte, er hoffe, dass es ein "Push" für die SPD sei. In Hamburg werde ordentlich regiert und soziale Politik gemacht.

Auch Grünen-Chef Robert Habeck wertete das Ergebnis als klaren Wählerauftrag an SPD und Grüne, ihre Koalition fortzusetzen. Er wertete es als unwahrscheinlich, dass sich die SPD nach einem anderen Partner umschauen würde.

Enttäuschung bei der CDU

Aus der Bundes-CDU kamen dagegen enttäuschte Stimmen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sprach von einem bitteren Tag für die CDU und einem historisch schlechten Wahlergebnis der Partei in der Hansestadt. "Die Vorgänge in Thüringen haben nicht geholfen", sagte Ziemiak. Thüringen sei alles andere als Rückenwind gewesen.

Auch die Linken nahmen Bezug auf Thüringen. Das schwache Abschneiden von FDP und CDU seinen ein Denkzettel für das Wahldebakel in Thüringen. Die Parteien, die im Zweifelsfall mit der AfD stimmen würden, seien "abgestraft" worden, sagte Bundesvorsitzende Katja Kipping in Berlin. "Nach dem Sündenfall von Erfurt war dieses Signal auch notwendig."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2020 | 18:00 Uhr

252 Kommentare

jochen1 vor 12 Wochen

# Aufregen ja ? Die AFD möchte wieder Ordnung in den merkwürdigen politischen Haufen bringen.
Das aber stört die Genossen und Co gewaltig. Das geht gegen deren Interessen und politischen Ziele.

ElBuffo vor 12 Wochen

Ich habe mich informiert. Dabei ist mir dann auch gleich eingefallen, dass Klaus kein Viertel in Hamburg mit der höchsten SUV-Dichte ist und das dort auch nicht Klaus das Viertel war, der gegen die Flüchtlingsunterkunft geklagt hat.
Ich frage mich eben bloß, wie das bei den Gegensätzen in diesen Viertel weitergehen wird.

Wessi vor 12 Wochen

@ Mikro ...die AfD hatte aber über 6%+keine einzige Stimme dazugewonnen! Die SPD allerdings 10.000! Und wenn sich die AfD fürderhin bundesweit mit 5% als Super-Ergebnis begnügte wäre das schon eine frohe Botschaft.Es geht rückwärts+das ist prima.